Tagung Kunstvermittlung in Transformation am 9. und 10. März in Luzern

Eine Arbeitstagung zur Vermittlung als Forschung und Veränderung von Institutionen und Verhältnissen

 

am 9. und 10. März 2012 im Kunstmuseum Luzern

Das Projekt Kunstvermittlung in Transformation (KiT) hatte das Ziel, Perspektiven für die Entwicklung und Erforschung der institutionellen Kunstvermittlung zu erarbeiten. Die Ergebnisse aus den fünf Teilprojekten sollen in dieser Tagung dem Berufsfeld vorgestellt werden und als Grundlage der Diskussion und Weiterentwicklung dienen.
Mit gezielt eingeladenen Expertinnen und Experten bearbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den KiT-Forschungsgruppen Fragestellungen, die sich während des Projektes ergeben haben. Die Ergebnisse des Projektes werden so in den internationalen Kontext des Berufs- und Forschungsfeldes eingespiesen, um gemeinsame Perspektiven zu entwickeln.
Kernfragen sind erstens die Transformation von Kunstvermittlung durch Forschungsvorhaben, besonders hinsichtlich der Entwicklung von Freiräumen und eines Verständnisses für vermittlerisches Arbeiten in Ausstellungsinstitutionen.
Zum zweiten rückt der Bezug zwischen Theorie und Praxis in den Fokus, insbesondere Fragen zur Anwendung von Theorien und Verfahren aus unterschiedlichen Forschungsbereichen und Disziplinen in der (und durch die) Kunstvermittlung, sowie die Wechselwirkungen zwischen «reflektierter» Praxis und «praktischer» Theorie, wie sie vom handlungsleitenden Modell der Aktionsforschung vorgeschlagen werden.
Auf Basis dieser Fragen sollen die Potenziale der Verbindung der Arbeitsweisen von Vermittlung und kooperativer Forschung in Institutionen untersucht werden. Weiterhin soll die Bedeutung der Erkenntnisse für Forschung und Lehre an den Schweizer Kunsthochschulen reflektiert werden.
Die Ausgangslage in der Praxis lässt sich wie folgt charakterisieren: Nach wie vor bildet eine forschende Haltung und Raum für Reflexion im Alltag der Kunstvermittlung an Museen eine Ausnahme. Wäh­rend erste Museen in Grossbritannien die For­schung in der Vermittlung bereits in ihre personellen Strukturen integriert haben und Forschungspro­jekte unter Beteiligung von Laien und Expertinnen auch auf anderen Gebieten selbstverständlich statt­ finden, ist die Situation im institutionellen Kontext – vor allem der hiesigen Kunstmuseen – weiterhin zurückhaltend bis prekär. Für eine zeitgemässe Weiterentwicklung dieser Organisationen erscheinen jedoch gerade Projekte, wie sie im Rahmen von Kunstvermittlung in Transformation (KiT) stattgefunden haben, wegweisend, indem sie gegebene Struktu­ren und Arbeitsweisen hinterfragen und Ausblicke in weiterführende Praxen aus anderen Disziplinen eröffnen.
Schweizer Kunsthochschulen leisten derzeit viel Entwicklungsarbeit, besonders im Bereich der künst­lerischen Forschung und in Vorhaben mit inter-­ und transdisziplinärer Ausrichtung. Das Forschungs-­ und Aktionsfeld Kunstvermittlung könnte hierin in Zukunft eine wichtige Rolle einnehmen, insofern es beide Kriterien, das Künstlerische wie das Inter­ disziplinäre, beinhaltet. Im Modellprojekt Kunstvermittlung in Transformation stellten wir die Notwen­digkeit von Praxis ins Zentrum. In Kooperationen zwischen Hochschulen und Museen wurden Pro­jekte entwickelt, die Forschung und vermittelnde Praktiken verbanden und auf der Zusammenarbeit in heterogenen Gruppen von Forschenden aus ver­schiedenen Disziplinen, langjährig Erfahrenen und Berufsanfängerinnen und ­-anfängern, basierten.
Ziel der wissenschaftlichen Tagung ist damit auch das Zusammenführen bisher weitgehend getrennt agierender und denkender Arbeitsfelder. Die bei KiT als Modell entstandene Forschungs-­ und Praxis­gemeinschaft soll auf der Tagung geteilt und er­weitert werden.

