Geschichten hinter den Kulissen des Departements Technik & Architektur

Arbeiten im Dschungel und am Strand: Work & Travel in Südostasien

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Im Oktober hat uns Luca Grossmann bereits einiges über sein Dasein als Digitaler Nomade erzählt. Umso mehr freuen wir uns jetzt über seinen ersten Bericht aus Südostasien, seinem aktuellen Abenteuer in Sachen Arbeiten und Reisen. Und seinen wir ehrlich: Wer träumt nicht auch davon, mit Meerblick zu arbeiten?

«Hunderte Inseln, tausende Strände und leckeres Essen findet man genügend in Südostasien. Neben den vielen Backpacker und Resort-Touristen findet man in dieser Ecke der Welt aber auch viele Digitale Nomaden. Besonders Thailand hat sich in letzten Jahren als Hotspot für Freelancer und Online-Unternehmer entwickelt, welche von hier aus neben Strand und Meer auch ihr Lebensunterhalt übers Internet verdienen. Ich bin für gut zwei Monate verreist und habe in Coworking Spaces, Cafés und Hostels übers Internet gearbeitet.

Leben und arbeiten rund um die Welt – als «Digital Nomad» ist das möglich

Das Arbeitsmodell der Zukunft ist flexibel. Traditionelle Zeitmodelle mit fixen Arbeitszeiten werden auf den Angestellten angepasst und Home Office sowie Remote Work wird vermehrt auch von grösseren Unternehmen unterstützt und sogar gefördert. Die moderne vernetzte Welt ermöglicht viele neue Chancen. In vielen Branchen ist es immer öfter möglich, seiner Arbeit von überall her nachzugehen – dem World Wide Web sei Dank.

Seit meinem Abschluss des Wirtschaftsingenieur-Studiums anfangs dieses Jahr arbeite ich immer öfter vom Ausland übers Internet. Nach einigen Kurztrips in Europa ging es nun für gut zwei Monate nach Südostasien. Das tropische Klima, die kulinarische Vielfalt und die tiefen Lebenskosten machen diese Gegend zu einem Paradies für Digitale Nomaden.

Arbeiten wo andere Urlaub machen

Während meines Studiums habe ich mit Studienkollegen die Webagentur Laduma gegründet. Wir entwerfen, designen und programmieren Webauftritte und vermarkten Unternehmen im Internet. Neben meiner Tätigkeit als Unternehmer, arbeite ich auch als Wissenschaftlicher Assistent in der Start up-Förderung Smart-up der Hochschule Luzern. Die projektbasierten und selbständigen Aufgaben ermöglichen mir, grösstenteils ortsunabhängig zu arbeiten.

Bei meiner Reise habe ich die letzten Wochen in Thailand verbracht. Das kulturreiche Königreich in Südostasien hat sich als Traumdestination für alle Arten von Tourismus entwickelt, auch für Digitale Nomaden. Die kulturellen, kulinarischen und gesetzlichen Gegebenheiten machen den Aufenthalt in Thailand sehr einfach und bequem. In Thailand findet man in jeder Stadt sowie auf jeder Insel eine grosse Expat-Community, wodurch man sich sehr schnell und einfach integrieren kann. Im Schnitt habe ich jeweils eine Woche in den Städten und Inseln verweilt und konnte so, neben dem Arbeiten, noch das ganze Land bereisen. Andere Gleichgesinnte, welche ich in den Coworking Spaces getroffen haben, bleiben in der Regel drei bis vier Wochen am selben Ort, bevor sie dann weiterziehen. Natürlich sind sie auch länger unterwegs – einige sogar für unbestimmte Zeit.

Bungalows gleich neben dem Office kann man dazu mieten. 

Das Schönste für mich ist die stetige Abwechslung meines Alltags, abhängig wo ich mich jeweils befinde. Einer meiner Favoriten ist die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands. Im Vergleich zur Hektik und der Verschmutzung in Bangkok merkt man in Chiang Mai überhaupt nicht, dass man doch in der doch zweitgrössten Stadt Thailands ist. Der Charme von Chiang Mai kommt von den lebendigen Märkten, dem guten Essen, den herzlichen Leuten und vor allem der Natur, rund um die Stadt, welche in wenigen Minuten erreichbar ist. Chiang Mai hat sich in den letzten Jahren als Mekka für Digitale Nomaden entwickelt, da es durch die stabile Infrastruktur, der Expat-Community, der berühmten nordthailändischen Küche und den tiefen Lebenskosten ziemlich alle Bedürfnisse erfüllt.

Diese Aussicht will verdient sein – mit 700 Kurven durch die Berge.

Eine ganz andere Atmosphäre bietet die Ortschaft Pai im Nordwesten von Chiang Mai. Hier muss man zuerst einmal die 700 Kurven in die Berge bewältigen, um dann inmitten von Dschungel und Reisfeldern das faszinierende Dorf vorzufinden. Hier habe ich einige Arbeitstage mit einer einmaligen Aussicht verbracht.

Komplett gegensätzlich, aber nicht weniger atemberaubend, ist die Aussicht des Coworking Spaces Beachub auf der Insel Koh Phangan im Süden Thailands. Nun auf Meereshöhe und ganz am Strand, befindet sich dieses Büro mit einer Aussicht, welche viele in den Schatten stellt. Nur gerade wenige Meter von den Bürotischen entfernt, kann man neben Hängematten und Kokospalmen für eine Abkühlung jederzeit ins Meer springen. Im tropischen Klima findet man aber in jedem Coworking Space auch klimatisierte Räume für diejenige, welche sich doch von der Mittagshitze drücken möchten.

Auf den Inseln im Golf von Thailand habe ich zwei entspannte Wochen verbracht. Hier hat sich auch sehr schnell eine tägliche Routine eingependelt. Die frische Kokosnuss frühmorgens nachdem Schwimmen im Meer, da kann man sich gut daran gewöhnen. Als Ausgleich zum Sitzen und Stehen im Büro hat man auch etliche sportliche Angebot wie die beispielsweise Tauchen oder Thaiboxen direkt am Strand.

Im Verlauf meiner Reise habe ich bereits über zehn verschiedene Coworking Spaces besucht, wobei ich meinen Favoriten auf der Insel Koh Tao gefunden habe. Das Koh Hub ist ein eher kleineres Office, wodurch man bereits am ersten Tag praktisch alle anderen Member kennen lernt. Ganz familiär wird hier jeden Tag für alle gekocht und alle essen zusammen zu Mittag. Es ist beeindruckend, wie an nur einem Tisch Digital Workers von überall auf der Welt sitzen: Kanada, USA, Chile, Dänemark, Schweden, Niederlande und der Schweiz.

In Coworking Spaces treffen sich digitale Nomaden rund um den Globus

In nur wenigen Wochen habe ich so viele interessante Menschen getroffen, deren Geschichten erfahren und Kontakte aus der ganzen Welt geknüpft. All diese Leute sind weltoffen und trotzen den traditionellen Gesellschaftsmodellen auf ihre ganz eigene Art und Weise. Durch das vernetzen mit all diesen Leuten erhält man Einblick in andere Geschäfte, Kulturen und Märkte und kann enorm viel voneinander lernen und profitieren. Jeder Tag gibt mir die Chance, eine spannende Persönlichkeit kennen zu lernen.»

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