News aus dem Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ

Prof. Dr. Christoph Lengwiler, Prof. Dr. Linard Nadig: Man sollte die Branche nicht totreden

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Das Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ – ein Institut der Hochschule Luzern – Wirtschaft feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Bis zum heutigen Tag haben sich im IFZ über 35’000 Personen aus- und weitergebildet. Anlässlich des Jubiläumsanlasses haben Christoph Lengwiler und Linard Nadig mit der Luzerner Zeitung über Erfolg, Spardruck und den Wandel in der Finanzindustrie gesprochen.

Christoph Lengwiler, warum geben Sie nach 20 Jahren die Leitung  jenes Instituts ab, das Sie gegründet und massgeblich mitgeprägt haben?
Lengwiler: Jeder, der mich kennt, weiss, dass ich die letzten 20 Jahre wirklich Vollgas gegeben habe. Ich habe immer gesagt, dass ich zum richtigen Zeitpunkt zurücktreten will und nicht erst dann, wenn man froh ist, dass ich gehe. Das 20-Jahr-Jubiläum ist ein guter Moment, um loszulassen. Es fällt mir aber dennoch schwer, weil ich letztlich hier alles aufgebaut habe, natürlich mit Unterstützung des ganzen Teams. Ich bin überzeugt, dass mein Nachfolger Andreas Dietrich zusammen mit Linard Nadig das Institut weiterhin erfolgreich führen wird.

Sie bleiben dem Institut aber erhalten?
Lengwiler: Ich bin weiterhin Dozent und werde noch Forschungsprojekte betreuen. Jedoch werde ich flexibler sein als bisher. Ich werde meine Belastung nach meinen Bedürfnissen regulieren können, da ich nicht mehr die Verantwortung als Institutsleiter trage.

Wie kam es vor 20 Jahren eigentlich dazu, dass man in Zug ein Weiterbildungszentrum für Finanzberufe schuf?
Lengwiler: Die Situation war ganz anders als jetzt. Heute besteht schweizweit schon fast ein Überangebot an Weiterbildungsmöglichkeiten in diesem Bereich. Damals war das Angebot hingegen sehr überschaubar. Ausserdem gab es in Zug viel mehr Arbeitsplätze im Bankenbereich.

Das hat sich mittlerweile ja geändert. In den letzten Jahren hat die Finanzindustrie krisenbedingt viele Jobs abgebaut. Wie zukunftsträchtig ist es, heute noch Weiterbildungen im traditionellen Bankengeschäft anzubieten?
Nadig: Was wir am IFZ tun, ist ja genau das, was es in dieser aktuellen Lage braucht: Unsere Aus- und Weiterbildungen geben den Finanzfachleuten das Rüstzeug, um mit den aktuellen Entwicklungen schritthalten und fachlich fit bleiben zu können. Dies hilft ihnen, sich im umkämpften Arbeitsmarkt zu behaupten.

Lengwiler: Aber es ist schon so, dass wir im Windschatten der Branche operieren. Wenn in der Finanzbranche gespart wird, spüren wir das auch in Form von weniger Anmeldungen. Dafür gibt es dann später vielleicht einen Nachholeffekt. Letztlich haben wir aber auch von der Finanzkrise profitiert, die ja eine Verschärfung der Regulierung ausgelöst hat. Darum wächst die Nachfrage nach Kursen im Bereich Compliance und Risikomanagement. Grundsätzlich glaube ich, dass man die Finanzbranche nicht totreden sollte. Kompetente Finanzfachleute wird es immer brauchen, aber sie müssen sich mit neuen Themen beschäftigen. Dazu zählt derzeit in erste Linie die Digitalisierung, welche die Finanzindustrie radikal verändert.

Das ausführliche Interview vom 6. Juni in der Luzerner Zeitung finden Sie hier.

Zum 20-jährigen Bestehen hat das IFZ eine Jubiläumszeitung herausgegeben. Verschiedene Beiträge zeigen die Geschichte, die wichtigsten Meilensteine und den Erfolg des IFZ auf – 20 Jahre IFZ – eine Erfolgsgeschichte.


Mehr Informationen zum 20-Jahr-Jubiläum finden Sie auf unserer Jubiläumswebsite.

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