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PM01_Platinen. Drehpotis. Patches.

2013 · Studierendenarbeiten 2013 | 21. November 2013 | kakindle

PM_1_3_Gerhard_Müller

SOUNDCYCLE: Arbeit von Livia Müller (Kunst &Vermittlung) und
Zoë Genhart (Kunst & Vermittlung)

Von der anfänglichen Aufgabestellung, Geräusche in unserer Umgebung zu beobachten und aufzunehmen, sind wir auf die verschiedenen Klänge eines Fahrrads aufmerksam geworden. Mit den Inputs der Dozenten zu verschiedenen Werken, welche selbstgebaute Instrumentarien vorstellten, wollten auch wir den Versuch wagen, uns ein eigenes Instrument zu bauen. Von Anfang an war uns wichtig, ohne Computer analog zu arbeiten und so viel wie möglich selbst zu konstruieren.

INSTUMENTARIUM

Als Ausgangsmaterial für unser Vorhaben diente uns ein altes ausrangiertes Fahrrad, welches seine ursprüngliche Funktion – einen von einem Ort zum anderen zu transportieren – seit längerer Zeit nicht mehr erfüllte. Diesem, seinem Sinn enthobenen Objekt, gaben wir eine neue Funktion als Grundelement unseres Instrumentariums. Wir haben auch mit dem Gedanken gespielt, für unsere Arbeit das Fahrrad in Einzelteile zu zerlegen, haben uns schlussendlich aber dagegen entschieden, da uns das Fahrrad als Alltagsgegenstand wichtig war und wir mit dem ganzen Organismus arbeiten wollten.

Mit Hilfe von zusätzlichen Dynamos und Lichtelementen, diversen Lichtsensoren, Piezos und Lautsprecherchassis, einem Mischpult und zwei Boxen wurde das Fahrrad zu unserem Instrument und Klangkörper umfunktioniert. Den Raum und seine Akustik haben wir als Teil unseres Instrumentariums betrachtet. Die Klänge, mit welchen wir gearbeitet haben, sind nebst den mechanischen Klängen, welche dem Fahrrad üblich sind, auch elektronische Klänge, welche durch Rückkopplungen und die Lichtsensoren erzeugt wurden. Da die Klänge automatisch mit dem Licht gekoppelt sind, wurde das Fahrrad zugleich zu einem Licht-Instrument.

PERFORMANCE

Um das Zusammenspiel von Sound und Licht hervorzuheben, hat die Performance in einem abgedunkelten Raum stattgefunden. Bei der Performance befindet sich eine Person am Mischpult hinter dem Fahrrad, die andere Person sitzt auf dem Fahrrad und bedient das Instrumentarium direkt über die Pedale. Ein Lichtelement unter dem Fahrradsattel erleuchtet den Rock, der auf dem Fahrrad sitzenden Person, wodurch die Kleidung der Person auch Teil des Lichtkonzepts wird.

Da bisher dieses Licht direkt von der zweiten Person angeschaltet wurde, entstand der Eindruck einer sexuellen Anspielung, welche nicht beabsichtigt war. Zukünftig wird deshalb das Licht mit einer Schaltung vom Boden aus zu bedienen sein.

Des Weiteren werden wir für den kommenden Auftritt am Poolloop – Festival erneut die Verstärkung einzelner Elemente über das Mischpult prüfen und versuchen die Performance auf die neue Räumlichkeit abzustimmen.