Frohburgsteg | Coaching2

Standort & Erschliessung

Der 176m lange Frohburgsteg verbindet den Bahnhof Luzern mit dem seeseitig georteten Tribschenquartier. Er überquert die darunterliegenden Bahngleise und bildet somit eine zweckmässige Abkürzung für Fussgänger, um vom Wohnquartier in die Innenstadt zu gelangen.

Auf der einen Seite ist die Passerelle über einen unscheinbaren Aufzug oder über eine Stahltreppe vom Gleis 14 aus erschlossen. Ausserdem ist er von der Zufahrtsrampe des Bahnhofparkhauses begehbar. Für nicht ortskundige Passanten ist der Frohburgsteg schwer auffindbar. Er ist versteckt gelegen und spärlich signalisiert. Ausser einem Namensschild am Beginn der Überführung gibt es keine weiteren Beschilderungen, die den Steg vom Bahnhof aus lokalisieren.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Steges bildet der geschlossene Treppenturm mit innenliegendem Aufzug den Eingangsbereich zum Frohburgsteg. Er ist weder sonderlich attraktiven noch schnell und praktisch zugänglich. Eine orientierende Signaletik gibt es hier nicht, einzig ein Symbolschild, das die Richtung zum Bahnhof wegweisen soll.

Gemäss dem Online-Magazin Zentralplus.ch wird «auf Grund des Grossprojektes Rösslimatt-Areal, welches in den nächsten Jahren beim seeseitigen Zugang zum Frohburgsteg entstehen soll, der Treppenturm ausgebaut und offener gestaltet. Es wird eine viel weitläufigere und komfortablere Treppe geplant. So erhält das Rösslimatt-Areal ein attraktives Eingangstor.»[1]


[1] Lipp 2021.

Raumwahrnehmung

Der Frohburgsteg wirkt in seiner Art sehr unscheinbar. Graue Stahlträger und das weisse Geländer gestalten den Frohburgsteg farblos. Zigarettengeruch und das Quietschen der darunter fahrenden Züge sind nicht sehr angenehm. Was den Ort jedoch so lebendig und einzigartig macht, sind die Menschen, welche ihn überqueren. Auch die Strahlen der Abendsonne und der Pilatus geben einem ein behagliches Gefühl, welches das hektische Passieren der Brücke etwas beruhigender macht.

Licht auf dem Frohburgsteg

Tagsüber ist keine künstliche Beleuchtung notwendig, da der Steg offen ist und somit genügend Tageslicht vorhanden ist. Die auf- und abführenden Stahlträger und das Gitter ausserhalb, erzeugen ein ansprechendes Schattenspiel. 

Für das Licht in der Nacht ist bereits eine künstliche Beleuchtung montiert. Diese wurde mit Fluoreszenzleuchten realisiert, welche eine Farbtemperatur von etwa 4000 Kelvin aufweisen. Somit ist die ganze Beleuchtung eher einfach gehalten. Es reicht jedoch aus, um sich sicher über den Frohburgsteg zu begeben.

Es wurde an verschiedenen Orten Beleuchtungsstärkemessungen durchgeführt, um herauszufinden wie die Beleuchtungssituation ist und ob die Normen eingehalten wurden.

Man sieht, dass alle Werte eingehalten wurden. Sehr ansprechend ist die Beleuchtung zwar nicht, doch sie erfüllt ihren Zweck.

Sicherheit

Tagsüber ist der Frohburgsteg sehr belebt. Viele Menschen nutzen Ihn, um die Gleise zu überqueren, um zum Bahnhof oder zur Hochschule zu gelangen. Nachts ist der Frohburgsteg nicht hoch frequentiert und wirkt unheimlich. Deshalb fühlt man sich nachts eher unsicher, dieses Gefühl wird verstärkt durch die schlechte Beleuchtung. 

Die künstliche Beleuchtung durch Leuchtstoffröhren erhellen nicht alle Stellen auf dem Steg. Kombiniert mit dem lauten Knacken des Bodens, erweckt dies ein Gefühl von Unsicherheit und Unbehagen. Des weiteren ist die Erschliessung des Stegs schwer auffindbar. Sie erfolgt von einer Seitenstrasse über den Treppentrum. Zusätzlich kann man von einem schlecht beschilderten Zugang über den Bahnhof zum Frohburgsteg gelangen.

Im Jahr 2010 hat eine Bande Jugendlicher, einen jungen Mann auf dem Frohburgsteg zusammengeschlagen und ausgeraubt. Diese Tatsache trägt zusätzlich zum Unbehagen bei.

Wir haben uns daher Lösungsvorschläge überlegt, wie der Frohburgsteg einladender und sicherer gestaltet werden kann. 

Lösungsansätze

Zugang

Der Zugang zu dem Steg, sei es von der Bahnhofsseite oder dem Tribschenquartier, ist schwer auffindbar. Dies führt dazu, dass der Steg vor allem bei Nacht nicht stark frequentiert ist. Dadurch wird es für die Passanten unheimlich den Steg zu überqueren. Unser Ziel ist es, die Zugänge des Frohburgstegs offener und einladender zu gestalten. Mit Hilfe einer einladenden Treppe werden die Passanten über die Brücke zum Bahnhof geführt.

Lichtführung

Mangelnder Lichteinsatz führen zu dunklen Stellen. Unsere Absicht ist es, diese Stellen ausreichend und mit gezielten Mitteln zu beleuchten, sowie auch mit Einsatz des Sonnenlichts den Frohburgsteg freundlicher und sicherer zu gestalten.

Materialisierung

Auffallend am Frohburgsteg ist die starre Materialisierung. Die Konstruktion des Stegs ist klar ersichtlich. Laute Geräusche werden durch die Materialwahl unterstützt. Dies wird ausdrücklich bei dem Boden und der Decke erkennbar. Die Menschen starren auf das Ende des Stegs, anstatt die Aussicht zu geniessen. Die Idee ist es nun, mit Hilfe einer gezielten Material- und Lichtwahl den Passanten Sicherheit und Stressreduktion zu gewährleisten.

Literatur- und Quellenverzeichnis

Lipp, Jacqueline: Mehr Platz und Licht im Hinterhof des Bahnhofs Luzern. In: zentralplus.ch, 04.04.2021. Aufgerufen von https://www.zentralplus.ch/mehr-platz-und-licht-im-hinterhof-des-bahnhofs-luzern-2046887/ (03.10.2021)

SECO. (2018) Wegleitung zu den Verordnungen 3 und 4 zum Arbeitsgesetz (Gesundheitsschutz/ Plangenehmigung).

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