Reality Check: Forschungsmodul “Kunst + Vermittlung”

Im Zentrum des Forschungsmoduls (22. Oktober bis 26. November 2013) stehen die aktuellen Diskurse um Kunstvermittlung im ausserschulischen Kontext. Dabei werden gleichzeitig theoretische Konzepte und Ansprüche mit institutionelle Realitäten in Beziehung gebracht und Handlungspraxen reflektiert und neue Formen und Formate entworfen. Als Kurzinputs werden Fragen, Methoden und Praxen aus verschiedenen Forschungsprojekten in die Diskussion eingeführt.

Lernziel:
Die Studierenden lernen die Arbeitsfelder der Kunstvermittlung kennen. Sie besuchen und bewerten je ein exemplarisches Vermittlungsformat und reflektieren dieses in der Gruppe und unter Berücksichtigung relevanter Theorien. In einem Reality Check werden Ansprüche und Widersprüche zwischen (Vermittlungs-)Personen, Publika, (Vermittlungs-)Gegenständen, (Vermittlungs-)Formaten und Institutionen lokalisiert und als Handlungsfelder identifiziert.

Methoden:
Kurzinputs, Gruppenarbeiten, Recherchen und Lektüre von Literatur, individuelle Besuche in Ausstellungen mit Vermittlungsformaten, Diskussionen

Literatur:
wird via Illias zur Verfügung gestellt.
Online-Ressource http://www.kultur-vermittlung.ch/zeit-fuer-vermittlung

Programm:
Dienstag 22. Oktober, 9.30 bis 12.30 und 13.30 bis 17.00 Uhr, Masteredukationsstandort Littau, Raum 301
Einführung ins Thema, Forschung und Entwicklungsprojekte zur Vermittlung, Lektüre der Online-Ressource “Zeit für Vermittlung”, Erarbeitung einer Kriterienliste für Vermittlungsformate

1 Tag Selbststudium
Textlektüre und Recherchen von Institutionen und Vermittlungsformaten
Individuelle Teilnahme an einem selbstgewählten Vermittlungsformat. Verfassen eines Protokolls und Vorbereitung einer Kurzpräsentation im Plenum.

Dienstag, 19. November, 9.30 bis 12.30 Uhr, Masteredukationsstandort Littau, Raum 301
Präsentationen der ersten Hälfte der Protokolle und Diskussion, Kurzinputs

26. November, 9.30 bis 12.30 Uhr, Masteredukationsstandort Littau, Raum 301
Präsentationen der zweiten Hälfte der Protokolle und Diskussion, Abschlussdiskussion

Leistungsnachweis:
Anhand der gemeisam entwickelten Checkliste wird ein frei gewähltes Vermittlungsformat besucht und protokolliert. Aus dem Protokoll und den Diskussionsbeiträgen in der Gruppe wird ein kurzer, prägnanter Bericht verfasst, der mögliche Empfehlungen zur Weiterentwicklung des jeweiligen Vermittlungsformates zuhanden der Institution bzw. der Vermittlungsperson enthält. Abgabetermin: bis 6. Dezember.

Was heisst schon Kulturvermittlung? Symposium vom 9. bis 12. Mai 2013 in St. Pölten

Das Internationale Symposium Kulturvermittlung schafft einen Raum, in dem KulturvermittlerInnen, PädagogInnen, StudentInnen und WissenschaftlerInnen, sowie MitarbeiterInnen von Kulturinstitutionen zusammenkommen, um ihre Erfahrungen auszutauschen und neue Ansätze zur Kulturvermittlung zu beleuchten.

In Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops werden Bedeutung und Stellenwert der Kulturvermittlung analysiert und einer Bestandsaufnahme unterzogen.

Ziel ist, die Vielfältigkeit der Kulturvermittlung und ihre Rolle in der bildungspolitischen Debatte aufzuzeigen und somit Erfahrungsaustausch, wechselseitiges Lernen und Reflexion zu ermöglichen.