Tagungsprogramm

Freitag, 9. März

9.00 Ankunft im KKL Luzern
9.30 Begrüssung und Einführung
10.00 – 11.30 Revue: 5 mal 15 Minuten, Vorstel­lung der Fragestellungen, die in den Workshops vertieft werden
11.30 – 12.00 Postersession: Nachfragen zu den Projektteilen von Kunstvermittlung in Transformation
Mittagspause
13.00 – 14.30 Workshop1–3
Kaffeepause
15.00 – 16.30 Workshop 1 – 3, Fortsetzung
16.30–17.00 Ergebnisse aus den Workshops, Austausch
Pause
18.00 – 19.30 Vortrag «Kunstvermittlung nach der Institutionskritik» (Carmen Mörsch)
19.30 – 21.00 Keynote-Vortrag «What, no audience? The end of audiences as legitimators of cultural power in the art museum» (David Dibosa)
21.00 Buchpräsentation & Apéro Kunstvermittlung in Transformation

Samstag, 10.März

9.00 – 10.30 Workshop 4–6
Kaffeepause
11.00 – 12.30 Workshop 4 – 6 Fortsetzung
Mittagspause
13.30 – 15.00 Abschlussdiskussion
Information zur Gründung des Swiss Art Eduaction Research Network SAERN und der Aufschaltung der Website www.saern.ch (Barbara Bader, HKB)

Informationen zu den Workshops und Vorträgen

Workshop 1
Freitag, 13.00–16.30
Suchbewegungen zwischen Sprache, Werk und Raum
Was können Performance auf der einen und eine anschaulich orientierte Kunstgeschichte auf der anderen Seite in die Kunstvermittlung einbringen? Wie kann eine Forschung aussehen, die auf diese Potenziale fokussiert? Die Forschungsgruppe Basel wird mit den Teilnehmenden Stationen des Pro­jektes aufgreifen und vor Ort in der Ausstellung des Kunstmuseums Luzern erproben und diskutieren. Die Co­Referentin beleuchtet aus ihrer Aussenpers­pektive den Forschungsmodus des Projektes.
Beate Florenz, HGK/FHNW, Heinrich Lüber, ZHdK; Co-Referentin: Flavia Caviezel, HGK/FHNW

Workshop 2
Freitag, 13.00–16.30
Aktionsforschung in der Vermittlung: Ansätze zur Transformation von Praxis und Institutionen
Wie kann Aktionsforschung dazu beitragen, Kulturinstitutionen und ihre Vermittlungspraxis hin zu einer kritischen, verantwortlichen Positionierung in der Gesellschaft weiterzuentwickeln? Im Work­shop wird das Forschungsteam Zürich entlang der Erfahrungen in KiT Möglichkeiten und Proble­matiken von Aktionsforschungsansätzen zur Diskus­sion stellen. Dieser Problemaufriss bietet die Grund­ lage, um in Arbeitsgruppen Modelle des handelnden Forschens und forschenden Handelns für das spe­zifische Setting der Kunstvermittlung weiterzuent­wickeln.
Bernadett Settele, ZHdK, Nora Landkammer, ZHdK, Emilio Paroni, ZHdK; Co-Referentin: Karin Schneider, Wien

Workshop 3
Freitag, 13.00–16.30
Barcamp: «Horizontalität» & «Zusammenarbeit»
microsillons schlagen einen Workshop in Form eines «Barcamp»* vor. Darin sollen gemeinsam mit Mitgliedern des Clusters Critical Practice (London) neue Modelle für eine kreative Praxis entwickelt, über die Begriffe «Horizontalität» und «Zusammen­arbeit» nachgedacht werden. Die spezifische Struk­tur eines Barcamp erlaubt es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, sich diesen Fragen auf einer Meta­Ebene zu stellen und sie zugleich auf eine sehr direkte Art in die Praxis umzusetzen.
microsillons, Genf; mit: Critical Practice, London; Workshop-Sprache: Englisch

*Ein Barcamp ist eine Art offene Tagung, die häufig die Form offener Workshop­Veranstaltungen annimmt, deren Inhalte und Ablauf von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu Beginn selbst entwickelt und im weiteren Verlauf ausge­ staltet werden. Auf diese Weise können alle auf die eine oder andere Art etwas zum Barcamp beitragen. Barcamps dienen dem inhaltlichen Austausch und der Diskussion. Sie können manchmal unmittelbar konkrete Ergebnisse vorweisen.

