News aus dem Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ

Prof. Dr. Pedergnana Maurice: Das Zeitalter der Angst wirkt lähmend

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von  Prof. Dr. Maurice Pedergnana, Dozent am Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ

Am Weltwirtschaftsforum in Davos werden immer wieder interessante Studien veröffentlicht. Eine fand ich diesmal besonders spannend, weil sie beleuchtet, wer am meisten Verlustängste hat. So wurde weltweit jüngeren Erwachsenen die Frage gestellt, ob man glaube, am Ende des Lebens besser oder schlechter als die Eltern-Generation gelebt zu haben.

In den westlichen Industrienationen war das Ergebnis einigermassen ausgeglichen. Es ist heute für 25-Jährige nicht mehr selbstverständlich, einen besseren Lebensstandard als die Eltern zu erreichen. Im westlichen «Zeitalter der Angst» zeichnet sich zudem ab, dass die nachrückende Generation der materiellen Wohlstandsvermehrung nicht mehr alles unterordnet. Es zählen Werte und Selbstachtung, wenn möglich sogar Selbstverwirklichung.

Die Jungen sind insgesamt nicht nur besser gebildet als früher, sondern sie sind auch politisch weniger eingenommen. Sie wollen ihre erworbenen Fähigkeiten einsetzen und lassen sich immer weniger von offensichtlicher Korruption und leeren Versprechungen an der Nase herumführen.

Interessant ist, dass in den zwei global herausragenden asiatischen Volkswirtschaften China und Indien die einleitende Frage mit viel mehr Zuversicht beantwortet wurde. Rund neun von zehn sind sich ziemlich sicher, dass ihr Wohlstand jenen der Eltern übertreffen wird. Das macht eine Gesellschaft hoffnungsvoll und zukunftsgerichtet. Der Status quo wird als Grundlage verstanden, sozusagen als Sprungbrett, und nicht als etwas, das es gegen jede Veränderung zu verteidigen gilt.

Was bei uns oftmals lähmend wirkt, wird in asiatischen Ländern mit umgekehrten Vorzeichen betrachtet. Da werden Innovationen mit Freude und spielerischer Leichtigkeit aufgegriffen, auch von Erwachsenen. Sie werden als Zwischenschritte der steten Verbesserung verstanden und beschleunigen damit gewiss die positive Wirtschaftsdynamik.

Die ausführliche Kolumne von Prof. Dr. Maurice Pedergnana in der Luzerner Zeitung finden Sie hier.

 

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