Geschichten hinter den Kulissen des Departements Technik & Architektur

Was machen ausländische Studierende in Schweizer Badezimmern?

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Ganz einfach: Sie besuchen das Modul «International Project»! Und das hat sie in diesem Jahr zum Schweizer Badaccessoires-Hersteller Bodenschatz geführt. Während 14 Wochen arbeiteten internationale und interdisziplinäre Studierendenteams an realen Aufgabenstellungen. Mittels Design Thinking haben die Studierenden aus verschiedenen Kulturen ihren Blick für das Einrichten im Schweizer Badezimmer geschärft, neue Erkenntnisse gewonnen, Prototypen gebaut und sie getestet. Eng begleitet von den Industriepartnern aus dem Innovations- und Produktmanagement konnten die Teilnehmenden vom Knowhow, den vielen Feedbacks und regem Austausch profitieren.

Innovation, Internationalität, User-Zentriertheit und Interdisziplinarität sind Kernthemen des Instituts für Innovation und Technologiemanagement. Sie ziehen sich über alle Aktivitäten des Instituts und sind über die Strategie bis in die einzelnen Module tief verankert. 

Im Modul «International Project» widmen sich internationale Studierende unterschiedlichen und interdisziplinären Themen, welche von Industriepartnern eingebracht werden. In einem Kick-off erhalten sie Einblick hinter die Kulissen von namhaften Schweizer Unternehmen. Dieses Semester öffnete die Firma Bodenschatz ihre Ausstellungen für die Studierenden und führte durch ihre Kernkompetenz, nämlich Bäder und Accessoires. Bereits das ist für viele Studierenden eine grosse Bereicherung, denn viele ausländische Hochschulen arbeiten wenig bis gar nicht mit der Industrie zusammen.

Die beim Modul eingegebenen Aufgabenstellungen sind reale Herausforderungen, welche die Unternehmen derzeit beschäftigen. Da die Studierenden mit dem Design Thinking Ansatz arbeiten, wird das Gefäss von viele Unternehmen gerne genutzt, um Einsichten über User-Bedürfnisse zu gewinnen.

Needfinding und Empathizing (also die Bedürfnissuche und das Hineinversetzen in den User) erfordern, dass die Studentinnen und Studenten ihre eigenen Hemmschwellen ablegen und mit aktiv mit Nutzern in Kontakt treten. Diese Phase prägte den ersten Teil des Projektes, in welchem dem die Problemstellung gründlich untersucht wird. In weiteren Phasen werden eine Vielzahl von Ideen gesucht, bewertet und jede Woche zwei Ideen an Hand von rudimentären Modellen und Usertests überprüft, verworfen oder weiterentwickelt. Das Projekt wird eng von den Industriepartnern begleitet, indem sie dreimal pro Semester für eine Präsentation an die Hochschule kommen, Feedback und zusätzliche Hintergrundinformationen liefern und die Studierenden in ihrem Prozess unterstützen. Seitens der Hochschule Luzern – Technik & Architektur werden die Studierenden von einem interdisziplinären Dozierendenteam gecoacht.

Dieses Jahr hat erneut der Badaccessoire-Spezialist Bodenschatz Themenstellungen eingeben. Diese sind mitunter herausfordernd: Es kann beispielsweise durchaus vorkommen, dass sich ein Team dem Thema der monatlichen Damenhygiene im Bad widmen soll. Nach einigen Wochen sind die anfänglichen Berührungsängste allerdings verflogen und die Studierenden entwickeln eine sehr professionelle Haltung zu anspruchsvollen Themen.

Die des Design Thinkings führt eine grosse Anzahl neuer Ideen zu Tage und die Teams arbeiten in sehr kreativer Art und Weise zusammen. Auch die Zwischenpräsentationen sind geprägt von Einfallsreichtum und vor allem durch den Anspruch, die Ideen erlebbar zu machen. So kann es einem als Industrieparter schon mal passieren, dass man zu Beginn der Präsentation einen Waschlappen erhält und aufgefordert wird, das Gesicht zu reinigen, um komplett ins Thema Bad einzutauchen.

Und was passiert mit den Resultaten der Projekte? Sie werden Resultate von den Unternehmen sehr geschätzt. Bereits mehrmals erhielten die Studierendenteams in den Unternehmen am Ende des Projektes die Chance, ihre Resultate bis in die obersten Führungsetagen vorstellen zu können.
Bodenschatz hat die Resultate und die Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern – Technik & Architektur an der Swissbau öffentlich präsentiert und ihr Standkonzept eingebaut. Die unkonventionellen Ideen erhielten grosse Aufmerksamkeit.

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