Workshop 4
Samstag, 9.00–12.30
Rollenverständnis in hybriden Praxisfeldern zwischen Kunst und Vermittlung
Der Fokus unseres Workshops liegt auf den sich transformierenden Rollenbildern von Künstlerinnen und Vermittlern und der Möglichkeit des wechsel­seitigen Transfers von Praktiken und Verfahren zwischen den verschiedenen Tätigkeitsbereichen: Welche Wissensformen und Erfahrungen werden dabei zusammen gedacht? Was können künstlerische und vermittlerische Ansätze von einander lernen und welche Strategien lassen sich daraus entwickeln? Welche feldspezifischen Logiken können dadurch durchkreuzt werden? Wer transformiert dabei was, warum und wohin? Und ist das immer gut? Es geht darum, die eigene Rolle an der Schnittstelle einer Kunst­ und Vermittlungspraxis zu beleuchten und zu hinterfragen. Dabei soll die Tätigkeit in den jeweiligen Praxisfeldern im Mittelpunkt stehen. Grundlage der Diskussion ist die Erfahrung der Teilnehmenden.
Jacqueline Baum, HKB, Ursula Jakob, HKB; Co-Referentin: Nora Sternfeld, Wien

Workshop 5
Samstag, 9.00–12.30
Feldforschend Kunst vermitteln
Methoden der Feldforschung finden Anwendung in der bildenden Kunst, der Kunstvermittlung und in qualitativer Forschung. An dieser Schnittstelle wurde im Luzerner Teilprojekt mit teilnehmender Beobachtung, fotografischen Dokumentationen, Forschungstagebüchern und Beschreibungen von Wahrnehmungen aus verschiedenen Perspektiven gearbeitet. Der Workshop gibt Einblick in das Mate­rial und die forschende Praxis. In praktischen Übungen wollen wir die Methoden auf das aktuelle Feld im Kunstmuseum Luzern anwenden.
Susanne Kudorfer, Kunstmuseum Luzern, Christoph Lang, HSLU D&K; Co-Referentin: Christine Heil, Mainz

Workshop 6
Samstag, 9.00–12.30
Entwicklung von Forschungs- bzw. Vermittlungsstrategien zu Kateřina Šedás Einzelausstellung im Kunstmuseum Luzern
Kateřina Šedás arbeitet als Künstlerin mit Men­schen und sozialen Prozessen. Ihr Interesse gilt Vorurteilen, Konflikten und Grenzziehungen, Iden­titätsfindung und Gemeinschaft. Šedás Werk ist charakteristisch für eine Gegenwartskunst, die mit Mitteln arbeitet, die wir auch aus sozialwissen­schaftlichem oder therapeutischem Arbeiten kennen. Das Kunstmuseum Luzern zeigt die erste Über­sichtsausstellung der Künstlerin. Welche Möglich­keiten eröffnen sich damit für die Kunstvermittlung?
Ute Marxreiter, München

Vortrag 1
Freitag, 18.00–19.30
Kunstvermittlung nach der Institutionskritik
Der Beitrag reflektiert die Ansprüche und das Erreichte im Rahmen des Forschungsprojektes Kunstvermittlung in Transformation und befragt die Möglichkeiten einer Kunstvermittlungspraxis, die sich als kritisch und Verhältnisse verändernd begreift. Kann Forschung Kunstvermittlung verän­dern – und kann Kunstvermittlung (nicht nur) Forschung verändern?
Carmen Mörsch, ZHdK

Vortrag 2
Freitag, 19.30–21.00; in english
What, no audience? The end of audiences as legitimators of cultural power in the art museum.
How can we re-­think the role of audiences in the democratisation of cultural institutions? In this talk, Dr. David Dibosa argues against the prevailing role of national art institutions as places where cultural value is reified and cultural power is rendered increasingly technocratic. In its place, Dibosa looks at recent research in the British context. He dis­ cusses the work emerging from the Tate Encounters Project, asking if we can find a model in which audiences no longer act as cultural consumers but instead take up space as acknowledged producers of cultural value.
David Dibosa, University of the Arts London

Anmeldung:

Anmeldung für die Workshops bis 10. Februar 2012 an: email hidden; JavaScript is required
Download Anmeldeformular Unkostenbeitrag mit Bewirtung 60 CHF, ermässigte Plätze für Studierende 40 CHF