Die Schwerpunktthemen des Symposium Kulturvermittlung 2013 liegen auf den Bereichen soziale Inklusion, Partizipation und emotionale Intelligenz. Weiters wird untersucht ob und in welcher Form diese Faktoren auf Lernprozesse einwirken.

Wir sind davon überzeugt, dass Phantasie, Kreativität und Innovation in jedem Menschen stecken. Das kann und soll gefördert werden!

Die hochkarätige Veranstaltung findet im Rahmen des partizipatorischen Tanz- und Musikprojekts „alles bewegt“ des Festspielhaus St. Pölten statt, bei  dem  Menschen  aller  Alters-  und Bevölkerungsgruppen  gemeinsam  mit  internationalen  ChoreografInnen  ein  abendfüllendes Tanzstück erarbeiten.  Seit  September  2012  wird  in  einer  Musik-  und  sechs  Tanzcommunities regelmäßig geprobt, das Ergebnis des einjährigen Probenprozesses wird am 11. Mai 2013 im Großen Saal des Festspielhaus St. Pölten uraufgeführt.

Das Symposium ist eine Veranstaltung der Niederösterreichischen Kulturwirtschaft (NÖKU) und wird von der Kulturvermittlung Niederösterreich organisiert.

Im Rahmen des Symposiums findet die Zertifikatsverleihung des Lehrgangs “Weiterbildung Kulturvermittlung” statt.

Download Programm als PDF

Das Programm und die Literaturliste zum Workshop “Ein- und Ausschlüsse in der Kunst- und Musikvermittlung” gibt es  hier als PDF. Der Workshop wurde im Co-Teaching von Blanka Šiška und Christoph Lang durchgeführt.

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Arbeit am Glossar: Forschungsmodul “Kunst + Vermittlung”

«Es gibt kein besseres System, um Chaos zu erzeugen, als das Alphabet. Bring etwas in eine alphabetische Ordnung, und schon hast du das totale Chaos! Und genau an diesem Chaos liegt mir etwas.» Michael Glasmeier

Forschungsmodul “Kunst + Vermittlung” Master of Arts in Fine Arts Hochschule Luzern, Design & Kunst
12. und 13. November und 19. und 20. November 2012
Leitung: Christoph Lang und als Gast Anna Bühler

Im Zentrum des Moduls steht die gemeinsame Erarbeitung eines Glossars zur Kunstvermittlung. Der soeben erschienene erste Band zum „Bundeskongress Kunstvermittlung“ 1 enthält ein solches Glossar, das als Ausgangspunkt für unsere Aufgabe dient. Auch das Buch 2 zur Kunstvermittlung an der documenta 12 enthält ein thematisches Glossar; weitere Literatur wird natürlich hinzugezogen werden.
Die Aufgabe der Studierenden wird es sein, erstmals die relevanten Begriffe für „unser“ Glossar zur Kunstvermittlung festzulegen und anschliessend dafür selber Einträge zu verfassen, bestehende Einträge zu kommentieren und die Begriffe miteinander in Beziehung zu setzen (dafür müssen gelegentlich auch Primärtexte konsultiert werden). Diese Tätigkeit wird individuell und in Kleingruppen erfolgen und laufend für die Gesamtgruppe transparent gemacht.

Das Forschungsmodul „Kunst+Vermittlung“ findet im Herbstsemester 2012 zum vierten Mal statt und jede Durchführung hatte einen anderen Fokus auf die Vermittlungsforschung gelegt. Im Sinne einer Bilanz werden während dem Modul Ansätze und Projektideen (auch von Studierenden) aus diesen Modulen vorgestellt und diskutiert. Als Gast wird die MAT-Absolventin Anna Bühler den Hintergrund ihres Projekts Rezipientenproduktion erörtern und ihren Bezug zur Kunstvermittlung herstellen.

