Alles zum digitalen Wandel im Controlling vom Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ

Forschung

Innosuisse-Projekt Digitaler Wandel im Controlling

Im Rahmen des Innosuisse-Forschungsprojekts „Digitaler Wandel im Controlling“ wird ein Reifegradmodell entwickelt. Dieses misst die digitale Reifestufe von Controlling-Funktionen innerhalb der Dimensionen Daten, Technologien, Prozesse, Methoden und Kompetenzen.

Abb. 1: Reifegradmodell DigiCon

Reifegradmodelle haben sich in der Vergangenheit bewährt, um einen Entwicklungsstand zu messen und einen objektiven Vergleich zu erstellen. Daher legen wir für die Messung des Digitalisierungsgrads im Controlling ebenfalls ein Reifegradmodell zugrunde. Das Reifegradmodell misst in den fünf Dimensionen Daten, Technologien, Prozesse, Methoden und Kompetenzen jeweils die digitale Reife anhand von fünf Stufen (vgl. Abb. 1). Die Stufe 1 steht dabei für die unterste Reifegradstufe. Unternehmen sind digitale Beginner und die Dimension ist nicht oder nur rudimentär digital aufgestellt. Die höchste Reifegradstufe 5 bezeichnet die digitalen Leader. Diese Controlling-Funktionen sind in der jeweiligen Dimension führend und weisen eine sehr hohe digitale Reife auf.

Die einzelnen Dimensionen im Modell DigiCon bauen aufeinander auf. Die grundlegende Dimension sind die Daten. Sie bilden die Basis für die Digitalisierung im Unternehmen und stellen das digitale Potenzial zur Verfügung. Um dieses Potenzial zu nutzen und die Daten aufzubereiten, zu aggregieren und zu speichern, benötigt es die Technologien. Diese Dimension ist die prägendste bei der Digitalisierung im Controlling. Sie bestimmt die Rahmenbedingungen und die Möglichkeiten der Digitalisierung. Neue digitale Technologien erlauben vereinfachte und vertiefte Analysen, sie öffnen die Tür zur Automatisierung und zur zeit- und ortsunabhängigen Berichterstattung. Ebenfalls von der Digitalisierung betroffen sind die Prozesse innerhalb des Controllings. Auf diese werden die neuen Technologien angewendet, um standardisierte und immer mehr auch nicht-standardisierte Prozesse zu automatisieren. Damit werden die operative Effizienz und die Effektivität der Controlling-Prozesse gesteigert. Die Prozesse sind in der Folge weniger kosten- und zeitintensiv. Die Methoden bauen auf den bisherigen Dimensionen auf. Sie holen die Informationen aus den Daten. Dabei reichen die Methoden im Controlling vom Erstellen von einfachen deskriptiven Berichten bis zu aufwendigen und komplexen Methoden der prescriptive Analytics. Diese Veränderungen spiegeln sich in den Anforderungen an die Kompetenzen des Controllers wider. Der Controller muss in der Lage sein, die eingesetzten Technologien zu nutzen und somit den Mehrwert der Technologien dem Unternehmen erst zugänglich zu machen. Zudem werden im Zusammenhang mit der Digitalisierung vermehrt analytische, kommunikative und unternehmerische Fähigkeiten von den Controllern verlangt.

Bei der Analyse der Dimensionen ist zu beachten, dass die Stufen eine potenzielle Entwicklung aufzeigen und somit nicht unbedingt die höchste Stufe das Ziel einer Controlling-Funktion sein sollte. Vielmehr ist es wichtig, dass die Einstufung der einzelnen Dimensionen innerhalb einer Controlling-Funktion im Einklang ist. Der Einsatz von fortgeschrittenen Methoden der prescriptive Analytics macht im Controlling wenig Sinn, wenn die Datenbasis nicht vorhanden ist oder der Controller die dafür benötigten Kompetenzen nicht besitzt. Ein Unternehmen kann sich bewusst entscheiden, in einer unteren Reifegradstufe des Controllings zu agieren, z. B. in Reifegradstufe 2. Weicht die Einstufung einer Dimension dabei nach oben um mehr als eine Stufe ab, sollte überprüft werden, ob hier Anpassungsbedarf in Form von Ineffizienzen vorliegt. Wird hingegen eine höhere digitale Reifegradstufe angestrebt, z. B. Stufe 4, und einzelne Dimensionen weichen nach unten mehr als eine Stufe ab, so deutet dies auf ein Verbesserungspotenzial hin.

Das Projekt Digitaler Wandel im Controlling wird mitfinanziert durch die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung (Innosuisse, ehemals KTI).

Blog-Beiträge

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Controller als Wegbegleiter des digitalen Wandels – Interview mit Markus Zorn

KTI-Projekt Digitaler Wandel im Controlling

Links

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