Geschichten hinter den Kulissen des Departements Technik & Architektur

Das optimale Zeitmanagement – Julias Tipps für ein stressfreies Studium

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Zugegeben, ein Studium kann ganz schön stressig sein. Vorlesungen, Deadlines, Prüfungsvorbereitung… und daneben auch noch ein wenig Privatleben. Julia Egli kennt das nur zu gut. Und sie hat ihr Zeitmanagement im Griff. Für euch hat sie Tipps, wie ihr euren Studienalltag ein bisschen stressfreier bewältigen könnt.

Mein Name ist Julia, ich bin 24 Jahre alt, St.Gallerin – ja, ich kann nicht richtig «Erdbeertörtli» sagen. Ich bin Innenarchitekturstudentin, Schussel, ADHS-Person und Frühaufsteherin. Mein Talent ist es, Sachen aufzuschieben und in Stress zu kommen… und trotzdem im neuen Semester alles wieder gleich zu machen. Kommt euch das bekannt vor? Manchmal habe ich das Gefühl, eine der Eingangskompetenzen die man als Hochschul-Studi mitbringen muss, ist es, Abgaben bis zur letzten Minute aufschieben zu können.

Mit all meinen Eigenschaften sollte ich mir eigentlich ein gechilltes Leben aussuchen. Aber das ist für mich zu langweilig und so muss ich mich halt organisieren. Das Studium, den Teilzeitjob, das WG-Leben, meine Freizeit und meine Freunde. Ach ja, ab und zu gibt es noch ein bisschen Sport, was es auch zu organisieren gilt.

Die ersten Wochen im neuen Semester sind immer sehr vorbildlich. Relativ pünktlich in der Vorlesung, volle Konzentration und absoluter Wille, mitzuschreiben. Doch dann stehen die ersten Deadlines an, man hat die Nacht vor der Vorlesung zu lange in der Bar gesessen oder die letzte Staffel (ja, die ganze Staffel!) von «Stranger Things» auf Netflix durchgesuchtet. Eigentlich wäre der Abend für die Deadline geplant gewesen, aber…
Willkommen im Teufelskreis: Man schwänzt Vorlesungen, um Deadlines einzuhalten und man muss das Arbeiten an der Deadline verschieben, weil man die verpasste Vorlesung aufarbeiten muss. Gut, ihr kennt das ja, das ist unser Studienalltag. Aber ich habe meine ganz eigenen Tipps und Strategien entwickelt. Vielleicht helfen sie ja auch euch? 

To-Do-Listen 
Diese Listen sind eure Freunde. Sie verschaffen einen Überblick über den Stapel von Aufgaben. Ich selber arbeite dabei auch mit Farben und Priorisierungen. Zudem plane ich auch an sehr strengen Tagen, meist vor Abgaben oder in der Prüfungszeit, meinen Tag durch.

Pausen machen
Die Raucher unter euch haben dieses Problem weniger. Auch als Nichtraucherin gehe trotzdem ich viel mit an die frische Luft, laufe extra mit in die Mensa, obwohl ich nichts kaufe oder statte den Architekten im obersten Stock einen Besuch ab. 

Fokussieren
Ich habe meine fixen Schultage, mit Vorlesungen oder Tischkritiken. Dann gibt es noch die Zeiten, an denen wir Innenarchitekten an unseren 1:100, 1:50 oder 1:20 Modellen «basteln». Hier gibt es eine Klassendynamik, meist arbeiten wir am Abend nach dem entsprechenden Modul oder am Abend vor der Zwischenkritik. Ja, es schreit schon nach Nachtschicht. Aber ganz ehrlich, in der Nacht sind wir viel fokussierter. Keine Ping-Pong-Matches, kein Geläuf durch unser Atelier und zusätzlich der Druck, dass man am nächsten Morgen um 8:00 Uhr alles auf den Server geladen haben sollte. Hier empfehle ich Kopfhörer, ein Hörbuch und die Aussenwelt abzuschalten. Das wirkt wahre Wunder.

Grenze zwischen Studium und allem anderen
Ich arbeite zusätzlich noch 20-40% im Bahnhof in einem Shop, der ideale Arbeitszeiten für Studierende bietet. Irgendwo muss das Geld für die langen Semesterferien, den Ausgang am Donnerstag, den Glühweinstand oder das Netflix-Abo reinkommen. Spass, bei Netflix bin ich Schmarotzer. 😉 Ich arbeite bewusst nicht auf meinem gelernten Beruf als Innenausbauzeichnerin, weil ich nach der Schule abschalten muss. Bewegung und Kundenkontakt sind mir sehr wichtig, und ein gutes Team macht das Geldverdienen um einiges angenehmer. 

Ich brauche den Abstand von Aufgaben und Vorlesungen. Ich kann nicht mein ganzes Wochenende oder jeden Abend unter der Woche an den Schulsachen arbeiten. So entkomme ich am besten dem Tunnelblick und schaffe mir etwas Freiraum.

Fixe Termine
Dann habe ich ja noch Freunde, Familie und einen Freund, der zwar auch an der Hochschule Luzern studiert, aber meistens am Wochenende zurück in die Heimat fährt. Mit dem easy Studi-Leben wird es nichts, wenn ihr euch für Innenarchitektur oder Architekturinteressiert. Das Sozialleben bei diesen zwei Studiengängen wird zweifelsfrei heruntergeschraubt und erfordert Organisation in allen Bereichen. Mit meinen Freunden, welche nicht studieren, habe ich immer einen fixen Tag im Monat eingeplant, an dem wir uns sehen. Denn sonst fängt man an zu verschieben. Aus nächster Woche wird plötzlich übernächste Woche und kommender Monat. Und mit meinem Freund habe ich sogar einen gemeinsamen Terminkalender. Das hört sich erstmal meeega unspontan an, aber es klappt und man hat einen Tag oder ein Wochenende vor Augen, auf das man sich freuen kann.

Und ganz zum Schluss gibt es ja immer wieder ein, zwei Veranstaltungen welche nun wirklich nicht sooo interessant sind. Ausbrechen aus der geplanten Woche und noch die zweitletzte Episode von «Stranger Things» vor dem Schlafen gehen schauen, das liegt sicher drin. Oder auch noch die letzte…


Weitere Links zum Thema

Informationen zum Bachleor-Studiengang Innenarchitektur
Überlebenstipps für Neu-Studierende von Martin Bötschi

2 Kommentare

  1. Pingback: Stressfrei durch die Prüfungszeit – Tipps aus erster Hand – Einblicke

  2. Pingback: Advent, Advent, ein Lichtlein…

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