News und Trends aus dem Retail Banking Markt Schweiz

Rückblick auf die Konferenz Innovationen im Banking 2021

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Von Prof. Dr. Andreas Dietrich, Dr. Simon Amrein und Anja Leutenegger

Auch dieses Jahr wurden an der IFZ-Konferenz «Innovationen im Banking» wieder zahlreiche Neuigkeiten vorgestellt. Themen waren unter anderem die Themen «Data Driven Banking», die mögliche Verschmelzung von Nachhaltigkeit und FinTech, Ökosysteme oder der Handel von Nebenwerten. Im heutigen Blog machen wir einen kurzen Rückblick auf die Referate und die vorgestellten Innovationen.

Einführung und Vorstellung der Studie «Die digitalsten Retail Banken der Schweiz»,
Prof. Dr. Andreas Dietrich, Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ – Hochschule Luzern-Wirtschaft

  • Andreas Dietrich begrüsste die Teilnehmenden online und stellte die in Kooperation mit e.foresight erstellte Studie «Die digitalsten Retail Banken der Schweiz» vor. Mehr Informationen zur Studie finden sich hier.

Globalance World: Wie man Daten erlebbar machen kann
Reto Ringger, Gründer und CEO der Globalance Bank

  • Reto Ringger stellte das Geschäftsmodell von Globalance vor und zeigt auf, wie dieses die zwei Megatrends «Nachhaltigkeit» und «Digitalisierung» vereinigt.
  • Von besonderem Interesse ist das innovative Datenvisualisierungs-Tool von Globalance (siehe ein Ausschnitt unten in Abbildung 1 sowie eine frühere Diskussion im Blog). Globalance kann derzeit detaillierte Analysen von 7’000 Unternehmen zeigen. Im Juni werden auch Obligationen (mit entsprechenden Ratings und Informationen) aufgeschaltet.
  • Globalance ist im vergangenen Jahr stark gewachsen (AuM +50%) und ist aktuell auch mit verschiedenen Banken im Gespräch, um das eigene Tool als Whitelabelling-Lösung anzubieten. Eventuell kommen bereits in diesem Jahr erste Anwendungen von anderen Banken, welche auf der Globalance Lösung basieren.

Abbildung 1: Referat von Reto Ringger

Open Wealth auf dem Mobile: Der innovative Ansatz von efficient.capital
Dominik Locher, Partner efficient.capital AG, CEO und Partner THETA Finance AG

  • Mit der Mobile App guide.capital von efficient capital lässt sich auf einfachem Weg das eigene Wertschriften Portfolio analysieren. Dazu können zahlreiche Informationen (Ratings, Nachhaltigkeit, Research) von verschiedenen Anbietern abgerufen und in der App aggregiert dargestellt werden. Der Zugriff auf Informationen verschiedener Anbieter wird über einen In-App Store ermöglicht.
  • Um die Titel des eigenen Depots in die App einzulesen, muss lediglich der Depotauszug fotografiert werden. Anschliessend führ die App einen Depotcheck durch.
  • Die Firma ist aktuell auf der Suche nach Partnern.

Abbildung 2: Referat von Dominik Locher

The Future of Collaboration in Corporate Banking
Younes El Addouti, Business Expert – API Strategy and Ecosystems Commerzbank

  • Younes El Addouti diskutierte die Zukunft von Ökosystemen und welche Rollen Banken (und auch die Commerzbank) darin einnehmen können. Ziel sollte immer sein, dass ein Ökosystem einen Mehrwert erzielt. Im Fokus sollten dabei immer die Kundenbedürfnisse sein.
  • Die Rolle einer Bank muss nicht immer die eines Orchestrators sein.
  • Je nach Thema sucht auch die Commerzbank die Rolle eines Produktanbieters. Zentral ist aber generell die Open API-Strategie der Bank.

Abbildung 3: Referat von Younes El Addouti

CrossBlock: Grossvolumige Investitionen in börsennotierte SMEs radikal vereinfachen
Julius Krieg, Gründer CrossBlock

  • CrossBlock erlaubt das Finden von Gegenparteien für den Kauf und Verkauf von grösseren Positionen von Nebenwerten. Die Plattform des noch jungen Startups ist somit vor allem für grosse private Anleger und institutionelle Investoren interessant. Die Firma eliminiert das Problem, dass grosse Positionen von Nebenwerten aufgrund tiefer Liquidität häufig nur in mehreren kleinen Transaktionen gehandelt werden können.
  • Wenn sich ein Käufer und ein Verkäufer auf der Vermittlungsplattform von CrossBlock gefunden und geeinigt haben, wird der Handel direkt in das System der Deutschen Börse eingespiesen und dort abgewickelt.
  • In einem ersten Schritt bietet CrossBlock seine Plattform in Deutschland, Österreich und Luxemburg an. Ein Schritt in die Schweiz ist aktuell noch nicht geplant, Schweizer Investoren können die Plattform aber nutzen für Käufe/Verkäufe von Wertschriften in den entsprechenden Ländern / Börsen.
  • CrossBlock sieht die nötige kritische Grösse etwa bei 500-800 Investoren, welche auf der Plattform aktiv sein müssen.

