Alles zum digitalen Wandel im Controlling vom Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ

Das Kompetenzprofil «Digitaler Controller» – Die Dimensionen der digitalen Kompetenzen

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von Prof. Dr. Imke Keimer und Prof. Dr. Ulrich Egle, Dozenten und Projektleiter am Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ

CFOs, Controllingleiter und Personalverantwortliche stehen vor der Herausforderung, das zukünftige Controllingkompetenzprofil im digitalen Umfeld zu definieren und die Controllingorganisation für die digitale Zukunft fit zu machen. Für diese Fragestellung haben wir das Kompetenzprofil „Digitaler Controller“ erstellt, welches in der Ausgabe September/Oktober 2018 vom Controller Magazin erschienen ist. In einer mehrteiligen Serie stellen wir anhand des Artikels das Profil des «Digitalen Controllers» vor und geben den Verantwortlichen einen Anhaltspunkt bei der Definition der notwendigen digitalen Controllingkompetenzen. Diesmal: Die Dimensionen der digitalen Kompetenzen.

Das Kompetenzprofil „Digitaler Controller“

Die Digitalisierung stösst über die gesamte Wertschöpfungskette Transformationsprozesse an. Das Controlling ist gefordert, das Steuerungssystem für den digitalen Wandel fit zu machen und eine Vielzahl neuer Steuerungsgrößen zu integrieren. Darunter fallen Grössen wie z. B. Anzahl Klicks oder Hits, Conversion Rate oder Net Promoter Score. Daneben wird der Druck auf die Controllingabteilungen immer stärker, die operative Effizienz im Controlling zu steigern. Die Controllingprozesse müssen schlanker, schneller und günstiger abgewickelt werden. Ausserdem ist der digitale Wandel sehr stark auf die wertschöpfende Nutzung vielfältiger Datenformate ausgerichtet (vgl. Schäffer und Weber 2016, S. 6). Eine Nutzung dieser Informationen erfordert komplexe Analysemethoden und neue Software-Anwendungen. Die digitalen Veränderungen wirken sich massiv auf das Rollenprofil der Controller aus.

Um den digitalen Wandel zu meistern, ist ein neues Controllingkompetenzprofil notwendig, das sich aus klassischen Controllingkompetenzen, aber zunehmend auch aus ausgewiesenen statistischen, technischen und persönlichen Kompetenzen zusammensetzt. Allerdings fehlen bisher die Erfahrung und etablierte Standards, um ein solches Profil zu definieren. CFOs, Controllingverantwortliche und Personalverantwortliche müssen das Kompetenzprofil „Digitaler Controller“ auf das „Controlling der Digitalisierung“ und die „Digitalisierung im Controlling“ ausrichten.

Auf der Grundlage theoretischer und praktischer Erfahrungen in der digitalen Ökonomie haben wir das Kompetenzprofil „Digitaler Controller“ definiert, das richtungsweisend die benötigten Eigenschaften im digitalen Wandel beschreibt. Das Profil umfasst fünf übergreifende Fachgebiete, die wir als Dimensionen klassifizieren: Fachwissen (Controlling), Business (Gesamtgeschäft), Data Science, IT-Management und Leistungskultur (siehe Abbildung). In jeder Dimension werden dem digitalen Controller Attribute zugewiesen, die dieser zu erfüllen hat. Dabei sollte immer die gesamte Controllingabteilung betrachtet werden und im Team das gesamte Portfolio des digitalen Controllers abgedeckt werden.

Das vorgestellte Kompetenzprofil ermöglicht es den Verantwortlichen, die bestehenden Kompetenzen im Controlling mit denen des „digitalen Controllers“ abzugleichen, Abweichungen aufzudecken und dementsprechend Maßnahmen einzuleiten. Mögliche Lücken im digitalen Kompetenzprofil bieten Anknüpfungspunkte für Neueinstellungen und Weiterbildungen.

Der „Digitale Controller“ muss die klassischen Controllingkonzepte beherrschen und ausserdem in der Lage sein, die digitalen Konzepte in vorhandene Führungskonzepte zu integrieren. In diesem Zusammenhang durchlebt das Controlling einen Kulturwandel, der auf die Möglichkeiten und Chancen der digitalen Transformation ausgelegt ist. Grundlage dafür ist der Wille zur Veränderung und die Bereitschaft, bestehende Arbeitsweisen zu hinterfragen und sich auf neue Technologien und Tätigkeiten einzulassen. Die Generierung eines digitalen Mindset und die enge Zusammenarbeit mit der Informationstechnologie bilden die Grundlage, dem digitalen Fortschritt im Controlling die Türe zu öffnen (vgl. Keimer und Egle 2018, S. 65). Somit beschränkt sich das Kompetenzprofil „Digitaler Controller“ nicht nur auf den souveränen Umgang mit Controllingfachwissen, sondern umfasst ein Set an Kompetenzen aus den Dimensionen Business, Data Science, IT-Management und Leistungskultur.

Den ganzen Artikel finden Sie unter folgendem Link.

Das Projekt Digitaler Wandel im Controlling wird mitfinanziert durch die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung (Innosuisse, ehemals KTI)

Literaturverzeichnis

Keimer, Imke und Egle, Ulrich (2018): Die Treiber der Digitalisierung im Controlling. Controlling & Management Review. Jg. 62, (4), S. 60-65.

Schäffer, Utz und Weber Jürgen (2016): Die Digitalisierung wird das Controlling radikal verändern. Controlling & Management Review. Jg. 60, (6), S. 6-17.

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