Soziokultur verbindet

Möglichkeitsräume – Soziokulturelle Animation bietet Resonanz

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In ihrem Blogbeitrag geht meine Kollegin Bea Durrer auf das Resonanzkonzept von Hartmut Rosa ein. Die Entfremdung in unserer beschleunigten Welt führt dazu, dass viele Menschen nicht mehr fähig sind, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen. Ebenso geht der Bezug zur Umwelt verloren, sowohl bezüglich der Bedürfnisse von Mitmenschen als auch der Natur. Viele bekommen quasi ihre Füsse nicht mehr auf den Boden. Die Soziokulturelle Animation als Profession kann in der Schaffung von Resonanzgelegenheiten eine bedeutende Position einnehmen. Resonanz lässt sich nicht einfach herstellen oder produzieren, aber dazu können Gelegenheiten und Möglichkeiten geschaffen werden.

Bea Durrer betont die Wichtigkeit von «Hören» und «Antworten», welche einen echten Dialog zwischen verschiedenen Gruppen und damit auch eine eigene Verortung ermöglichen. Hier könnten soziokulturelle Animatorinnen und Animatoren aktiv versuchen, Resonanz zu bieten – Bedürfnisse und Anliegen von Menschen hören und Antworten zurückspielen – und so entsprechende Möglichkeitsräume schaffen.

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit beobachtet eine radikale Abnahme von Freiräumen wie Brachen, frei zugängliche Naturräume oder Lokale ohne Konsumzwang. Aber auch Erwachsene brauchen unverplante, frei gestaltbare Räume, in welchen Begegnung, Auseinandersetzung, Resonanz passieren kann. Ein schönes Beispiel dazu ist der «Tate Exchange»-Saal im Tate Modern London. Der «Austausch»-Raum kann grundsätzlich von allen für alles genutzt werden, nach Anmeldung, aber kostenlos. Frances Morris, die Direktorin der Tate Modern, ist sich bewusst, dass in dieser Idee auch das Scheitern angelegt ist – aber um das herauszufinden, muss man die Idee auch erst einmal ausprobieren. Das heisst: Das Tate Modern bietet einen Möglichkeitsraum. Schön zu wissen, dass auch im neuen Kunsthaus Zürich die Museumshalle frei für alle zugänglich sein wird und zugleich als Verbindung zwischen Stadt und Garten (hinter dem Museum) fungieren wird – nutzen wir diese Möglichkeiten. Die Kunst ist ein Feld, welches für die Soziokulturelle Animation noch viele Möglichkeiten bietet.

Bildquelle: http://www.tate.org.uk/visit/tate-modern/tate-exchange

About Author

Simone Gretler Heusser

Dozentin und Projektleiterin im Institut für Soziokulturelle Entwicklung, Hochschule Luzern - Soziale Arbeit. Verantwortlich für das Kompetenzzentrum Generationen und Gesellschaft. Fragt sich, wie möglichst alle Menschen gesellschaftliche Teilhabe erleben können.

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