Guided by voices – Guerilla Guides (Forschungsmodul)

Forschungsmodul “Kunst + Vermittlung” Master of Arts in Fine Arts Hochschule Luzern, Design & Kunst
31. Oktober, 2. November, 7. November, 8. November 2011
Leitung: Christoph Lang und als Gast Silvana Iannetta

Kunst wird in Museen und Medien hauptsächlich über gesprochene und geschriebene Sprache vermittelt. Oft ist gerade innerhalb von Institutionen der oder die Sprechende nicht direkt auszumachen und die Institution scheint selber zu sprechen. Doch wer steckt hinter all diesen Texten und Guides? Und was wird dabei mit welcher Absicht vermittelt?
Im Forschungsmodul werden wir uns zunächst theoretisch mit diesen Fragen auseinandersetzen und in einem zweiten Schritt konkret die Sprechakte der Vermittlung in den Blick nehmen. Gleichzeitig werden künstlerische Audioprojekte u.a. von Sophie Calle, Janet Cardiff oder Andrea Fraser vorgestellt und diskutiert und alternative Museumsguides wie sie im angelsächischen Raum Verbreitung finden.
Mit dem Ausgangspunkt “Guerilla Guides” werden konkrete Ideen für alternative, mediale Vermittlungszugänge zu kulturellen Orten und Institutionen in Luzern und Zug skizziert. Diese sollten als frei zugängliche Formate übers Internet auf Handys, Smartphones und Mp3-Player distribuiert werden können.
Die Wahl der Orte und Institutionen ist den Studierenden freigestellt. Mögliche Ideen wären die Sammlung Rosengart, Kunstwerke im öffentlichen Raum von Luzern oder touristische Sehenswürdigkeiten wie das Löwendenkmal etc.

Die Studierenden werden gebeten folgende Texte bereits zu Beginn des Moduls gelesen zu haben:

Eva Sturm: Kunst in der Vermittlung. Vermittlung in der Kunst. Zu einem komplizierten Verhältnis. PDF
Pierangelo Maset: Ästhetische Operationen. PDF
Christoph Schenker: Werturteilen. PDF

Eine kommentierte Literaturliste mit detaillierten Quellenangaben wird im Seminar abgegeben.

Für den Leistungsnachweis wird ein aktive Mitwirkung im Seminar erwartet und die Konzeption und Reflexion eines Vermittlungsformates (ohne Durchführung) im besprochenen Kontext.

Tagesplanung Forschungsmodul:

Montag, 31. Oktober:

Vormittag, 9.30 Uhr (Littau):
Einführung ins Thema mit Christoph Lang
Überblick über das Modul und die Arbeitsmöglichkeiten
Begriffsklärungen Vermittlung und künstlerische Vermittlung anhand der Texte von Sturm und Maset

Nachmittag (Littau):
Sprache in der Vermittlung
Audio als Thema der Vermittlung und der Kunst (Audio Tour, Audioguide, Audiowalk, Störsender, GPS Tours, Apps etc.)
Cardiff: Input Nico Lazula Baur
Andrea Fraser Einführung von Christoph
alternative Museumstouren vorstellen Christoph
Littau://Littau und SmARTphones Einführung von Silvana
Navigator Audiowalk Einführung von Christoph
Beispiele diskutieren
Kontexte aufzeigen: Luzern, Zug; Kunst im öffentlichen Raum, ständige Ausstellungen (beispielsweise Sammlung Rosengart), touristische Attraktionen wie Löwendenkmal

Mittwoch, 2. November:

Vormittag:
individuelle Recherchen und Begehungen in Kunsträumen und im Stadtraum
Einzel- und Gruppenbesprechungen nach Ansage (Lädelistrasse 12)

Nachmittag (Littau):
Input: Zum Vermittlungshype und zum Forschungsprojekt “Kunstvermittlung in Transformation”
Literaturtipps: Soundart
Zusammentragen von Ideen und Ansätzen, Austausch und Diskussion
Arbeitsplanung

Montag, 7. November:

Vormittag, 9.30 (Littau):
Zur “Künstlerischen Forschung” Einführung und Diskussion anhand des Texts von Schenker
Input zum Projekt Rezipientenproduktion von Anna Bühler
Literaturstudium und Projektarbeit

