Immobilienmanagement am Institut für Finanzdienstleistungen Zug – IFZ

Nachhaltig bauen in Häusern, Vierteln und Städten

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Wie kann man nicht nur einzelne Häuser nachhaltig bauen, sondern auch Quartiere, ganze Städte oder sogar Regionen? Und kann Nachhaltigkeit ein Wettbewerbsvorteil sein? Diese und andere Fragen stellten sich Experten am Schweizer Bauforum 2019, das am Donnerstag über 120 Bau- und Immobilienfachleute nach Luzern lud.

Wer nachhaltig bauen will, muss auch die sozialen Aspekte eines Gebäudes bedenken, muss überlegen, wo es gebaut werden soll und für wen. Das war der Tenor des Schweizer Bauforums, das vor 120 Bau- und Immobilienfachleuten in Luzern stattfand. Das Schweizer Bauforum wird veranstaltet vom Institut für Gebäudetechnik und Energie IGE und vom Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern, in Zusammenarbeit mit der Netzwerk Nachhaltiges Bauen Schweiz (NNBS). Den Begriff der Nachhaltigkeit fassten manche Redner sehr weit, aber er war für alle wichtig: «Nachhaltigkeit ist ein Wettbewerbsvorteil», sagte Hans Peter Wehrli von der Swiss Prime Site AG, «Nachhaltigkeit ist nicht delegierbar.»

Die Immobilienbranche müsse auf die Uberisierung der Städte reagieren – darauf, dass Plattformen Wohnraum anbieten – und selbst flexible Räume bauen. So baute Swiss Prime Site auf dem Siemens-Areal in Zürich-Albisrieden mit «YOND» ein Gebäude, in dem sich flexible Räume flexibel mieten lassen. «Wir vermieten Lebensräume, nicht Wohnungen», so Wehrli. Entsprechend müssten auch die Quartiere geplant werden: «Arbeit und Wohnen gehört zusammen.» Veränderte Ansprüche sorgen für immer höheren Stromverbrauch «Nachhaltigkeit ist mehr ein Verhalten als eine Technologie», sagte Kees Christiaanse, Gründer von KCAP Architects & Planers, in seinem Input-Referat. Technologie veralte oft schon nach zehn Jahren, aber veränderte Ansprüche würden für einen immer höheren Stromverbrauch sorgen. Er sprach sich für ein Prinzip der Stadtplanung aus, in dem Projektleiter die Infrastruktur vorgeben, Parzellen aufteilen, Regelwerke aufstellen – und dann den Architekten bei der Gestaltung freie Hand lassen. Das verhindere Eintönigkeit, so Christiaanse.

Bei der Bebauung grosser Areale liege eine Herausforderung darin, divergierende Interessen unter einen Hut zu bringen. Das formulierte Urs Lengweiler als Erkenntnis, die die Steiner AG aus der Planung des 42’000 Quadratmeter grossen Glasi-Areals in Bülach ZH ziehen konnte. Eine Antwort kann sein, für jedes Projekt eine eigene Vision und ein eigenes Leitbild zu entwickeln, über die man auch reden und diskutieren kann.

Das Gebiet wurde von Genossenschaften und der Steiner AG gemeinsam konzipiert. «Spannend zu sehen, wie die Genossenschaften ein Kostendach definieren – und innerhalb dessen nur noch über Qualität reden», so Steiner auf dem Schweizer Bauforum. «Kein Unterschied zwischen Ökonomie und Ökologie.» Viele Interessen werden auch auf dem Technologiecluster Zug zusammentreffen. Denn die V-Zug AG wird sich konzentrieren und das Gelände auch für Wohnungen, Bildungseinrichtungen, kleinere Unternehmen und Start-ups öffnen. «Gleichzeitig werden wir unseren Footprint auf ein Drittel verkleinern – eine Herausforderung», so Beat Weiss, V-Zug Immobilien AG auf dem Bauforum.

Viel könne bei solchen Projekten erreicht werden, wenn die natürlichen Gegebenheiten wie Wind oder Sonneneinstrahlung bereits bei der Planung berücksichtigt werden, machte Nadir Abdessemed von Transsolar KlimaEngineering deutlich. Technologie allein wird aber nicht die Lösung sein, zeigte auch Kristina Orehounig von der Empa. Dafür müsse auch der Energieverbrauch selbst gedrosselt werden. Hans Peter Wehrli von der Swiss Prime Site AG formulierte drastisch: «Letztlich gibt es keinen Unterschied zwischen Ökonomie und Ökologie.»

Weitere Informationen sowie die Präsentationen der Vortragenden und die Poster der Ausstellung finden Sie hier.

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