Automatisierung in KMUs: Luxus oder überlebenswichtig für morgen?

Automatisierung wirkt für KMUs oft wie ein Risiko. Dieser Beitrag zeigt, wie sie Prozesse entlastet, Ressourcen schont und zur Zukunftssicherung beiträgt.

Die digitale Herausforderung für KMUs

Kleine und mittlere Unternehmen stehen in einem Spannungsfeld. Einerseits ist der Druck durch Mitbewerber und Digitalisierung hoch, andererseits fehlen oft Ressourcen, um in technische Lösungen zu investieren. Zusätzlich steigen die Erwartungen von Kunden an schnelle Reaktionszeiten, transparente Abläufe und digitale Services. Gleichzeitig verschärfen wirtschaftliche Unsicherheiten den Druck, effizienter zu arbeiten. Viele Entscheider fragen sich daher: Ist Automatisierung ein Luxusprojekt oder ein notwendiger Schritt, um langfristig bestehen zu können?

Warum KMUs zögern

Die Hemmschwelle ist oft höher als der erforderliche Aufwand. Viele KMUs sehen vor allem hohe Anfangsinvestitionen, den Mangel an digitalem Know-how oder die Angst vor Widerstand unter Mitarbeitenden. Gerade in kleineren Strukturen erscheint ein solches Vorhaben riskant, besonders wenn nicht klar ist, wie sich die Investition rechnet. Hinzu kommt, dass Digitalisierungsprojekte im hektischen Tagesgeschäft oft nach hinten geschoben werden. Operative Aufgaben haben Vorrang, strategische Themen bleiben liegen.

Zudem zeigt die Forschung: KMUs sind generell weniger bereit, Zeit und Ressourcen in neue Technologien zu investieren, ausser sie sehen einen klaren Nutzen. (Erdmann und Sandkuhl, Robotic Process Automation in Small Enterprises, 2023) Fehlende Praxisbeispiele aus vergleichbaren KMUs verstärken diese Zurückhaltung zusätzlich.

„Die grösste Hürde für KMUs ist nicht die Technologie, sondern die Angst, sie einzusetzen.“

– Fabian Pascal König

Chancen, die KMUs nutzen können

Automatisierung bietet gerade dort Mehrwert, wo viele wiederkehrende Aufgaben anfallen. Ein klassisches Beispiel ist die Rechnungsverarbeitung: Statt stundenlang Daten manuell abzutippen, übernehmen intelligente Systeme die Arbeit im Hintergrund. Auch bei der Pflege von Kundendaten oder bei standardisierten Freigabeprozessen zeigt sich schnell ein Effekt. Viele dieser Prozesse basieren bereits auf digitalen Dokumenten und klaren Regeln. Dadurch lassen sie sich mit überschaubarem Aufwand automatisieren, ohne bestehende Systeme grundlegend zu verändern.

Die Vorteile sind deutlich: Prozesse werden schneller, Fehlerquoten sinken und Mitarbeitende können ihre Energie in Tätigkeiten investieren, die mehr Kreativität oder Kundenkontakt erfordern. So wird Automatisierung zu einem Hebel, um die Wettbewerbsfähigkeit kleiner Unternehmen zu sichern.

Produktivitätssteigerung durch automatisierte Prozesse in Prozent (Quelle: Geschäftsprozesse automatisieren: Wie Unternehmen Zeit und Kosten sparen, Julian Funke, 29. März 2023)

Ein praxisnahes Beispiel

Stellen wir uns einen Handwerksbetrieb mit 25 Mitarbeitenden vor. Früher verbrachte eine Angestellte täglich zwei Stunden damit, Kundendaten in verschiedene Systeme einzutragen. Die Tätigkeit war monoton, zeitintensiv und bot wenig Raum für wertschöpfende Aufgaben. Heute übernimmt ein Software Bot diese Aufgabe. Die gewonnene Zeit investiert die Mitarbeiterin nun in persönliche Beratungsgespräche. Das steigert die Zufriedenheit der Kunden und erhöht den Umsatz.

Wo und wie KMUs starten können

Ein möglicher Einstieg liegt in der automatisierten Dokumentenverarbeitung. Angebote, Rechnungen oder Verträge werden automatisch erkannt und in Systeme überführt. Parallel dazu sind Workflowsysteme sinnvoll, die Aufgaben gezielt verteilen und Fristen überwachen. Wer zuerst verstehen möchte, wo genau Potenzial steckt, kann mit Process Mining starten. Diese Methode analysiert bestehende digitale Abläufe und zeigt, wo am meisten Nutzen zu holen ist. Gerade für KMUs schafft diese datenbasierte Sicht eine fundierte Entscheidungsgrundlage für erste Automatisierungsschritte.

Fallstricke und Erfolgsfaktoren

Ein häufiger Fehler ist, das Vorhaben zu gross anzulegen. Sinnvoll ist es, mit einem kleinen Pilotprojekt zu starten und dieses schrittweise auszubauen. Ebenso entscheidend ist die Einbindung der Mitarbeitenden. Sie sollten nicht als Betroffene, sondern als Mitgestalter gesehen werden. Automatisierung ersetzt keine Menschen, sie entlastet sie.

Technisch gesehen ist wichtig, keine losgelösten Insellösungen zu schaffen. Besser ist eine Integration in bestehende Systeme. So bleibt der Mehrwert nachhaltig.

Eine weitere Herausforderung ist die Verbindung von Automatisierung mit den strategischen Zielen. Bleibt der Einsatz rein operativ, geht Potenzial verloren. Studien zeigen, dass der Erfolg stark davon abhängt, wie eng Automatisierung in die Unternehmensstrategie eingebunden wird. (Huda et al., Analyzing the Impact of RPA on Productivity and Firm Performance, 2024)

Fazit: Automatisierung als Weichenstellung

Für KMUs ist Automatisierung kein optionales Projekt mehr. Sie ist ein Mittel, um Agilität, Effizienz und Innovationsfähigkeit zu sichern. Der Schlüssel liegt darin, klein und pragmatisch anzufangen, mit Projekten die schnell Wirkung zeigen. Wer diesen Weg beschreitet, legt heute die Basis für Wettbewerbsfähigkeit von morgen.

Weiterführende Links:


ChatGPT wurde zur Unterstützung bei der Formulierung und sprachlichen Überarbeitung des Textes eingesetzt.

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fabianpascal.koenig

Fabian König studiert Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Luzern. Der Beitrag wurde im Rahmen des Moduls Geschäftsprozesse digitalisieren und automatisieren (GPDA) erarbeitet.

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