Ursprünglich stand das Forschungsmodul in direktem Zusammenhang mit dem SNF-Forschungprojekt „Kunstvermittlung in Transformation“ (Forschungsphase 2009-2010, Publikation 4 und Symposium 2012). Seither wurden in diesem Forschungsfeld weitergearbeitet und dies wird anhand von kurzen Inputs dargelegt („Feldforschend Kunst vermitteln“ Workshop mit Christine Heil und Susanne Kudorfer und „Diversity in Vermittlung von Kunst und Musik!“ Statement für www.kultur-vermittlung.ch).

Literatur:
1) Heil, Kolb, Meyer (Hrsg.): s h i f t # Globalisierung # Medienkulturen # Aktuelle Kunst, München 2012, S. 95-165.
2) Mörsch, Carmen (Hrsg.): Kunstvermittlung 2. Zwischen kritischer Praxis und Dienstleistung auf der documenta 12, Zürich/Berlin 2009, S. 357-381.
3) Mörsch, Settele et. al. (Hrsg.): Kunstvermittlung in Transformation. Perspektiven und Ergebnisse eines Forschungsprojektes, Zürich 2012.
Die Literatur wird direkt im Seminar abgegeben und kann dann auch als PDF bezogen werden.

Als Einstieg wird folgender Text gelesen und diskutiert:
Sternfeld, Nora: €œDer Taxispielertrick. Vermittlung zwischen Selbstregulierung und Selbstermäˆchtigung, in: ed. Schnittpunkt (Beatrice Jaschke, Charlotte Martinz-Turek und Nora Sternfeld), Wer spricht? Autorität und Autorschaft in Ausstellungen, Wien: Turia und Kant 2005, pp. 15-30. PDF

Wieviel Kunst braucht die Kunstpädagogik?

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Die erste Publikation zum “Bundeskongress der Kunstpädagogik 2010-12” ist erschienen: S h i f t # Globalisierung # Medienkulturen # Aktuelle Kunst. Herausgegeben von Christine Heil, Gila Kolb und Torsten Meyer bringt das Buch Essays und Berichte vom EduCamp am ZKM in Karlsruhe, das auf die Ausstellung “The global Contemporary. Kunstwelten nach 1989” fokussierte. Weiter gibt es ein Glossar zur Kunstvermittlung zum als Autor/innen auch Dozierende der Hochschule Luzern beigetragen haben: Alexandra D’Incau, Christoph Lang, Susanne Kudorfer und Bernadett Settele.

Informationen des Verlags und Bestellmöglichkeit

Heil, Kolb, Meyer (Hrsg.): s h i f t # Globalisierung # Medienkulturen # Aktuelle Kunst, München 2012, 250 Seiten
ISBN 978-3-86736-161-3 18,00 €

Thek / Moser Camp

Studentinnen, Studenten, Dozenten, Dozentinnen, Absolventen und Absolventinnen der Hochschule Luzern Design & Kunst schlagen im Kunstmuseum Luzern von August bis November ein Lager auf und entwickeln im Kollektiv mit weiteren Beteiligten Projekte zu den Ausstellungen Paul Thek, In Process und Martin Moser (ca. 1500-1568). Jeden Dienstag um 13.00 Uhr finden öffentliche Versammlungen statt, an denen sich auch die Besucherinnen und Besucher des Museums und weitere Interessierte beteiligen können.

Drei ebenfalls öffentliche Theorie-Foren laden zur Reflexion und Diskussion zentraler Fragestellungen ein.

19.09.2012, 16.00 – 17.30 Uhr: Kollaborative Arbeitsweisen
10.10.2012, 16.00 – 17.30 Uhr: Performative Strategien
31.10.2012, 16.00 – 17.30 Uhr: Dokumentarische Fiktionen

Eine Kooperation des Kunstmuseums Luzern mit der Hochschule Luzern Design & Kunst im Rahmen des Entwicklungsprojektes Kompetenzzentrum für Kunstvermittlung. Mit: Alexandra D`Incau, Prisca Wüst, Patrick Rohner, Chris Aschwanden, Susanne Kudorfer, Stephan Wittmer, Sarah Bühler, Lukas Geisseler, Sabine Gebhardt Fink und weiteren Studierenden des 1. Semesters Master Kunst.

