Design Duo Diiis: mit Produktideen von Basel nach New York! Wie sich zwei Designerinnen selbständig machen.

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Als Susanne Roser und Martina Staub im Jahr 2007 in Basel gemeinsam die Matura machten, ahnten sie noch nicht, dass sie knapp 10 Jahre später ein gemeinsames Unternehmen gründen würden: Diiis.

Doch der Reihe nach. Die beiden kennen sich seit ihrer Zeit am Gymnasium. Susanne studiert danach Objektdesign in Luzern und Martina Industriedesign in Aarau. Danach ist nicht klar, wie es weitergehen soll. Sie suchen nach einem Praktikum und finden den Weg in kleine Studios in Köln bzw. Berlin, wo sie dank übersichtlicher Strukturen viel Wertvolles rund um das Design von Möbeln und Objekten mitbekommen.

Dann geschieht – rückblickend – etwas Entscheidendes, das vielleicht typisch ist für Wege richtung Selbständigkeit. Sie zerbrechen sich den Kopf, was für ein Geschenk sie einer Kollegin machen könnten, probieren es zuerst mit einem Rucksack, um schliesslich bei einem Kerzenständer zu landen: «Buka». Es war ihr erster Wurf, auf den ein amerikanisches Unternehmen aufmerksam wurde. Und für sie sich eine neue Welt auftat, in der sie plötzlich mit Fragen wie Lizenzgebühren und Design-Anpassungen für den amerikanischen Markt konfrontiert wurden.

Jetzt – 2015 – wurde es plötzlich ernst. Aber wie kommt man weiter, wenn man ein eigenes Produkt vermarkten kann? Und einen 15-seitigen Vertrag aus den USA auf den Tisch bekommt? Unerfahren in Geschäftsangelegenheiten, belegten die beiden am Creative Hub Workshops zu Firmengründung und Finanzwesen und wurden von Juristen und Finanzexperten im Hinblick auf ihren ersten «Deal» gecoacht. Schnell bekamen sie auch Rückendeckung von den beiden Studios, in denen sie Praktikantinnen waren, und von einem Juristen aus dem Bekanntenkreis. Der Vertrag wurde geschlossen und der Name «Diiis» (im Sinne von «Dein») entstand.

«Buka» – auch in der New York Times porträtiert – war der Startschuss, der sie in das «Greenhouse» (für junge Designer) an die Stockholm Furniture Fair brachte. «Wir waren schon etwas blauäugig», erzählt Susanne, «aber wir haben dort unsere erste kleine Kollektion präsentieren können, und für unsere beiden Produkte HAWU und GITO haben wir einen Kunden gefunden.» Überhaupt sind solche Messen die Möglichkeit, Kontakte und Leute kennenzulernen, die zu Partnerschaften führen können.

2017 hat ihnen die IKEA-Stiftung am Salone Satellite am Salone del Mobile in Milano einen Stand und den Bau von Prototypen finanziert. Diese Arbeit an den Prototypen hat einen weiteren Schritt ausgelöst: die Gestaltung eines Portfolios als Visitenkarte für Diiis.

Angesprochen, wie sie konkret zusammenarbeiten, sagt Susanne: «Wir passen gut zusammen, was die Formensprache unserer Objekte anbelangt. Am Ende kann man nicht mehr sagen, wer was genau gemacht hat, weil sich unsere Ideen zu einem Ganzen verdichten. Und in der Organisation des Geschäftlichen ergänzen wir uns ideal.»

2016 offiziell gegründet, ist ihr gemeinsamer Weg noch jung. Allerdings ist Diiis noch nicht so profitabel, dass Susanne und Martina davon leben könnten. Deshalb arbeiten beide noch zu 40% angestellt. Gerade bauen sie sich ein weiteres Standbein auf. Anfang 2019 gaben sie an der Designschule HEAD in Genf ihren ersten Workshop.

Welche Tipps geben Susanne und Martina den Studierenden und Alumni der HSLU, die ebenfalls mit einer Selbständigkeit liebäugeln? «Mut haben ist wichtig; das was man gerne macht verfolgen und weiterziehen; ausprobieren, damit man später nicht bereut, den eigenen Impulsen nicht gefolgt zu sein; die Unterstützungsangebote nutzen. Und um aufkommende Zweifel und Schwierigkeiten zu überwinden und sich wieder aufzurichten, ist es schon wertvoll, wenn man auf eine zweite Person zählen kann. Das bringt einen voran.»

Kontakt:
Diiis Designstudio, diiis.ch

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