Soziokultur verbindet

«Das Luzerner Neustadtquartier ist soziokulturell belebt»

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Wussten Sie, dass sich Soziokulturelle Animatorinnen und Animatoren auch für sauberes Trinkwasser engagieren und, dass auch im Kleintheater Luzern eine Soziokulturelle Animatorin angestellt ist? Das interessante der Soziokulturellen Animation ist ihre Breite: Fankultur gestalten, Laientheater aufbauen, Freiwillige begleiten und Mitwirkung ermöglichen. Dies und mehr gehört zu den Themenbereichen, in welchen Soziokulturelle Animatorinnen und Animatoren in der Gesellschaft wirken.

Auf den drei Frühjahrs-SoziokulTouren durften wir Teilnehmerinnen und Teilnehmer, uns mit neun verschiedene Arbeitsschwerpunkten und ihre

m Wirken vertraut machen. Die SoziokulTouren geben Einblick in etablierte und neue Handlungsfelder der Soziokulturellen Animation. Diese werden diesen Herbst zum dritten Mal durchgeführt.

Gemeinsam ist allen Projekten, dass Soziokulturelle Animatorinnen und Animatoren hier am Werk sind und sich zusammen mit ihren Adressatinnen und Adressaten für eine gute Lebenssituation und das Zusammenleben einsetzen. Soziokulturelle Animatorinnen und Animatoren, finden laut Corinne Odermatt, Leiterin der Regionalstelle Zentralschweiz von Infoklick, immer einen Weg, um ein Stück weiter zu kommen: «Geht nicht, gibt es nicht. Es gibt immer jemanden, den man kennt, der einem weiterhelfen kann». Nach diesem Motto versucht das Team bei Infoklick die Kinder- und Jugendförderung zu stärken und mit den Kindern und Jugendlichen weitere Projekte zu verwirklichen. Auch in der Jugendarbeit Pfarrei St. Paul erfahren die jungen Menschen viel Unterstützung bei der Verwirklichung ihrer Projekte oder können auch mal so richtig abhängen, wenn die Jugendarbeiterin Claudia Corbino die Türen des Jugendtreffs öffnet.

Bei der ABL – der grössten Luzerner Wohnbaugenossenschaft – stärkt der Siedlungsarbeiter Jesús Turiño die Bewohnerschaft dahingehend, selber für gutes Zusammenleben zu sorgen. Partizipation, also das Mittun der Bewohnerschaft, zu einem nachbarschaftlichen Zusammenleben wird hier gross geschrieben. Und seine Erfahrung zeigt: «Wenn Betroffenheit vorhanden ist, dann arbeiten die Menschen mit». Als Vorzeigeprojekt hierzu dient das Projekt «Zwischenrich», eine kulturelle Zwischennutzung in der Siedlung Himmelrich, bevor diese abgerissen wurde.

SoziokulTour bei Vicino Luzern

SoziokulTour bei Vicino Luzern

Im Pilotprojekt Vicino Luzern, welches von René Fuhrimann aufgebaut wird, kommt der sozialräumliche Ansatz der Soziokultur stark zum Tragen. Vicino Luzern hat zum Ziel, dass ältere Menschen länger in ihrer gewohnten Umgebung leben und wohnen bleiben können. Dazu werden die vielen bereits existierenden Organisationen vernetzt und erarbeiten gemeinsam neue Ansätze, um dieses Ziel zu erreichen. So wurde z.B. dank einer Lebensraumanalyse erkannt, dass im Pilotquartier kein Geldautomat in naher Gehdistanz erreichbar ist. In einem Holzpavillon im Quartier werden zukünftig Begegnungssituationen für die Nachbarschaft  geschaffen. Eine wichtige Voraussetzung für informelle Nachbarschaftshilfe, die ebenfalls gestärkt werden soll.

Neben dem Stärken der Mitwirkung der jeweiligen Beteiligten sei es in diesem Beruf zentral, tragende und vertrauensvolle Beziehungen zu den verschiedensten Zielgruppen aufzubauen. Dies ist auch bei der Fanarbeit des FC Luzern zentral, berichtet Thomas Buchmann, Mitarbeiter der Fanarbeit Luzern und Student an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit. Einerseits braucht es starke Beziehungen zu den jugendlichen Fans mit welchen z.B. gemeinsam Auswärtsspiele besucht werden. Andererseits ist es auf strategischer Ebene wichtig zu Behörden und Polizei in einem guten Kontakt zu stehen.

SoziokulTour bei Viva con Agua

SoziokulTour bei Viva con Agua

Ein weiteres wichtiges Element in der Arbeit als Soziokultureller Animator schilderte Gregor Anderhub, Geschäftsführer des Vereins Viva con Agua. Lokal und weltweit engagiert er sich, zusammen mit fast 1000 Freiwilligen, für sauberes Trinkwasser. Im Studium lernte er viele kreative Methoden und Ansätze kennen, wie sich viele Leute für sauberes Trinkwasser einsetzen können.

Reto Bernhard arbeitet als freischaffender Soziokultureller Animator und Theatermacher.  In seine Arbeit, wie auch beim Kleintheater Luzern, werden gesellschaftlich relevante Themen auch mit Methoden aus Theater und Bewegung erarbeitet. So entstand z.B. das Praxisprojekt «Grauer Star» von Petra Helfenstein, Studentin der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit, welches im Rahmen ihres Soziokulturpraktikums beim Kleintheater Luzern entstanden ist. In diesem Projekt gelang es ihr, die Zielgruppe 60+ noch spezifischer zu erreichen.

Manchmal ist es nötig, gezielt beratend und unterstützend zur Seite zu stehen. Deshalb stehen Lukas Pfenninger und Daniel Schwegler, Soziokulturelle Animatoren in der Stiftung Dreipunkt, stellensuchenden Jugendlichen beiseite. Sie erarbeiten mit ihnen ihre Stärken, damit sie diese selbstbewusst benennen und weiter entwickeln können.

Diese drei SoziokulTouren haben einen spannenden Einblick in die vielfältigen Aufgaben von Soziokulturellen Animatorinnen und Animatoren im Raum Luzern ermöglicht – Nun sind wir gespannt auf die Einblicke der SoziokulTouren am 25. Oktober, 27. Oktober und 7. November 2016.

Gastautorin Corinne Küng

Organisatoring Corinne KüngEhemalige Soziokultur-Studentin an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit. Verschiedene Praktika führten sie zu infoklick.ch, ins Neubad und zu Vicino Luzern. Heute arbeitet sie als Soziokulturelle Animatorin bei Vicino Luzern und beim Verein Spieltraum. Während des Studiums lancierte sie die SoziokulTouren in Luzern welche diesen Herbst zum dritten Mal durchgeführt werden.

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