Blog

Publikation Kunstvermittlung in Transformation ist erhältlich

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Die Publikation (320 Seiten und DVD) zum Forschungsprojekt ist direkt beim Verlag Scheidegger & Spiess für CHF 42.- erhältlich.

Mörsch, Settele et. al. (Hrsg.): Kunstvermittlung in Transformation. Perspektiven und Ergebnisse eines Forschungsprojektes, Zürich 2012.

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Workshops der Tagung sind ausgebucht

Wir wurden mit Anmeldungen zu den Workshops überschwemmt. Die Teilnehmerzahl wurde noch nach oben korrigiert, aber leider werden nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden können. Wer sich bisher nicht angemeldet hat, hat keine Chance mehr!

Der öffentliche Programmteil am Freitagabend, 9. März kann mit einem gültigen Museumseintritt besucht werden. Es beginnt um 18.00 Uhr mit einem Vortrag über «Kunstvermittlung nach der Institutionskritik» von Carmen Mörsch, Leiterin des Institute for Art Education der Zürcher Hochschule der Künste. Ab 19.30 Uhr hält der Londoner Kunstprofessor David Dibosa seinen Keynote-Vortrag «What, no audience? The end of audiences as legitimators of cultural power in the art museum». Anschliessend findet die Vernissage zum Buch «Kunstvermittlung in Transformation» inkl. Apéro statt.

Tagung Kunstvermittlung in Transformation am 9. und 10. März in Luzern

Eine Arbeitstagung zur Vermittlung als Forschung und Veränderung von Institutionen und Verhältnissen

 

