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Praxishandbuch Hybridkapital – Finanzierungsinstrument und Kapitalanlage

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von Philippe Oster, Senior Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ

 

Hybridkapital als Kinder der jüngsten Finanzkrise

Obwohl die ersten Hybridanleihen bereits in den 1980er Jahren in den USA emittiert wurden, haben erst die jüngsten Geschehnisse der globalen Finanzkrise ab 2008 zu einer Renaissance des Hybridkapitals führen können. Nicht zuletzt aufgrund zahlreicher neuer Vorschriften von Aufsichtsbehörden zur Bereitstellung von Absorptionskapital bei Finanzintermediären haben sich in den vergangenen acht Jahren heterogene Hybridkapitalmärkte gebildet.

 

Auch Unternehmen aus dem Nicht-Finanzbereich haben das Hybridkapital für sich entdeckt

Primär Unternehmen aus dem Industrie-, Telekommunikations- und Versorgersektor haben die Gestaltungsparameter dieser innovativen Finanzierungsform für sich entdeckt und haben ab 2012 eine Optimierungswelle ihrer Flexibilität sowie der Fälligkeitsstruktur ihrer Finanzschulden vorgenommen. In der Schweiz und Europa spielt diese Finanzierungsform jedoch nach wie vor eine untergeordnete Rolle.

 

Heterogenität als Bewertungsherausforderung

Länderspezifische Unterschiede in der Auslegung von Mindestanforderungen von Kapitalpuffern bei Finanzintermediären sowie die damit verbundenen ausgearbeiteten Trigger-Mechanismen lassen selbst professionelle Marktakteure bei der Bewertung von Pflichtwandelanleihen bis dato unterschiedlich vorgehen. Auch verschieden ausgestaltete Covenants und generell ein heterogenes Instrument Design bei Hybridanleihen aus dem Nicht-Finanzbereich führen immer wieder zu hohen Bewertungsherausforderungen.

 

Zehn Fallstudien zu Hybriden

Die zehn dokumentierten Fallstudien konnten aufzeigen, dass sich der Markt in der Einstufung von Call-Wahrscheinlichkeiten und folglich der Bewertung von Hybriden wiederholt geirrt hat. Die Sichtweise der Fallstudien ist im Wesentlichen durch die eines Investors geprägt, welcher vor der Frage steht, in welcher Form und in welchem Ausmass er für das Halten von hybridspezifischen Risiken entschädigt wird.

 

Was dem Investor bleibt

Aus Investorensicht bietet – ausreichende Kenntnisse vorausgesetzt – die aktuelle, finanzarchitektonische Grossbaustelle Opportunitäten. Zwar werden spezifische, aktuell ausstehende Hybridanleihen im Rahmen des sich allmählich stärkenden Wirtschaftsumfelds als attraktiv gegenüber vorrangigen Anleihen eingestuft. Im Zusammenhang mit den in der Schweiz und in der Eurozone verbreiteten Negativzinsen tun Investoren jedoch gut daran, bei den emittierten Hybridpapieren die in letzter Zeit tendenziell aufgeweichten Covenants zu studieren. Der beobachtbare Renditedruck bei Investoren dürfte die Nachfrage gegenüber Hybridpapieren weiterhin hochhalten.

 

Kostenloses E-Book zum Download

Das Praxishandbuch «Hybridkapital – Finanzierungsinstrument und Kapitalanlage» ist als E-Book im IFZ Verlag erschienen und kann im IFZ Mediencorner unter Studien- und Buchpublikationen kostenlos bezogen werden (Download).

 

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