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Crowdfunding Monitoring 2015 – Studie zum Schweizer Crowdfunding Markt

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Von Prof. Dr. Andreas Dietrich und Simon Amrein

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Medienmitteilung

Crowdfunding-Markt wächst um 36 Prozent

2014 wurden in der Schweiz 15.8 Millionen Franken durch Crowdfunding vermittelt – im Vorjahr waren es noch 11.6 Millionen Franken. Das zeigt das «Crowdfunding Monitoring 2015» der Hochschule Luzern und Swisscom. Das starke Wachstum ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Bereiche Crowdlending sowie Crowdsupporting/Crowddonating massiv zulegen konnten. (Hier finden Sie die Studie)

Vom Kleinkredit für die Hochzeit über die Finanzierung eines jungen Unternehmens bis hin zur Unterstützung eines Kinderbuchprojekts: Crowdfunding, auch Schwarmfinanzierung genannt, ist eine Art, um via Internet Geld zu sammeln und zu investieren. Es werden vier verschiedene Crowdfunding-Formen unterschieden (Details siehe Box): Crowdinvesting (Geld gegen Unternehmensbeteiligung), Crowdlending (Geld gegen Zins), Crowdsupporting (Geld gegen Güter/Dienstleistungen) und Crowddonating (keine direkte Gegenleistung). Zum zweiten Mal hat das Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern diesen Markt hierzulande unter die Lupe genommen und präsentiert die Resultate im «Crowdfunding Monitoring Schweiz 2015». Dafür hat das Forschungsteam die Daten sämtlicher im vergangenen Jahr hierzulande aktiven Plattformen – insgesamt 15 – ausgewertet. In den letzten Monaten sind jedoch noch zahlreiche Marktteilnehmer hinzugekommen. Per Ende April 2015 waren 30 Plattformen mit einer Niederlassung in der Schweiz aktiv, darunter ist mit der Basellandschaftlichen Kantonalbank seit Ende 2014 eine erste klassische Bank.

Seit 2011 hat sich das Volumen verfünffacht

15.8 Millionen Franken wurden 2014 in der Schweiz durch Crowdfunding vermittelt – 36 Prozent mehr als im Vorjahr, im Vergleich zu 2011 hat sich das Volumen gar verfünffacht. Das vermittelte Geld entfällt auf 1078 Kampagnen, wie die Phase des Geldsammelns bezeichnet wird. «Die eindrücklichen Wachstumszahlen dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass die absoluten Beträge immer noch sehr tief sind und der Crowdfunding-Markt in der Schweiz im Vergleich zu den USA oder Grossbritannien nach wie vor in den Kinderschuhen steckt», sagt Finanzprofessor Andreas Dietrich, der die Studie zusammen mit Simon Amrein und mit Unterstützung der Swisscom verfasste. Fast die Hälfte des Gesamtvolumens generierten Crowdsupporting/Crowddonating, 29 Prozent entstammt Crowdinvesting und 22 Prozent Crowdlending. Dabei legten insbesondere die Bereiche Crowdsupporting/Crowddonating und Crowdlending von 2013 auf 2014 massiv zu: um 82 Prozent, respektive 95 Prozent.

Markt für Konsumkredite wächst rasant

Das rasante Wachstum von Crowdlending präsentiert sich im Detail wie folgt: Die vergebenen Konsumkredite nahmen von 1.8 auf 3.5 Millionen Franken zu, die Anzahl Kampagnen stieg von 116 auf 214, wovon alle erfolgreich finanziert wurden. Das überrascht die Studienautoren nicht. «Investitionen in Crowdlending sind bei Anlegern zunehmend beliebt, weil solche Anlagen in den vergangenen Jahren attraktive Renditen bei bisher tendenziell tiefen Risiken versprachen», sagt Dietrich. «So liegt die derzeitige Herausforderung für Crowdlending-Plattformen nicht darin, Kapitalgeber zu finden. Schwieriger ist vielmehr, Kapitalsuchende auf die Plattformen zu bewegen.» Trotz des enormen Zuwachses ist der Crowdlending-Markt aber nach wie vor eine Nische: Das Volumen von 3.5 Millionen Franken ist verschwindend klein im Vergleich zu den knapp 3.9 Milliarden Franken, für welche 2014 im Konsumkreditmarkt neue Kredite abgeschlossen wurden.

