Geschichten hinter den Kulissen des Departements Technik & Architektur

Blockwoche Erneuerbare Energien im Nahwärmeverbund – 2019

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Auch in der diesjährigen Blockwoche «Erneuerbare Energien im Nahwärmeverbund» reisten 18 Studierende des Studiengangs Gebäudetechnik | Energie nach Ansbach (Deutschland) um die Funktionsweise und Projektierung von Biogasanlagen und Holzfeuerungen näher kenne zu lernen. Es gibt einmal mehr viel zu berichten. 

«In dieser Woche wurde das Wissen rund um die Energie- und Wärmeerzeugung mit Biomasse mittels Inputs, Besichtigungen und selbstständigen Projektarbeiten vermittelt und erarbeitet. Daneben wurde auch dem Gedanken des Gruppenzusammenhaltes und dem semesterübergreifenden Austausch Rechnung getragen.

Besichtigungen Anlagefabriken
Die kurzweilige Anreise ab Luzern in Richtung fränkisches Ansbach (D) startete am Montagmorgen mit Kaffee, Croissant und einer Lektüre über Biogas- und Hackschnitzelgrundlagen. Kurz nach dem Mittag traf die Gruppe bei der Firma AgriKomp GmbH in Merkendorf ein. In einem ersten Teil der Firmenbesichtigung wurde durch Herr Philipp Heinig von der Firma AgriKomp GmbH die Grundlagen der Biologie der Gasproduktion und des Anlageaufbaus auf verständliche Art vermittelt. In einem zweiten Teil konnte die betriebseigene Versuchsanlage sowie das Firmengelände besichtigt werden. Die Besichtigung der einzelnen Komponenten einer Biogasanlage und die Motorenproduktion ergänzte die zuvor vermittelte Theorie sehr gut. 

Bild 1: Blockheizkraftmodul bei der Firma AgriKomp AG

Der Dienstagvormittag stand ganz im Zeichen von Biomassenanlagen. Der Tag startete mit einer Besichtigung einer Holzfeuerungsanlage, welche bei der Firma Speedmaster GmbH in Betrieb ist. Anschliessend konnten wir die Produktionsstätte für Hackschnitzelkessel bis 1’000 kW sowie die eigens für diese Feuerungsanlagen entwickelten Abgasfilter unter der fachkundigen Führung von Herr Markus Heese bei der Firma Endress GmbH besichtigen. Abgeschlossen wurde der Vormittag mit einem Inputreferat zur Versorgungskette von Holzfeuerungen, zum Innenleben eines Hackschnitzelkessels sowie zu in den letzten Jahren realisierten Projekten. Die Studierenden erhielten einen sehr interessanten Einblick in die Funktion und Konstruktionsaufbau eines Hackschnitzelkessels sowie der Regulierung von Biomassenfeuerungen.
Am Dienstagnachmittag konnte der Windpark in Neuhof an der Zenn sowie der Solarpark in Buchheim besichtigt werden. Die Schilderung der Hürden, welche es zu überwinden gilt um solche eindrücklichen Anlagen zu verwirklichen, vor allem wenn die Initianten wirkliche Pioniere sind, waren sehr eindrücklich. Der Energie-Pionier und heutiger Energiebauer Klaus Endress beeindruckte die Studierenden mit seinen Erzählungen aus der Zeit um das Jahr 2006, als dank seinem Engagement eine der ersten Anlagen in dieser Grösse in Deutschland seinen Betrieb aufnahm. Ausgeklungen wurde der Tag bei einem Nachtessen und spannenden Gesprächen über das Erlebte im Hause von Klaus Endress, zu welchem wir freundlicherweise eingeladen worden waren.

Bild 2: Produktionsstätte für Hackschnitzelanlagen bei der Firma Endress GmbH

Die Projektarbeit
Am Mittwochmorgen hiess es im nahe gelegenen Technologie- und Innovationszentrum (TIZ) sich für die Projektarbeit einzurichten. Am Vortag sind verschiedene Konzeptstrategien zur Auslegung einer Biogas- und Biomassenanlage in den Teams ausgearbeitet worden. Damit alle Strategien auf den gleichen Projektgrundlagen basieren und am Schluss der Projektarbeit ein Vergleich der verschieden Konzeptvarianten möglich war, wurden die thermischen und elektrischen Leistungen und Energien die auf dem Areal als Bedarf anfallen gemeinsam in der Klasse erarbeitet. Zur Verfügung stand hierfür lediglich ein Luftbild und ein Katasterplan im Massstab 1:250. Gemeinsam konnte eine gute Basis, die nicht weit von der Realität entfernt ist, für die weiteren Berechnungen erarbeitet werden. Das Mittagessen konnte nur einige Meter von den Seminarräumen im Green & Been eingenommen werden. Besonders der Kaffee, des mehrfachen Barista-Weltmeister wurde genossen. Am Nachmittag wurde intensiv an der Projektarbeit weitergearbeitet. Der Abend durfte individuell durch die Studierenden gestaltet werden.

Ganz im Zeichen der Projektarbeit stand der Donnerstag. Am Morgen arbeiteten die Studierenden an der Fertigstellung der Konzeptarbeit mit den Berechnungen, Dispositionen und Einbindung in das bestehende Netz. Am Nachmittag wurde die Zeit für die Vorbereitung der Posterpräsentation an der MEP genutzt. Nach einem gemeinsamen Abendessen in der Brauerei Dorn in Bruckberg gingen die meisten weiter in eine Bar um den letzten Abend dieser Blockwoche ausklingen zu lassen.

Am Freitagmorgen ging es schon früh los. Da der Vorabend noch intensiv zum Vorbereiten der MEP genutzt wurde, kamen einige Teams nur zu wenig Schlaf. Die Carfahrt vom Hotel Fantasie in Ansbach zum Gasthaus zur Linde in Gösseldorf dauerte rund eine Viertelstunde. Hier wurde die MEP durchgeführt.
Nach der Ankunft im Gasthaus zur Linde, richteten sich die Teams für die bevorstehenden Präsentationen ein. In einer zehnminütigen Präsentation stellt jedes Team das eigene Energieversorgungskonzept vor, welches am Mittwoch und am Donnerstag erarbeitet wurde. Somit erhielt jeder Teilnehmer der Blockwoche einen vertieften Einblick in die Resultate der übrigen Konzepte. Nach einer kurzen Fragerunde und Diskussion im Plenum, machten wir uns auf den Weg zur Hochschule für Landwirtschaft in Triesdorf. Das Areal der Hochschule diente uns als Planungsgrundlage der Konzeptarbeit. Wir bekamen einen Einblick in eine Bestehende Biogasproduktions- und Hackschnitzel Verbrennungsanlage.

Bild 3: Biogasanlage der Hochschule für Landwirtschaft in Triesdorf

Nach der Besichtigung ging es wieder zurück ins Restaurant, um uns für die bevorstehende Rückfahrt nach Luzern zu stärken. Mit vielen neuen Eindrücken und Erkenntnissen ist die Gruppe, sicher chauffiert von Markus Zeier von der Eurobus AG, über Sargans wieder in Luzern eingetroffen. Eine erfolgreiche Blockwoche gehört zu unseren Erfahrungen und der Vergangenheit an.»

Vielen Dank an das Redaktionsteam der Blockwoche «Erneuerbare Energien im Nahwärmeverbund» für den Einblicke in das Studierendenleben.

Blockwoche Erneuerbare Energien im Nahwärmeverbund 2018

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