am 9. und 10. März 2012 im Kunstmuseum Luzern

Das Projekt Kunstvermittlung in Transformation (KiT) hatte das Ziel, Perspektiven für die Entwicklung und Erforschung der institutionellen Kunstvermittlung zu erarbeiten. Die Ergebnisse aus den fünf Teilprojekten sollen in dieser Tagung dem Berufsfeld vorgestellt werden und als Grundlage der Diskussion und Weiterentwicklung dienen.
Mit gezielt eingeladenen Expertinnen und Experten bearbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den KiT-Forschungsgruppen Fragestellungen, die sich während des Projektes ergeben haben. Die Ergebnisse des Projektes werden so in den internationalen Kontext des Berufs- und Forschungsfeldes eingespiesen, um gemeinsame Perspektiven zu entwickeln.
Kernfragen sind erstens die Transformation von Kunstvermittlung durch Forschungsvorhaben, besonders hinsichtlich der Entwicklung von Freiräumen und eines Verständnisses für vermittlerisches Arbeiten in Ausstellungsinstitutionen.
Zum zweiten rückt der Bezug zwischen Theorie und Praxis in den Fokus, insbesondere Fragen zur Anwendung von Theorien und Verfahren aus unterschiedlichen Forschungsbereichen und Disziplinen in der (und durch die) Kunstvermittlung, sowie die Wechselwirkungen zwischen «reflektierter» Praxis und «praktischer» Theorie, wie sie vom handlungsleitenden Modell der Aktionsforschung vorgeschlagen werden.
Auf Basis dieser Fragen sollen die Potenziale der Verbindung der Arbeitsweisen von Vermittlung und kooperativer Forschung in Institutionen untersucht werden. Weiterhin soll die Bedeutung der Erkenntnisse für Forschung und Lehre an den Schweizer Kunsthochschulen reflektiert werden.
Die Ausgangslage in der Praxis lässt sich wie folgt charakterisieren: Nach wie vor bildet eine forschende Haltung und Raum für Reflexion im Alltag der Kunstvermittlung an Museen eine Ausnahme. Wäh­rend erste Museen in Grossbritannien die For­schung in der Vermittlung bereits in ihre personellen Strukturen integriert haben und Forschungspro­jekte unter Beteiligung von Laien und Expertinnen auch auf anderen Gebieten selbstverständlich statt­ finden, ist die Situation im institutionellen Kontext – vor allem der hiesigen Kunstmuseen – weiterhin zurückhaltend bis prekär. Für eine zeitgemässe Weiterentwicklung dieser Organisationen erscheinen jedoch gerade Projekte, wie sie im Rahmen von Kunstvermittlung in Transformation (KiT) stattgefunden haben, wegweisend, indem sie gegebene Struktu­ren und Arbeitsweisen hinterfragen und Ausblicke in weiterführende Praxen aus anderen Disziplinen eröffnen.
Schweizer Kunsthochschulen leisten derzeit viel Entwicklungsarbeit, besonders im Bereich der künst­lerischen Forschung und in Vorhaben mit inter-­ und transdisziplinärer Ausrichtung. Das Forschungs-­ und Aktionsfeld Kunstvermittlung könnte hierin in Zukunft eine wichtige Rolle einnehmen, insofern es beide Kriterien, das Künstlerische wie das Inter­ disziplinäre, beinhaltet. Im Modellprojekt Kunstvermittlung in Transformation stellten wir die Notwen­digkeit von Praxis ins Zentrum. In Kooperationen zwischen Hochschulen und Museen wurden Pro­jekte entwickelt, die Forschung und vermittelnde Praktiken verbanden und auf der Zusammenarbeit in heterogenen Gruppen von Forschenden aus ver­schiedenen Disziplinen, langjährig Erfahrenen und Berufsanfängerinnen und ­-anfängern, basierten.
Ziel der wissenschaftlichen Tagung ist damit auch das Zusammenführen bisher weitgehend getrennt agierender und denkender Arbeitsfelder. Die bei KiT als Modell entstandene Forschungs-­ und Praxis­gemeinschaft soll auf der Tagung geteilt und er­weitert werden.

Tagungsprogramm

Freitag, 9. März

9.00 Ankunft im KKL Luzern
9.30 Begrüssung und Einführung
10.00 – 11.30 Revue: 5 mal 15 Minuten, Vorstel­lung der Fragestellungen, die in den Workshops vertieft werden
11.30 – 12.00 Postersession: Nachfragen zu den Projektteilen von Kunstvermittlung in Transformation
Mittagspause
13.00 – 14.30 Workshop1–3
Kaffeepause
15.00 – 16.30 Workshop 1 – 3, Fortsetzung
16.30–17.00 Ergebnisse aus den Workshops, Austausch
Pause
18.00 – 19.30 Vortrag «Kunstvermittlung nach der Institutionskritik» (Carmen Mörsch)
19.30 – 21.00 Keynote-Vortrag «What, no audience? The end of audiences as legitimators of cultural power in the art museum» (David Dibosa)
21.00 Buchpräsentation & Apéro Kunstvermittlung in Transformation

Samstag, 10.März

9.00 – 10.30 Workshop 4–6
Kaffeepause
11.00 – 12.30 Workshop 4 – 6 Fortsetzung
Mittagspause
13.30 – 15.00 Abschlussdiskussion
Information zur Gründung des Swiss Art Eduaction Research Network SAERN und der Aufschaltung der Website www.saern.ch (Barbara Bader, HKB)

Informationen zu den Workshops und Vorträgen

Workshop 1
Freitag, 13.00–16.30
Suchbewegungen zwischen Sprache, Werk und Raum
Was können Performance auf der einen und eine anschaulich orientierte Kunstgeschichte auf der anderen Seite in die Kunstvermittlung einbringen? Wie kann eine Forschung aussehen, die auf diese Potenziale fokussiert? Die Forschungsgruppe Basel wird mit den Teilnehmenden Stationen des Pro­jektes aufgreifen und vor Ort in der Ausstellung des Kunstmuseums Luzern erproben und diskutieren. Die Co­Referentin beleuchtet aus ihrer Aussenpers­pektive den Forschungsmodus des Projektes.
Beate Florenz, HGK/FHNW, Heinrich Lüber, ZHdK; Co-Referentin: Flavia Caviezel, HGK/FHNW