Eine Plattform, die hierzulande privaten Kreditnehmern die Geldsuche via Internet ermöglicht, ist Cashare, die erste Crowdfunding-Plattform überhaupt in der Schweiz. Für das Monitoring der Hochschule Luzern hat sie alle Daten zu den vermittelten Darlehen zwischen 2008 und 2014 zur Verfügung gestellt. Deren Analyse ermöglicht eine Charakterisierung der Darlehensnehmer: Ihr Durchschnittsalter ist 38 Jahre, 76 Prozent sind Männer und über zwei Drittel Schweizer, ein Fünftel hat bei Darlehensabschluss mindestens ein Kind unter 16 Jahren, 37 Prozent leben in einer Ehe und 19 Prozent sind Wohneigentümer. 60 Prozent aller seit 2008 vermittelten Darlehen gingen an Personen unter 40 Jahren. Über 60-Jährige waren in vier Prozent der erfolgreichen Projekte Darlehensnehmer. «Diese Altersverteilung zeigt, dass Crowdlending zurzeit noch vorwiegend eine Angelegenheit der technologieaffinen Generation Y ist», sagt Andreas Dietrich.

Beliebte Finanzierungsart für Musikprojekte

Für das Monitoring hat die Hochschule Luzern auch den Bereich Crowdsupporting/Crowddonating genauer angeschaut, der in den vergangenen Jahren konstant gewachsen ist: 2011 wurden noch 300ʼ000 Franken vermittelt, letztes Jahr waren es bereits 7.7 Millionen Franken. 854 von 1434 lancierten Kampagnen konnten damit erfolgreich finanziert werden. Weiter stellt Dietrich fest: «Crowdsupporting und Crowddonating etablieren sich insbesondere im Kulturbereich zunehmend als alternative Finanzierungsart.» So kamen für 216 Musik-, Konzert- und Festival-Kampagnen 2014 knapp 1.5 Millionen Franken zusammen, durchschnittlich also rund 6ʼ850 Franken. Aber auch die Kampagnen, die in Richtung «Technologie, Business, Start-up» gingen, brachten circa 1.5 Millionen Franken ein. Dafür waren aber nur 40 Projekte nötig, für die durchschnittlich 36ʼ600 Franken vermittelt wurden.

Die Zahlen zu Crowdfunding in der Schweiz werden vom Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern in Zusammenarbeit mit Swisscom jährlich erhoben.

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Hier können Sie die aktuelle Studie herunterladen.

Um die Studie herunterzuladen, füllen Sie bitte dieses Formular aus. Sie gelangen anschliessend zum Downloadlink.

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Die vier Formen von Crowdfunding

Je nach Gegenleistung, die der Kapitalgeber für seine Investition erhält, werden vier Formen von Crowdfunding unterschieden:

  • Crowdinvesting: Ein Start-up sammelt auf diese Weise Kapital für die Umsetzung seiner Geschäftsidee. Als Gegenleistung werden die Investoren am Unternehmenserfolg beteiligt.
  • Crowdlending: Bei dieser Form geht es um die Vermittlung von Darlehen zur Finanzierung von Unternehmen oder Privaten. Als Gegenleistung erwarten die Darlehensgeber eine risikogerechte Rendite. Die Projekte, die auf diese Weise finanziert werden, sind sehr unterschiedlich: Ein Familienauto, Hochzeitsvorbereitungen, eine Zahnspange oder ein Start-up.
  • Crowdsupporting: Diese Kategorie beinhaltet häufig kulturelle und soziale Projekte sowie Vorhaben aus dem Bereich Sport. Der Investor erhält für seinen Beitrag eine einmalige Gegenleistung: Wer z.B. das Album einer Band mitfinanzieren möchte, bekommt die CD nach deren Produktion kostenlos.
  • Crowddonating: Damit lassen sich vor allem soziale, karitative und kulturelle Projekte (z.B. Orchesterkonzerte, Hilfsprojekte einer Non-Profit-Organisation) finanzieren. Die Unterstützungsbeiträge sind reine Spenden, die nicht an eine Gegenleistung geknüpft sind.

 

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Press Release

Crowdfunding market growing by 36 percent

In 2014, CHF 15.8 million was raised in Switzerland via crowdfunding, while this figure was CHF 11.6 million the year prior, according to the Crowdfunding Monitoring 2015 report issued by the Lucerne University of Applied Sciences and Arts and Swisscom. This strong growth is in particular attributable to massive gains in Crowdlending, reward-based crowdfunding and crowddonating. (Download the study here)

From microloans for weddings and funding for a start-up to supporting a children’s book project – crowdfunding is a method of raising and investing funds over the Internet for a variety of projects. Crowdfunding can be divided into four different types (see box for details): Crowdinvesting (money for a share in a company), crowdlending (money for interest), reward-based crowdfunding (money for goods/services) and crowddonating (no direct consideration). The Institute of Financial Services Zug IFZ of the Lucerne University of Applied Sciences and Arts has analysed the Swiss crowdfunding market for the second time and is presenting its findings in the “Crowdfunding Monitoring Switzerland 2015”. The research team has gathered data from all platforms active in Switzerland in the past year – a total of 15. However, several market participants have entered the scene over the past months. As of the end of April 2015, there were 30 active platforms with an office in Switzerland, including Basellandschaftliche Kantonalbank since late 2014, making it the first bank entering the Swiss crowdfunding market.

