Geschichten hinter den Kulissen des Departements Technik & Architektur

Lerne Elektroniker, werde Architekt!

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In diesem Blog möchte ich all jenen Mut machen, die sich bei ihrer Studienwahl nicht sicher sind oder Zweifel haben. Vergangenes Jahr habe ich viel gelernt, und dies nicht nur im Studium!

Meine Geschichte beginnt als 15-jähriger «Gymeler». Ich hatte mich während des Gymnasiums für eine Lehrstelle als Elektroniker bei der RUAG beworben. Als die Zusage kam, musste ich mich entscheiden: Beende ich das Gymnasium mit Matura oder beginne ich die Lehre als Elektroniker? Da ich schon immer eher der Praktiker als der Theoretiker war, entschied ich mich für die Lehre. Der Start im Gymnasium ermöglichte mir einen prüfungsfreien Eintritt in die BM. Vier Jahre lang lernte ich das Handwerk des Elektronikers und erhielt zusätzlich eine gute Ausbildung in der BMS. Ich beendete beide Ausbildungen erfolgreich.

Dann hiess es erstmal: «Rekrut Behrend – Still gestanden!» ˗ 21 Wochen Rekrutenschule in der Schweizer Armee. Nach der RS packte ich meine Koffer und reiste einmal um die Welt. Zurück in der Schweiz, war ich voller Elan, ein Studium zu beginnen. Besonders der Studiengang Bachelor of Science in Medizintechnik sprach mich sehr an. Die Idee, Prothesen und lebensverbessernde Maschinen zu entwickeln, klang sehr spannend und so begann ich das Studium.

Medizintechnik – war es die richtige Entscheidung?

Ich war begeistert und lernte sehr viel. Im 2. Semester begann ich jedoch zu zweifeln: War es die richtige Wahl? Will ich später in einem Büro arbeiten, mich mit Zahlen herumschlagen und Tag für Tag Dinge berechnen und Tabellen erstellen? Nein! Mir wurde bewusst, dass meine Stärken nebst dem Technischen auch im visuellen und kreativen Bereich liegen und mir der kreative Aspekt in der Medizintechnik fehlte. Daraufhin sprach ich mit Studierenden, Dozierenden und Verantwortlichen von verschiedensten Studiengängen und kam auf das Architekturstudium, das Kreativität, Visuelles und technische Aspekte verbindet. Es ergab sich die Gelegenheit, die Zwischenkritiken der Architektur-Studierenden mitanzusehen und das liess ich mir nicht entgehen!

Begeistert vom Einblick ins Architektur-Studium, machte ich mich auf die Suche nach einer Praktikumsstelle, was geklappt hat. Jetzt arbeite ich
für acht bis zehn Monate bei smarch – Mathys und Stücheli Architekten ETH BSA und starte im Herbst 2019 mit dem Architekturstudium. Wie es der Zufall so will, ist meine Chefin eine ehemalige Dozentin der Hochschule Luzern und kann mich perfekt fürs Studium vorbereiten. Ich kann es kaum erwarten!

Architektur, die Verbindung von Kreativität, Visuellem und technischen Aspekten

Dies ist meine Geschichte. Wenn du Zweifel hast, ob du im richtigen Studium bist, melde dich bei deinem Studiengangleiter und informiere dich. Im Schweizer Bildungssystem haben wir unzählige Möglichkeiten – nutzen wir sie! Egal wo du gerade stehst, es gibt immer verschiedene Wege.

Ich habe meine Elektroniker-Lehre sowie den Wechsel der Studienrichtung nie bereut, ich würde meinen Weg genau gleich nochmals so wählen. Was du einmal gelernt hast, kann dir niemand mehr nehmen. Danke an alle, die mich auf diesem Weg unterstützt haben.

Hast du Fragen? Schreib mir doch eine email hidden; JavaScript is required – Ich nehme mir gerne Zeit für dich!

2 Kommentare

  1. Alin Marita on

    Kann man mit Quali und Ausbildung aus elekteoniler mit berufsoberschule Architekt werden?

    • @Alin Marita: Das ist möglich! Du müsstest die gestalterische Berufsmatura absolvieren und rund ein Jahr Berufserfahrung (Praktikum) in einem Architekturbüro sammeln. Bei Fragen kannst du dich gerne an unser Bachelor- und Master-Sekretariat wenden: Telefon +41 41 349 32 07 oder per Mail
      email hidden; JavaScript is required

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