Workshop 2
Freitag, 13.00–16.30
Aktionsforschung in der Vermittlung: Ansätze zur Transformation von Praxis und Institutionen
Wie kann Aktionsforschung dazu beitragen, Kulturinstitutionen und ihre Vermittlungspraxis hin zu einer kritischen, verantwortlichen Positionierung in der Gesellschaft weiterzuentwickeln? Im Work­shop wird das Forschungsteam Zürich entlang der Erfahrungen in KiT Möglichkeiten und Proble­matiken von Aktionsforschungsansätzen zur Diskus­sion stellen. Dieser Problemaufriss bietet die Grund­ lage, um in Arbeitsgruppen Modelle des handelnden Forschens und forschenden Handelns für das spe­zifische Setting der Kunstvermittlung weiterzuent­wickeln.
Bernadett Settele, ZHdK, Nora Landkammer, ZHdK, Emilio Paroni, ZHdK; Co-Referentin: Karin Schneider, Wien

Workshop 3
Freitag, 13.00–16.30
Barcamp: «Horizontalität» & «Zusammenarbeit»
microsillons schlagen einen Workshop in Form eines «Barcamp»* vor. Darin sollen gemeinsam mit Mitgliedern des Clusters Critical Practice (London) neue Modelle für eine kreative Praxis entwickelt, über die Begriffe «Horizontalität» und «Zusammen­arbeit» nachgedacht werden. Die spezifische Struk­tur eines Barcamp erlaubt es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, sich diesen Fragen auf einer Meta­Ebene zu stellen und sie zugleich auf eine sehr direkte Art in die Praxis umzusetzen.
microsillons, Genf; mit: Critical Practice, London; Workshop-Sprache: Englisch

*Ein Barcamp ist eine Art offene Tagung, die häufig die Form offener Workshop­Veranstaltungen annimmt, deren Inhalte und Ablauf von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu Beginn selbst entwickelt und im weiteren Verlauf ausge­ staltet werden. Auf diese Weise können alle auf die eine oder andere Art etwas zum Barcamp beitragen. Barcamps dienen dem inhaltlichen Austausch und der Diskussion. Sie können manchmal unmittelbar konkrete Ergebnisse vorweisen.

Workshop 4
Samstag, 9.00–12.30
Rollenverständnis in hybriden Praxisfeldern zwischen Kunst und Vermittlung
Der Fokus unseres Workshops liegt auf den sich transformierenden Rollenbildern von Künstlerinnen und Vermittlern und der Möglichkeit des wechsel­seitigen Transfers von Praktiken und Verfahren zwischen den verschiedenen Tätigkeitsbereichen: Welche Wissensformen und Erfahrungen werden dabei zusammen gedacht? Was können künstlerische und vermittlerische Ansätze von einander lernen und welche Strategien lassen sich daraus entwickeln? Welche feldspezifischen Logiken können dadurch durchkreuzt werden? Wer transformiert dabei was, warum und wohin? Und ist das immer gut? Es geht darum, die eigene Rolle an der Schnittstelle einer Kunst­ und Vermittlungspraxis zu beleuchten und zu hinterfragen. Dabei soll die Tätigkeit in den jeweiligen Praxisfeldern im Mittelpunkt stehen. Grundlage der Diskussion ist die Erfahrung der Teilnehmenden.
Jacqueline Baum, HKB, Ursula Jakob, HKB; Co-Referentin: Nora Sternfeld, Wien