Volume increased five times since 2011

In 2014, CHF 15.8 million was raised in Switzerland via crowdfunding – 36% more than the previous year. In comparison to 2011, the volume has increased as much as five times. The funds raised were distributed between 1078 campaigns. „However, the spectacular growth figures should not be permitted to conceal the fact that the absolute amounts are still very low and that the Swiss crowdfunding market is still in its infancy in comparison to the US and the UK,“ says Andreas Dietrich, Professor of Finance, who co-authored the study with Simon Amrein. Reward-based crowdfunding and crowddonating generated nearly half of the total volume, while 29% came from crowdinvesting and 22% from crowdlending. Reward-based crowdfunding/crowddonating and crowdlending in particular experienced massive year-on-year growth rates between 2013 and 2014 – 82 percent and 95 percent, respectively.

Market for consumer loans growing rapidly

The rapid growth of crowdlending is presented in detail as follows: The value of consumer loans raised increased from CHF 1.8 to 3.5 million, with the number of campaigns rising from 116 to 214, all of which were successfully funded. This did not come as a surprise to the authors of the study. „Investments in crowdlending enjoy increasing popularity from investors, because these types of investments have promised attractive returns over the past years while the risks have tended to be rather low so far,“ says Dietrich. „As a result, the current challenge of crowdlending platforms is not finding investors. On the contrary, it is more difficult to get borrowers on the platforms.“ In spite of its enormous growth, the crowdlending market is still a niche. Its volume of CHF 3.5 million is extremely small in comparison to the nearly CHF 3.9 billion in new loans raised on the consumer loan market in 2014.

One platform that enables private borrowers in Switzerland to raise funds over the Internet is Cashare, the first ever crowdfunding platform in Switzerland. Cashare provided all of its data on loans raised between 2008 and 2014 for this year’s crowdfunding report. Analysis of this data enables borrowers to be characterised. Their average age is 38, 76 percent are men and over two thirds are Swiss, one fifth had at least one child under the age of 16 at the time the loan was raised, 37 percent are married and 19 percent are homeowners. 60 percent of all loans raised since 2008 went to people under the age of 40. Four percent of the borrowers in successful projects were over 60 years of age. „This age distribution shows that crowdlending is currently still primarily a fixture of the tech-savvy Generation Y,“ says Andreas Dietrich.

Popular method of funding for music projects

The Lucerne University of Applied Sciences and Arts‘ report also took an in-depth look at reward-based crowdfunding/crowddonating, which has grown non-stop over the past years. CHF 300,000 was raised in 2011, and this figure had already reached CHF 7.7 million last year. 854 of 1434 of the campaigns launched were successfully funded. Dietrich also noted that, „reward-based crowdfunding and crowddonating are increasingly establishing themselves as an alternative method of funding, in particular in relation to cultural projects.“ As a result, nearly CHF 1.5 million was raised for 216 music, concert and festival campaigns in 2014, for an average of around CHF 6850. However, „Technology, business and start-up“ campaigns also brought in approximately CHF 1.5 million. And yet only 40 projects were needed to reach this amount, with an average of CHF 36,000 raised.

The Institute of Financial Services Zug IFZ of the Lucerne University of Applied Sciences and Arts compiles the Swiss crowdfunding figures annually.

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Downdload the study here.

 

The four types of crowdfunding

There are four different types of crowdfunding in Switzerland, categorised according to the consideration that funders receive for their investment:

  • Crowdinvesting: Start-ups use this method of raising capital to implement their business ideas. Investors get a share in the company’s profit in return for their investment.
  • Crowdlending: Crowdlending enables companies and individuals to access funding by raising loans. In return for their loan, lenders expect a risk-adjusted return on their investment. Very diverse projects are funded in this manner – from family cars and wedding preparations to start-ups.
  • Reward-based crowdfunding: This category mostly includes cultural, social and sports projects. Funders receive one-off consideration for their contributions. For example, those who help to fund a band’s album will receive the final CD free of charge.
  • Crowddonating: Crowddonating is mainly used to fund social, charitable, cultural, or political projects (e.g. orchestra concerts and aid projects run by non-profit organisations). The contributions are simple donations that are not associated with any consideration.

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