Die Zukunft der Währungen

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Von Andreas Müller

Eine Tagung der Schweizerischen Expertenvereinigung Bekämpfung Wirtschaftskriminalität SEBWK am 9. November 2018 in Bern.

Die Zeit der sich auf die Landesgrenzen beschränkenden Währungen scheint sich dem Ende zu neigen. Kryptowährungen breiten sich kontinuierlich aus. Ob sie tatsächlich die traditionellen Währungen ablösen werden, steht in der Kristallkugel. Klar ersichtlich ist, dass Kryptowährungen für eine wachsende Community ein bevorzugtes Zahlungsmittel darstellt und es kurzsichtig wäre, sich nicht eingehend mit der Materie auseinander zu setzen. Kryptowährungen bieten im Zahlungsverkehr etliche Vorteile und können zur Transparenz im Finanzsystem einen wesentlichen Beitrag leisten.

Wie bei jedem Hype weicht die anfängliche Euphorie einer Sättigungsphase. Anfangs fesselte die schwindelerregende Kursentwicklung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen die Öffentlichkeit. Jetzt, wo sich der Kurs auf einem mittleren Niveau eingependelt hat, interessiert die dahinterliegende Technologie und das Potenzial von Kryptowährungen für die globale Wirtschaft. Welche Rolle wird die Schweiz auf dem Spielbrett einnehmen?

Herausforderungen für die Banken

Am 1. Januar 2020 tritt die revidierte Vereinbarung über die Standesregeln zur Sorgfaltspflicht der Banken (VSB20) in Kraft. Mit den Kryptowährungen und der Möglichkeit zur anonymisierten Zahlungsabwicklung eröffnen sich auch Opportunitäten für Wirtschaftskriminelle. Es drängen sich Fragen auf, wie die Chancen von Kryptowährungen genutzt werden können und welche Rolle den Staaten, regulatorischen Behörden und Nationalbanken zukommt, um die Stabilität des Wirtschaftssystems zu sichern.

Wie sollen Banken bei der Geldwäschereibekämpfung mit den neuen Herausforderungen der Kryptowährungen umgehen? Über wie viele Transaktionen hinweg lässt sich die Herkunft von virtuellen Währungen noch herausfinden? Wie weit zurück soll man überhaupt suchen? Und ab wann kann nicht mehr von „verbrecherischer Herkunft“ gesprochen werden? Wie lässt sich der rechtmässige Eigentümer zweifelsfrei feststellen? Die Legislative und Strafverfolgung ist exakt mit dieser Art von Fragen konfrontiert. Es steht ausser Frage, dass Kryptowährungen auch für kriminelle Zwecke missbraucht und genutzt werden. Anhand von Fallbeispielen zeigen wir auf, wie Kriminelle vorgehen, was das für die Strafverfolger bedeutet und wie die entwendeten Vermögenswerte sichergestellt werden können.

Wie umgehen mit Kryptowährungen?

Kryptowährungen sind für manche Personen ein schwer fassbares virtuelles Finanzierungsinstrument. Ein Instrument für Menschen, die etwas verstecken wollen. Ein verständliches Vorurteil, das den Kryptowährungen aber aus Sicht der SEBWK Unrecht tut. Wer versteht, wie Kryptowährungen funktionieren, begreift schnell, dass sie ein wertvolles Mittel für mehr Transparenz im Finanzsystem sein können.

Mit dem sogenannten Initial Coin Offering (ICO) hat sich in der Welt der Kryptowährungen ein neues Finanzierungsmodell entwickelt. Dieses Modell kann für Unternehmer und Investoren von hohem Interesse sein. Es stellt sich auch die Frage, welche Rolle die Banken in einer Transaktionswelt ohne Finanzintermediäre spielen werden? Bringt der Trend zu Kryptowährungen neue Aspekte in die Wirtschaftskriminalität, vor allem bei Geldwäscherei, Terrorismusfinanzierung und Steuerbetrug? Wie stehen die Finanzmarktaufsicht FINMA und die Schweizerische Nationalbank diesen Fragen gegenüber? Ist Papiergeld am Ende? Und was ist mit Plastikkarten?

Smart Contracts

Die Blockchain-Technologie ist nicht nur die Grundlage für viele Kryptowährungen, sondern bringt auch in anderen Bereichen Vorteile. So kann sie mit ihrem dezentralen Aufbau als Basis für Smart Contracting verwendet werden. Smart Contracts werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Aber was steckt hinter dieser Technologie? Was sind ihre Vorteile und worauf muss man in der Praxis achten? Wir nehmen eine Einordnung vor und zeigen, wie Smart Contracts im schweizerischen Rechtssystem eingebettet werden können.

Möchten Sie mehr zur Zukunft, deren Vorteile und potenziellem Missbrauch von Kryptowährungen erfahren? Wir haben die Antworten.

Dann besuchen Sie uns am 9. November 2018 in Bern an der Tagung der Schweizerischen Expertenvereinigung Bekämpfung Wirtschaftskriminalität SEBWK im Hotel Bellevue Palace.


Über den Autor

Andreas Sascha Müller ist Doktorand an der University of Liverpool und verfasst eine anwendungsorientierte Arbeit darüber, wie die Cyber- und Information Security Awareness in einer Organisation erhöht werden kann. Er blickt auf 19 Jahre Berufserfahrung in der Unternehmensberatung, IT-Audit und Risk Excellence in der Life Science Industrie und in der öffentlichen Verwaltung zurück. Unter anderem war er mehrere Jahre auf der Stufe Bundesrat und bei Ernst & Young als Berater und Prüfer tätig. Im Jahr 2012 schloss er an der Hochschule Luzern den MAS Economic Crime Investigation erfolgreich ab.


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