Abbildung 4: Referat von Julius Krieg

Kundendatenmanagement im Banking – eine Bestandesaufnahme
Prof. Dr. Nils Hafner, Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ – Hochschule Luzern-Wirtschaft

  • Nils Hafner stellte erste Resultate einer Studie vor, welche das Management von Kundendaten bei Banken untersucht. Die präsentierten (ersten) Erkenntnisse basieren auf einer Umfrage bei Schweizer Banken. Die Untersuchung wird aktuell auf Deutschland und Österreich ausgeweitet. Interessierte Banken, welche noch nicht an der Umfrage teilgenommen haben, dürfen sich gerne bei Nils Hafner melden.
  • Die Banken stehen auf verschiedenen Reifegradstufen beim Thema Datenmanagement. Der aktuelle Stand der Banken hängt häufig vom entsprechenden Budget ab.
  • Gerade die Möglichkeiten den Kunden gut zu kennen, Haushalts- und Gesamtunternehmenssichten zu bilden, wird im Wettbewerb
  • Nichtsdestotrotz gibt es gemäss Studie weiterhin Institute, welche die Relevanz des Themas Datenmanagement deutlich unterschätzen.

Abbildung 5: Referat von Nils Hafner

Der Pfad zur Data Driven Company
Dr. Felix Brill, CIO VP Bank

  • Felix Brill zeigt auf, wie die VP Bank das Thema Data Analytics angegangen ist. Das Thema ist in der Strategie der Bank verankert. Ein erster Schritt wurde nun mit einem Investment Advice System für Kundenberater/innen im Wealth Management gemacht. Das System wurde über drei Monate hinweg in Zusammenarbeit mit Zühlke entwickelt.
  • Dabei erhalten Kundenberater/innen spezifisch für einzelne Kundinnen und Kunden Vorschläge, wie das Portfolio optimiert werden kann. So werden beispielsweise auch die Gründe für eine Änderung des Portfolios aufgelistet (z.B. basierend auf Analystenempfehlungen) und Konsequenzen für das Portfolio angezeigt. Vorschläge können aber auch direkt and Kundinnen und Kunden weitergeleitet werden.
  • Das System wurde bei den Kundenberater/innen sehr gut aufgenommen, weil es eine unterstützende Funktion hat. Die Kundenberater/innen können immer selber entscheiden, was sie mit dem Vorschlag machen. Die Vorschläge gelangen dabei nicht direkt an die Kundinnen und Kunden.

Abbildung 6: Referat von Felix Brill

Daten Asset Management als neue Ertragsquelle im Retail Banking
Christian Kunz, Cofounder&CEO BitsaboutMe

  • BitsaboutMe ermöglicht Nutzer/innen mit einer App (Marktplatz), die eigenen Daten, welche bei zahlreichen Plattformen genutzt werden (z.B. Facebook, Migros Cumulus, Amazon etc.), einfach und transparent zu verwalten.
  • Durch das Zusammenführen und Verknüpfen von Daten verschiedener Firmen/Plattformen in der App, können Nutzer/innen spannende Einblicke gegeben werden (z.B. Nutri Score aller Einkäufe, oder im Finanzbereich z.B. auch eine Analyse und Klassierung aller Ausgaben (PFM) von sämtlichen Banken, bei denen man Kunde/Kundin ist).
  • Nutzer/innen können eigene Daten gegen ein Entgelt Firmen für die Verwendung freigeben und dadurch auch eine gewisse Hoheit über die Daten gewinnen.

Abbildung 7: Referat von Christian Kunz

Bridging the economic gender gap with Fintech
Angelyne Larcher, CEO Fea Money

  • Fea Money will in der Schweiz eine Bank nur für Frauen lancieren.
  • Viele Finanzprodukte sind gemäss Angelyne Larcher nicht auf den Kontext von Frauen zugeschnitten (z.B. Mutterschaft). Neben Finanzprodukten will Fea Money aber auch eine Community Plattform sein (u.a. mit einem Forum, Learning Center, Coaching).
  • Das Angebot von Fea Money basiert auf einer jährlichen Gebühr zwischen CHF 79 und CHF 119 (Zugriff auf Forum ist kostenlos). Fea Money ist aktuell auf Investorensuche und plant im Oktober mit ersten Angeboten live zu gehen.

Abbildung 8: Referat von Angelyne Larcher

Die Konferenz wurde unterstützt von Zühlke und SwissBanking. Wir danken herzlich für die Unterstützung!

Ausblick:

Die Retail Banking Konferenz findet am 25. November 2021 statt (13.20-18.00 Uhr). Wir planen derzeit, die Veranstaltung vor Ort durchzuführen und würden uns sehr freuen, Sie persönlich bei uns begrüssen zu dürfen!

Hier geht es zur Anmeldung.

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