Gender-neutrale Inserateoptimierung

By wahille, 15. September 2017

Eine Massnahme der Unternehmung Credit Suisse

Berufliche Chancengleichheit soll nicht erst am Arbeitsplatz, sondern bereits bei der Ansprache und Selektion der Kandidaten bedacht werden. Bei Stellenausschreibungen besteht das Risiko, standardisierte Formulierungen zu verwenden, die geschlechtsspezifisch sein können. Die Credit Suisse setzt deshalb auf eine online-basierte Software, welche Diversität bereits in der Kandidatenansprache fördert.

Die Credit Suisse fördert die berufliche Integration auf allen Ebenen sowie über alle Geschäftsfelder hinweg und ist bestrebt, Chancengleichheit zu gewährleisten – vom Stelleninserat als erster Kontaktpunkt mit potenziellen Arbeitnehmern/-innen bis zum letzten Arbeitstag von Kollegen/-innen.

Gerade das Verfassen von ansprechenden und aussagekräftigen Stelleninseraten gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben eines/-r Recruiters/-in. Vom erfolgreichen Gelingen hängt einerseits ab, inwieweit gute Talente angeworben werden können, andererseits ist das Inserat auch ein Träger des jeweiligen Employer Brandings. Ob und wie eine Stellenausschreibung bei potenziellen KandidatInnen angekommen ist oder einen selektiven ‚Bias‘ enthält, kann der/die Recruiter/-in meist erst anhand der folgenden Rücklaufquote an Bewerbungen bewerten.

Das Recruitment der Credit Suisse ist hier einen Schritt weiter gegangen und fördert Diversität und Geschlechtsneutralität bereits bei der Stellenausschreibung: Mittels einer online-basierten Software werden die international meist auf Englisch verfassten Inseratetexte seit dem Frühjahr 2017 grundsätzlich bankweit anhand eines Algorithmus inhaltlich überprüft und mit mehreren Tausend Ausschreibungen anderer Firmen der Finanz- und Bankenbranche verglichen. Beinhaltet der Text beispielsweise zu viele maskulin gefärbte Ausdrücke (challenging vs. meaningful), werden zu häufig branchentypische Klischees verwendet (outside the box thinking vs. creative approach) oder nur wenige plastische Verben benutzt (collaboration vs. to collaborate), welche für die Diversität von KandidatInnen hinderlich sein könnten, zeigt das Tool dies an. Der/die Credit Suisse Recruiter/-in nutzt eine Anzeigeskala zum eher männlichen oder weiblichen Ton, konkrete inhaltliche Hinweise sowie einen Gesamtscore richtungsweisend dafür, das Inserat zu optimieren und so zu formulieren, dass Aufgaben und Opportunitäten in der Rolle geschlechtsneutral beschrieben werden können. Erst mit einem optimierten Text wird die Publikation lanciert.

Es ist erwiesen, dass entsprechend optimierte Inserate bspw. ~25% mehr weibliche Stellensuchende anspricht und mehr qualifizierte Fachkräfte interviewt werden können. Die Credit Suisse ist stolz, damit einen aktiven Beitrag zur Chancengleichheit schon ab dem ersten Bewerbungsschritt zu leisten und noch mehr Diversität in die eigenen Reihen zu bringen.

Teilen in