Nachmittag (Littau):
Diskussion: Konzeptuelle, formale und technische Möglichkeiten und Grenzen der Vermittlung via Audio
Testaufnahmen und Storyboards
Einzel- und Gruppenbesprechungen nach Ansage

Dienstag, 8. November:

Vormittag (Lädelistrasse 12):
Einzel- und Gruppenbesprechungen nach Ansage

Nachmittag (Littau):
Vorstellen und Kritik der Projekte mit Silvana Ianetta und Christoph Lang 
Schlussdiskussion

Forschungsmodul «Kunst+Vermittlung» 2011

Daten: 28. bis 30. März und 4. bis 6. April
Studentenfutter: 7. April, 13. April, 19. April, jeweils 17.30 Uhr

Studentenfutter075-web

Im Forschungsmodul «Kunst+Vermittlung» das mit Studierenden des Master (MAPS/MAT) der Hochschule Luzern durchgeführt wird steht die Forschung zur aktuellen Kunstvermittlung im Zentrum der praktischen und theoretischen Auseinandersetzung. Kunstvermittlung findet an verschiedenen Orten und in verschiedenen Kontexten statt: im Museum, in der Schule, in den Medien etc. “Vermittlung” ist zur Zeit in aller Munde. Was steckt dahinter? Wer sind die Vermittler/innen? Was wird vermittelt und wo?
Mit welchem Selbstverständnis wird vermittelt: als Wissensvermittler/innen, als Moderator/innen von gestalterischen Prozessen, als Ermöglicher von Erfahrungen, als Künstler/innen, als Animator/innen?
Wie kann Vermittlung selber “kunsthaft” sein? Und was könnte “künstlerische Vermittlung” sein? Was steht hinter der Forderung nach “künstlerischer Forschung”?

Beteiligte:

Christoph Lang (modulverantwortlich), Susanne Kudorfer (Leiterin Kunstvermittlung Kunstmuseum Luzern), Regine Bungartz (Assistentin Master), Gabrielle Schaad (wissenschaftliche Volontärin Kunstmuseum Luzern), Christoph Lichtin (Kurator und Sammlungskonservator Kunstmuseum Luzern), Peter Fischer (Direktor Kunstmuseum Luzern); Gäste: Catherine Gfeller (Künstlerin) und Robert Estermann (Künstler)

Folgende Ausstellungen im Kunstmuseum Luzern werden in den Blick genommen:

Catherine Gfeller: Pulsations
Max von Moos
Max von Moos gesehen von Peter Roesch, Christian, Kathriner und Robert Estermann
Patricia Bucher: Schlachtenpanorama
Studienraum Sammlung: Die Evangelien in ihrer künstlerischen Darstellung

Tagesprogramm:

Montag, 28. März
Vormittag: Littau
9.30 Uhr: Einführung ins Thema mit Christoph Lang
Überblick über das Modul und die Arbeitsmöglichkeiten
Begriffsklärungen
Vermittlungsmapping als Gruppenarbeit

Nachmittag: Littau
Vermittlungskunst
Vermittlung als Praxisfeld für Studienabgänger?
What is the “Edcational Turn in Curating”?
www.kultur-vermittlung.ch (Vermittlungsoffensive u.a. durch Pro Helvetia)
Praxisbeispiele aus der Vermittlung in anderen Disziplinen

Dienstag, 29. März
Vormittag: Kunstmuseum Luzern
ab 10 Uhr: individueller Ausstellungsbesuch
11.30 Uhr: Einführung in die “Max von Moos”-Ausstellung durch Christoph Lichtin

Nachmittag: Kunstmuseum Luzern
13.30 Uhr: Gespräch in der Ausstellung mit Robert Estermann
Gespräche in den Ausstellungen mit Peter Fischer, Susanne Kudorfer und Christoph Lang
16.00 Uhr Gespräch in der Ausstellung mit Catherine Gfeller
Beginn der Projektarbeit
18.00 Uhr: Künstlerinnen-Gespräch mit Catherine Gfeller und Peter Fischer

Mittwoch, 30. März
Vormittag: Littau
Reader Vermittlung, Literaturseminar mit Regine Bungartz

Nachmittag: individuell (Littau/Kunstmuseum)
Literaturstudium und Projektarbeit
18 Uhr: öffentliche Führung durch die Ausstellung “Max von Moos” mit Gisèle Mengis