Workshop 5
Samstag, 9.00–12.30
Feldforschend Kunst vermitteln
Methoden der Feldforschung finden Anwendung in der bildenden Kunst, der Kunstvermittlung und in qualitativer Forschung. An dieser Schnittstelle wurde im Luzerner Teilprojekt mit teilnehmender Beobachtung, fotografischen Dokumentationen, Forschungstagebüchern und Beschreibungen von Wahrnehmungen aus verschiedenen Perspektiven gearbeitet. Der Workshop gibt Einblick in das Mate­rial und die forschende Praxis. In praktischen Übungen wollen wir die Methoden auf das aktuelle Feld im Kunstmuseum Luzern anwenden.
Susanne Kudorfer, Kunstmuseum Luzern, Christoph Lang, HSLU D&K; Co-Referentin: Christine Heil, Mainz

Workshop 6
Samstag, 9.00–12.30
Entwicklung von Forschungs- bzw. Vermittlungsstrategien zu Kateřina Šedás Einzelausstellung im Kunstmuseum Luzern
Kateřina Šedás arbeitet als Künstlerin mit Men­schen und sozialen Prozessen. Ihr Interesse gilt Vorurteilen, Konflikten und Grenzziehungen, Iden­titätsfindung und Gemeinschaft. Šedás Werk ist charakteristisch für eine Gegenwartskunst, die mit Mitteln arbeitet, die wir auch aus sozialwissen­schaftlichem oder therapeutischem Arbeiten kennen. Das Kunstmuseum Luzern zeigt die erste Über­sichtsausstellung der Künstlerin. Welche Möglich­keiten eröffnen sich damit für die Kunstvermittlung?
Ute Marxreiter, München

Vortrag 1
Freitag, 18.00–19.30
Kunstvermittlung nach der Institutionskritik
Der Beitrag reflektiert die Ansprüche und das Erreichte im Rahmen des Forschungsprojektes Kunstvermittlung in Transformation und befragt die Möglichkeiten einer Kunstvermittlungspraxis, die sich als kritisch und Verhältnisse verändernd begreift. Kann Forschung Kunstvermittlung verän­dern – und kann Kunstvermittlung (nicht nur) Forschung verändern?
Carmen Mörsch, ZHdK

Vortrag 2
Freitag, 19.30–21.00; in english
What, no audience? The end of audiences as legitimators of cultural power in the art museum.
How can we re-­think the role of audiences in the democratisation of cultural institutions? In this talk, Dr. David Dibosa argues against the prevailing role of national art institutions as places where cultural value is reified and cultural power is rendered increasingly technocratic. In its place, Dibosa looks at recent research in the British context. He dis­ cusses the work emerging from the Tate Encounters Project, asking if we can find a model in which audiences no longer act as cultural consumers but instead take up space as acknowledged producers of cultural value.
David Dibosa, University of the Arts London

Anmeldung:

Anmeldung für die Workshops bis 10. Februar 2012 an: email hidden; JavaScript is required
Download Anmeldeformular Unkostenbeitrag mit Bewirtung 60 CHF, ermässigte Plätze für Studierende 40 CHF

Guided by voices – Guerilla Guides (Forschungsmodul)

Forschungsmodul “Kunst + Vermittlung” Master of Arts in Fine Arts Hochschule Luzern, Design & Kunst
31. Oktober, 2. November, 7. November, 8. November 2011
Leitung: Christoph Lang und als Gast Silvana Iannetta

