Studierende coachen Unternehmen

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Studierende als Unternehmensberater? Na klar! Im neuen Modul Consulting analysieren angehende Wirtschaftsinformatikerinnen und Wirtschaftsinformatiker echte Firmen auf ihre Schwächen hin und bringen Verbesserungsvorschläge. 

«Wir wurden schon etwas ins kalte Wasser geworfen», sagt Matthias Perrollaz über den Unternehmens-Workshop im Modul Consulting. Während zwei Tagen besuchten Wirtschaftsinformatik-Studierende des zweiten und dritten Studienjahres die Spezial-Transformatoren-Stockach GmbH & Co.KG (STS) im deutschen Stockach und führten dort ihre erste Unternehmensberatung durch. So sollten sie praxisnah lernen, wie sie die Schwachstellen einer Firma erkennen und wo welche Optimierungen greifen.

Der Weg zum Besseren in kleinen Schritten

Zur Vorbereitung kam Consulting-Experte Karl Maisch in den Unterricht und vermittelte die Grundlagen der Kaizen-Kultur. Diese japanische Philosophie beschäftigt sich mit der permanenten Verbesserung von Tätigkeiten, Abläufen, Verfahren oder Produkten. Auch die Wertstromanalyse, eine Methode, um Prozesse und Flüsse eines Wertschöpfungsprozesses darzustellen, gehörte zu Maischs Input, ebenso wie der Digitalkompass: Ein Instrument um festzustellen, wie digital eine Firma ist.

Dann hiess es Learning by Doing. Die Studierenden besuchten mit Karl Maisch als Unterstützer die STS. Nach einer Präsentation des Unternehmens – STS entwickelt kundenspezifische Bauelemente, etwa für die Ladestation von Porsches Elektroautos – zeigte der Produktionschef ihnen die Abläufe.

Anschliessend teilten sich die Studierenden in drei Gruppen und untersuchten verschiedene Teile des Fertigungsprozesses. Perrollaz und sein Team kümmerten sich um Vorprüfung, Verguss, Reinigung, Endprüfung und Versand. «Die Mitarbeitenden waren sehr hilfsbereit, haben uns alles genau erklärt und über die Stärken und Schwächen dabei gesprochen.» Perrollaz, der berufsbegleitend studiert, war erstaunt über diese Ehrlichkeit: «Ich vermute, eine Schweizer Firma wäre da zurückhaltender gewesen.»

Nachdem sie am ersten Tag die Ist-Situation erfasst und der Firma präsentiert hatten, konnten die Studierenden ihr Abendprogramm in Stockach selbst gestalten.

Ob Silicon Valley oder Stockach …

Tags darauf machten sie sich an die Verbesserungsvorschläge. «Anstelle einer Kamera, welche die Abfüllstation zur Kontrolle filmt, schlugen wir vor, die Aufgabe mit Sensoren und Bilderkennungssoftware zu lösen». Ein anderes Beispiel: STS druckt sämtliche Pläne noch auf Papier. Perrollaz und sein Team plädierten für Tablets oder Monitore als nachhaltige Alternative. Am Schluss musste jedes Team mehrere ganz konkrete Handlungsvorschläge abgeben.

«Hier sind quasi alle Lösungen noch offen.»
Matthias Perrollaz

Matthias Perrollaz war mit seinem Studiengang auch schon im Silicon Valley und schätzt Praxis-Projekte wie diese: «Hier sind quasi alle Lösungen noch offen.»

… sich als selbstwirksam erfahren tut gut

Der Unternehmens-Workshop habe auch deshalb Spass gemacht, weil allen die Resultate der Analysen und Vorschläge zur Verbesserung wichtig waren. «Ich werde mich deshalb noch lange daran erinnern». Besonders gefreut hat ihn: «Wir wurden nicht als Studierende, sondern als externe Personen, welche eine Aussensicht in die Firma bringen, wahrgenommen.»

Auch für das Unternehmen war es eine Win-Win-Situation. Sie erhielten eine «kostenlose Beurteilung» und waren zufrieden mit den Vorschlägen. «Wir konnten da schon frischen Wind einbringen», sagt Matthias Perrollaz stolz. «Wir wussten zwar nicht was auf uns zukommt, doch die Erfahrung hat sich gelohnt.

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