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Krisenfeste Schweizer Banken?

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Von Prof. Dr. Christoph Lengwiler

Die Schweizer Banken sind krisenfester geworden. Die regulatorischen Vorschriften von Basel III haben in den letzten zehn Jahren Wirkung gezeigt, die Widerstandsfähigkeit der Schweizer Banken stark erhöht und der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Schweiz genützt. Mit der heutigen Ausgangslage könnten sowohl die Immobilienkrise der 90er Jahre als auch die Finanzkrise von 2007/2008 viel besser bewältigt werden als damals. Trotzdem hat es bei der Regulierung noch einiges Optimierungspotenzial, so zum Beispiel bezüglich einer besseren Abstimmung der Regulierung auf die Grösse und das Geschäftsmodell der jeweiligen Bank (Proportionalität). Zu diesem Schluss kommen die Herausgeber eines Buches, das Anfang Dezember im Verlag NZZ Libro erscheint. Das Buch wird an der Konferenz vom 5. Dezember 2017 vorgestellt.

Zehn Jahre nach der Finanzkrise ist die Umsetzung des neuen Regelwerks von Basel III auf der Zielgeraden. Die Eigenmittelvorschriften der Banken wurden verschärft, neue Liquiditätsregelungen geschaffen und spezielle Vorkehrungen für die erleichterte Sanierung und Abwicklung jener Banken, die «too big to fail» sind, eingeführt. Grund genug für die drei Herausgeber, Armin Jans, Christoph Lengwiler und Marco Passardi, zusammen mit weiteren Professoren der Hochschule Luzern und mit Fachspezialisten aus Wissenschaft und Praxis ein Buch zu verfassen, das der Frage nachgeht, ob die neue Regulierung die Schweizer Banken krisenfester gemacht hat. Entstanden ist ein 760-seitiges Werk mit einer interessanten Auslegordnung, welche die Entwicklungen der Regulierung und die heutige Situation der Schweizer Banken dokumentiert.

Die Herausgeber des Buches kommen zum Schluss, dass in der Schweiz die systemrelevanten Banken und die gesamte Bankbranche heute deutlich krisenresistenter sind als vor der Finanzkrise. Als Fazit ihrer Auslegeordnung zur Regulierung von Eigenkapital, Liquidität und «Too-Big-To-Fail» unter Basel III haben sie zwölf zusammenfassende Thesen formuliert und erläutert:

  • Der Swiss Finish stärkt den Finanzplatz Schweiz und ist zukunftstauglich
  • Hohe Anforderungen an das Eigenkapital und die Liquidität der Grossbanken sind zwingend
  • Das Proportionalitätsprinzip ist konsequenter umzusetzen
  • Stresstests und Kapitalplanungen sind für die Banken selbst und für die Bankenaufsicht nützlich
  • Die Wettbewerbsneutralität der Regulierung bleibt eine Herausforderung
  • Für die Abgeltung der Staatsgarantie der Kantonalbanken sollten klarere Regeln formuliert werden
  • Die Finanzkrise und die stärkere Regulierung haben keine Engpässe auf dem Kreditmarkt bewirkt
  • Die Risiken am Hypothekarkreditmarkt sind nicht zu unterschätzen
  • Die Selbstregulierung der Banken ist flexibel und wirksam
  • Die Einlagensicherung wirkt in den meisten, aber nicht in allen Fällen
  • Die Aussagekraft der Bankbilanzen bleibt ein wichtiges Anliegen
  • Eine starke Finanzmarktaufsicht mit klarer Regelung der Gesamtverantwortung ist wünschbar

Diese Thesen und die Fragen, ob die Schweizer Banken heute genügend krisenfest sind und was an der Regulierung noch verbessert werden kann, werden an der Konferenz «Krisenfeste Schweizer Banken?» vom 5. Dezember 2017 mit Exponenten der Schweizer Finanzbranche diskutiert.

Am Podium werden die folgenden Persönlichkeiten teilnehmen:

  • Dr. Thomas Bauer (Präsident Verwaltungsrat FINMA)
  • Dr. Janos Blum (Vizepräsident Bankrat ZKB)
  • Dr. Daniel Hunziker (Credit Suisse)
  • Prof. Dr. Tobias Straumann (Uni Zürich)
  • Prof. Dr. Christoph Lengwiler (Hochschule Luzern, Moderation)

Programm und Anmeldung Konferenz
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Inhaltsverzeichnis Buch

 

 

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