Kunst wird in Museen und Medien hauptsächlich über gesprochene und geschriebene Sprache vermittelt. Oft ist gerade innerhalb von Institutionen der oder die Sprechende nicht direkt auszumachen und die Institution scheint selber zu sprechen. Doch wer steckt hinter all diesen Texten und Guides? Und was wird dabei mit welcher Absicht vermittelt?
Im Forschungsmodul werden wir uns zunächst theoretisch mit diesen Fragen auseinandersetzen und in einem zweiten Schritt konkret die Sprechakte der Vermittlung in den Blick nehmen. Gleichzeitig werden künstlerische Audioprojekte u.a. von Sophie Calle, Janet Cardiff oder Andrea Fraser vorgestellt und diskutiert und alternative Museumsguides wie sie im angelsächischen Raum Verbreitung finden.
Mit dem Ausgangspunkt “Guerilla Guides” werden konkrete Ideen für alternative, mediale Vermittlungszugänge zu kulturellen Orten und Institutionen in Luzern und Zug skizziert. Diese sollten als frei zugängliche Formate übers Internet auf Handys, Smartphones und Mp3-Player distribuiert werden können.
Die Wahl der Orte und Institutionen ist den Studierenden freigestellt. Mögliche Ideen wären die Sammlung Rosengart, Kunstwerke im öffentlichen Raum von Luzern oder touristische Sehenswürdigkeiten wie das Löwendenkmal etc.

Die Studierenden werden gebeten folgende Texte bereits zu Beginn des Moduls gelesen zu haben:

Eva Sturm: Kunst in der Vermittlung. Vermittlung in der Kunst. Zu einem komplizierten Verhältnis. PDF
Pierangelo Maset: Ästhetische Operationen. PDF
Christoph Schenker: Werturteilen. PDF

Eine kommentierte Literaturliste mit detaillierten Quellenangaben wird im Seminar abgegeben.

Für den Leistungsnachweis wird ein aktive Mitwirkung im Seminar erwartet und die Konzeption und Reflexion eines Vermittlungsformates (ohne Durchführung) im besprochenen Kontext.

Tagesplanung Forschungsmodul:

Montag, 31. Oktober:

Vormittag, 9.30 Uhr (Littau):
Einführung ins Thema mit Christoph Lang
Überblick über das Modul und die Arbeitsmöglichkeiten
Begriffsklärungen Vermittlung und künstlerische Vermittlung anhand der Texte von Sturm und Maset

Nachmittag (Littau):
Sprache in der Vermittlung
Audio als Thema der Vermittlung und der Kunst (Audio Tour, Audioguide, Audiowalk, Störsender, GPS Tours, Apps etc.)
Cardiff: Input Nico Lazula Baur
Andrea Fraser Einführung von Christoph
alternative Museumstouren vorstellen Christoph
Littau://Littau und SmARTphones Einführung von Silvana
Navigator Audiowalk Einführung von Christoph
Beispiele diskutieren
Kontexte aufzeigen: Luzern, Zug; Kunst im öffentlichen Raum, ständige Ausstellungen (beispielsweise Sammlung Rosengart), touristische Attraktionen wie Löwendenkmal

Mittwoch, 2. November:

Vormittag:
individuelle Recherchen und Begehungen in Kunsträumen und im Stadtraum
Einzel- und Gruppenbesprechungen nach Ansage (Lädelistrasse 12)

Nachmittag (Littau):
Input: Zum Vermittlungshype und zum Forschungsprojekt “Kunstvermittlung in Transformation”
Literaturtipps: Soundart
Zusammentragen von Ideen und Ansätzen, Austausch und Diskussion
Arbeitsplanung

Montag, 7. November:

Vormittag, 9.30 (Littau):
Zur “Künstlerischen Forschung” Einführung und Diskussion anhand des Texts von Schenker
Input zum Projekt Rezipientenproduktion von Anna Bühler
Literaturstudium und Projektarbeit

Nachmittag (Littau):
Diskussion: Konzeptuelle, formale und technische Möglichkeiten und Grenzen der Vermittlung via Audio
Testaufnahmen und Storyboards
Einzel- und Gruppenbesprechungen nach Ansage

Dienstag, 8. November:

Vormittag (Lädelistrasse 12):
Einzel- und Gruppenbesprechungen nach Ansage

Nachmittag (Littau):
Vorstellen und Kritik der Projekte mit Silvana Ianetta und Christoph Lang 
Schlussdiskussion