Montag, 4. April
Vormittag: individuell (Littau)
Literaturstudium und Projektarbeit
Einzel- und Gruppenbesprechungen nach Ansage

Nachmittag: Littau
Künstlerische Forschung, Einführung und Diskussion der Texte und Beispiele mit Christoph Lang

Dienstag, 5. April
Vormittag: individuell (Littau/Kunstmuseum)
Literaturstudium und Projektarbeit

Nachmittag: Littau
Einzel- und Gruppenbesprechungen nach Ansage mit Gabrielle Schaad und Christoph Lang
Literaturstudium und Projektarbeit

Mittwoch, 6. April
Vormittag: individuell (Littau/Kunstmuseum)
Einzel- und Gruppenbesprechungen nach Ansage
Literaturstudium und Projektarbeit

Nachmittag: Littau oder Kunstmuseum
Vorstellen und Kritik der Projekte mit Susanne Kudorfer, Gabrielle Schaad und Christoph Lang
Planungsabsprachen
Schlussdiskussion
18 Uhr “Interventionen” Rundgang durch die Ausstellung mit Peter Roesch, Christian Kathriner und Robert Estermann

Donnerstag, 7. April
17.30 Uhr “Studentenfutter”

Mittwoch, 13. April
17.30 Uhr “Studentenfutter”

Dienstag, 19. April
17.30 Uhr “Studentenfutter”

Arbeitsaufträge:

Das Vermittlungsformat “Studentenfutter” im Kunstmuseum Luzern wird von den Modulteilnehmern drei Mal gestaltet. Die Studierenden wählen während dem Modul eine Ausstellung bzw. einen Aspekt, der sie interessiert und für den sie ein vermittlerisches Vorhaben entwickeln möchten. Dies kann einzeln oder in Kleingruppen geschehen. Im Lauf des Moduls sollen die Ideen zusammengeführt und zu einem bis drei verschiedenen “Studentenfutter”-Angeboten ausgearbeitet werden.

Wahlweise kann ein Vermittlungsformat besucht und kritisch hinterfragen werden. Dies kann im Kunstmuseum Luzern oder anderswo sein (beispielsweise eine Führung, ein öffentliches Gespräch, ein Workshop, ein Ausstellungsbesuch mit einer Schulklasse etc.).

Zu zweit wird pro Halbtagesblock ein Protokoll erstellt, das zum Ende des Moduls an alle verteilt wird.

Literatur:

Literatur kann im Vorfeld heruntergeladen und gelesen werden. Die Texte werden im Modul diskutiert. Zudem ist eine Literaturübersicht (Reader) als einmalige Veranstaltung ins Modul integriert.
Sturm, Eva: Von Kunst aus-bilden PDF
Sturm, Eva: Kunst in der Vermittlung, Vermittlung in der Kunst PDF
Busch, Kathrin: Künstlerische Forschung: Potentialität des Unbedingten PDF
Christoph Schenker: Werturteilen PDF
Passagen (Pro Helvetia): Kunst(ver-)führer PDF

Links:

www.kultur-vermittlung.ch

www.kunstmuseumluzern.ch

ISA-Modul “Was heisst Vermittlung?” abgesagt

Leider konnte die Mindestanmeldung von 16 Studierenden nicht erreicht werden, so dass das Modul im Herbstsemester 2010 nicht durchgeführt werden kann. Wir überlegen uns eine andere Form der Durchführung und informieren an dieser Stelle zu gegebener Zeit.  Wir bedanken uns trotzdem für das Interesse von Seiten der Kolleginnen und Kollegen, den eingeladenen Gastreferentinnen und -referenten und der Studierenden.

Christoph Lang und Marc-Antoine Camp

Was heisst Vermittlung? Fragen und Antworten aus verschiedenen Disziplinen

was_heisst_vermittlung

Im Rahmen der intersziplinären ISA-Module bieten Christoph Lang und Marc-Antoine Camp im Herbstsemester 2010 ein Seminar zur Thematik der Vermittlung an. Das Seminar ist offen für alle Studierenden der Hochschule Luzern, Unversität Luzern und der Pädagogischen Hochschule. Interessierte Gäste und Hörer sind willkommen, eine Anmeldung ist erwünscht.

