Geschichten hinter den Kulissen des Departements Technik & Architektur

Studierende gestalten die bauliche Zukunft eines Klosters

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Im Rahmen des Bachelor+ setzten sich drei Studierenden-Teams aller Baustudiengänge der Hochschule Luzern mit dem interdisziplinären Projekt «Umnutzung sakraler Räume – Erweiterung Kloster Wesemlin» auseinander. Sie beschäftigten sich während eines Semesters mit der baulichen Zukunft des 1589 erbauten Kapuziner-Klosters und stellten ihre Projekte am 15. Januar im Rahmen einer Schlusskritik vor.

Herausforderungen
In einer Blockwoche haben die Studierenden eine Bedarfs- und Bedürfnisanalyse mit den Kloster-Brüdern erarbeitet. In einem weiteren Schritt wurden Vorschläge für die Umnutzung und Erweiterung der klösterlichen Bauten entwickelt.

«Aufgrund des realen Auftraggebers und den echten Rahmenbedingungen sind wir mit diesem Projekt sehr nah am Berufsleben, was ich als grossen Vorteil sehe. Der Prozess mit dem Kloster war sehr spannend und einzigartig», sagte Architektur-Student Martin Fäh.

Die Studierenden stellten sich ganz neuen Herausforderungen, wie etwa einer 3D-Konstruktion der Fassadenwand mit anschliessender Simulation in der Software IDA ICE. Dies war für den Gebäudetechnik-Student Mario Widmer eines der Highlights dieses Projekts, da er eine Simulation der Fassadenwand in der Gebäudetechnik noch nie so gemacht hatte. Auch die Rahmenbedingung, dass die bisherigen Gebäude grösstenteils unter Denkmalschutz stehen, machte das Projekt komplex.

Wichtig waren den Studierenden auch Aspekte des sozialen Zusammenlebens: Es sollte beispielsweise eine klare Trennung zwischen den neuen Mitbenutzern und den Brüdern im Kloster stattfinden, sodass der brüderliche Tagesablauf nicht gestört wird.

Es war also in jeder Hinsicht eine interessante Aufgabe, die alle drei Studierenden-Teams auf unterschiedliche Weise gelöst und an Modellen präsentiert haben.

Abschlussarbeit des Bachelor+ Moduls
Die erste Gruppe, welche ihr Projekt an der Schlusskritik vorstellen durfte, sah den Auszug der Brüder aus dem bestehenden Kloster vor. Die Kloster-Räumlichkeiten sollen für ein Hotel, eine Cafeteria sowie ein Co-Working-Space genutzt werden. Der Alltag der Klostergemeinschaft würde mit diesem Konzept im Neubau stattfinden, der sich durch die Verbindung von Schlaf- und Arbeitsräume auszeichnet. Eine weitere Besonderheit dieses Vorschlags ist die Verwendung von Stampflehm für die Aussenwände, was Ruhe und Verbundenheit zur Natur ausstrahlt.

Abschlussarbeit des Bachelor+ Moduls
Die zweite Gruppe nannte ihr Projekt «Plan B – Timeout». Der neue Anbau ans Kloster würde als Hotel genutzt: Ein Ort für Menschen, die sich aus der hektischen Stadt eine Auszeit gönnen möchten. Dieser neue Hotel-Anbau sollte das Kloster mitfinanzieren ohne den Tagesablauf der Brüder zu tangieren.

Abschlussarbeit des Bachelor+ Moduls
Die dritte Gruppe präsentierte mit dem Projekt «Klammer auf» einen faszinierenderen Anbau aus Holz. Teil des Konzepts waren ein «Tante-Emma-Laden» und ein Restaurant im Erdgeschoss, sowie verschiedene Räume mit und ohne Kochnischen in drei verschiedenen Grössen im Obergeschoss.

Was ist Bachelor+?
Per Studienjahr 2017/2018 bietet die Hochschule Luzern – Technik & Architektur den bestgeeigneten und motivierten Studierenden die Möglichkeit, sich im Rahmen des «Bachelor+ Interdisziplinarität am Bau» vertieft in die Thematik der interdisziplinären Teamarbeit sowie des digitalen Bauens/BIM (Building Information Modeling) einzuarbeiten und sich damit besonders für die anspruchsvolle Berufspraxis zu qualifizieren.

Vier interdisziplinäre Teams mit Studierenden aller Baustudiengänge absolvieren während ihrer letzten beiden Studiensemester – neben ihrer disziplinären Ausbildung – als Projektteams fünf aufeinander aufbauende interdisziplinäre Entwurfsprojekte. Das disziplinäre Bachelor-Studium wird mit dem zusätzlichen Zertifikat «Bachelor+ Interdisziplinarität am Bau» abgeschlossen.

Fotos: Markus Käch

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