FFL 2017 Review

Thema: Project Management revisited

Am 15. und 16. März 2017 fand in der Messe Luzern zum dritten Mal das Future Forum Lucerne (FFL) statt. Das Thema der Veranstaltung lautete «Project Management revisited – Innovation, Timing, Enthusiasmus».

Die Interaktionskonferenz unter dem Motto zuhören und mitmachen startete mit einem erfrischenden «Tellschuss» (origineller Apfel-Karotte-Snack von Lauren Wildbolz, Vegan Kitchen). Die Eröffnungsworte sprach Christine Böckelmann. Sie lud die TeilnehmerInnen ein, «ausgetrampelte Wanderwege zu verlassen» und im Rahmen des FFL kreative Formen des Projektmanagements auszuprobieren und zu reflektieren.

Das Programm, durch das Julie Harboe und Jens Meissner führten, begann mit einem Podium zum Tagungsthema. Patricia Wolf leitete das Gespräch mit Katrin Reschwamm, Jürg Inderbitzin, Simon Berg, Tuuli Utriainen und wechselnden TeilnehmerInnen aus dem Publikum. Einige Statements im Blitzlichtformat: Es sind Kick-Off Meetings, gemeinsame Sprache, schlanke Organisation, agile Leadership, Opportunitäten vor Planung, regelmässiger Austausch, Vertrauen, Feiern (zu Beginn und Schluss), die gutes Projektmanagement ausmachen.

Kernstück des FFL war auch dieses Jahr die Bearbeitung der acht Praxisherausforderungen mit 11 unterschiedlichen Methoden. Unter Anleitung der Workshop VeranstalterInnen erarbeiteten die «Challengegeber» gemeinsam mit je rund 10 TeilnehmerInnen aus dem Publikum Lösungsansätze für ihre spezifischen Herausforderungen.

Auf dem abwechslungsreichen Programm standen ebenfalls vier Referate zu Schlüsselfragen.

Silke Seemann’s Präsentation trug den Titel «Und wieso jetzt?». Sie fragte nach den Grundvoraussetzungen für ein gelingendes Leben und führte das Publikum an ihre Erkenntnis des «Spürdenkens» heran: Eine der heutigen Herausforderungen für ein gelingendes Leben ist das Schaffen von Leerräumen zwecks freiem Denken und Schöpfen aus dem «Nichts», der «Ressource von allem».

Frank E. P. Dievernich sprach geordnet über «Un-Ordnung». Er definiert Projekte als «Herzschrittmacher» der Unternehmen. Sie sind also unerlässlich für das (Über)Leben. Zweifel? Zweifel sind nach Frank E. P. Dievernich DIE «zentralen ökonomischen Ressourcen für den Erfolg».

Julie Harboe stellte dem Plenum das Projekt «Tools for Managing Transdisciplinary Innovation Projects (ToMaP)» vor, in dem über die Position des Individuums in Innovationsprozessen reflektiert und nach Werkzeugen für – intellektuelle, räumliche und zeitliche – Offenheit gesucht wird. Denn, wie sie im Referat unterstreicht: «Es braucht Mut, um gegen die Konventionen der Effizienz anzutreten».

Pero Mićić schloss die Referatsreihe mit «Frontloading» ab. Er startete mit folgendem Statement: «Das Jahr 2067 erinnert mich an mein zukünftiges Ich». Dann schaute er durch die Gläser der fünf Brillen des Modells Eltviller auf die Fragen der Zukunft, welche wir gemäss Pero Mićić «nur sehen können, wenn wir sie schon mal gesehen haben».

Zum 3. FFL gehörten auch zwei Sessionen im World Café Stil. Hier wurden einerseits die in den Workshops angewendeten Methoden kritisch reflektiert. Andererseits fassten die Challengegeber gemeinsam mit dem Publikum die Lösungstrends für ihre Praxis zusammen.

Die Interaktionskonferenz hielt, was sie in ihrem Titel versprochen hat: kreative Inputs für innovatives Projektmanagement, enthusiastische VeranstalterInnen und ein offenes, vernetzungsfreudiges Publikum, das es nicht scheute, Masken ab- und aufzusetzen, mit Würfeln zu spielen und Nägel mit Köpfen zu machen…

Weitere Impressionen gibt es in der Galerie.

Pia Stalder (Dr.) ist Interaktionsanalytikerin. In ihren Arbeiten erforscht sie die verbalen und nonverbalen Faktoren der zwischenmenschlichen Kommunikation. Aus den Erkenntnissen entwickelt sie neue Lehr- und Lernmethoden zur Förderung der Zusammenarbeit von ManagerInnen und Teams im Innovationskontext.