Universitäten und Hochschulen bilden in verschiedenen Disziplinen Vermittler/innen bzw. Pädagogen/-innen aus. Diese thematisieren in ihrem späteren Berufsleben kulturelle, gestalterische und künstlerische Prozesse und Produkte in schulischen und ausserschulischen Bereichen und vermitteln deren Gehalte.

Die Vermittlung von Kunst und Musik wird jüngst in der Kulturpolitik, Kulturförderung und Forschung intensiv diskutiert. Es ist eine starke Zunahme von Initiativen in Richtung Vermittlung und kulturelle Bildung zu beobachten. Über den Vermittlungsbegriff gibt es aber divergierende Verständnisse. Durch einen direkten Austausch mit Experten/-innen aus der Vermittlungspraxis ermöglicht der Kurs Orientierung in der Vielfalt dieser Verständnisse.

Termine und Ablauf des Seminars
29. September bis 8. Dezember 2010, mittwochs, 17 – 19 Uhr

In einer ersten Phase (2 Sitzungen) werden Theorie und Praxiserfahrungen der Vermittlung vorgestellt und die Begriffe und Fragestellungen im Allgemeinen geklärt. Dabei beziehen wir uns exemplarisch auf die Diskurse in der Bildenden Kunst und Musik.

In der zweiten Phase (5 Sitzungen) vertiefen wir die Diskussion im Dialog mit Experten/-innen aus unterschiedlichen Disziplinen , die von ihren Konzepten und Erfahrungen berichten: Susanne Kudorfer (Leiterin Kunstvermittlung, Kunstmuseum Luzern), Eva Richterich (Leiterin Vermittlung, Pro Helvetia), Michel Roth (Leiter Fachbereiche Komposition und zeitgenössische Musik, Hochschule Luzern – Musik), Werner Schmitt (Cellist; ehemaliger Direktor, Konservatorium Bern, Mus-e), Detlef Vögeli (Projektleiter Vermittlung, Stapferhaus Lenzburg), Mira Sack (Leiterin BA Theater, Zürcher Hochschule der Künste), Anton Rey (Leiter Institute for the Performing Arts and Film, Zürcher Hochschule der Künste).

In der dritten Phase (3 – 5 Sitzungen) erarbeiten die Modulteilnehmenden in interdisziplinären Kleingruppen Vermittlungsformate, die entweder auf geplante Projekte bezogen sind oder von einer hypothetischen Fragestellung ausgehen. In der Schlusssitzung stellen die Gruppen ihre Projekte zur Diskussion.

Detailprogramm, Literaturliste und Reader werden Ende August auf dieser Webseite zur Verfügung gestellt.

Fragen zur Anmeldung: email hidden; JavaScript is required Tel 041 228 52 20

Einladung Projektraum Kunstvermittlung

PRKV

Das Kunstmuseum Luzern realisiert im Rahmen seines aktuellen Entwicklungsschwerpunktes einen Projektraum für Experimente zur Bildungsarbeit mit Kunst.
Exemplarisch und modellhaft werden wir von 27. Februar –27. Juni 2010 Situationen und Methoden der Kunstvermittlung erproben und reflektieren – in unserem Projektteam, mit der Hochschule Luzern – Design und Kunst, mit lokalen Partnern, im Rahmen eines nationalen Forschungsprojekts und mit internationalen Gästen.

Ausgehend von einer weitgefächerten Ausstellung der Neuerwerbungen 2000–2010 der Sammlung des Kunstmuseums Luzern setzten wir uns intensiv mit der Kunst des 21. Jahrhunderts auseinander und sind gespannt auf Ihre Sichtweisen. Was ist relevant – für wen? Welche Bezüge gibt es zu anderen Wissensfeldern? Was hat das Gezeigte mit uns zu tun? Im Projektraum entwickeln wir Forschungswege, Darstellungsformen und ein Speichersystem für unterschiedliche Sichtweisen auf die Kunstwerke der Ausstellung. Mehr oder weniger intensive Formen der Zusammenarbeit sind möglich:

Workshops
Projektwochen
Semesterprojekte
Individuelle Besuche

Wir laden Sie herzlich ein mit uns zu arbeiten.

Kontakt und Information:
Susanne Kudorfer, Gioia Dal Molin
email hidden; JavaScript is required
Tel.: 041 226 78 46
Kunstmuseum Luzern (KKL, Lift Level K) Europaplatz 1, CH–6002 Luzern
www.kunstmuseumluzern.ch