16. März 2018

Digital Controlling

Dimensionen der Digitalisierung im Controlling: Methoden

Dimensionen der Digitalisierung im Controlling: Methoden

Von Prof. Dr. Imke Keimer, Prof. Dr. Ulrich Egle und Dr. Markus Gisler, Dozenten und Projektleiter am Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ

In der Spezialausgabe zum Thema Digitalisierung ist Anfang November im EXPERT FOCUS der Artikel «Dimensionen der Digitalisierung im Controlling» erschienen. In dem Artikel werden die Grundlagen für das Reifegradmodell des KTI-Projekts «Digitaler Wandel im Controlling» beschrieben. In einer mehrteiligen Serie stellen wir anhand des Artikels die Dimensionen der Digitalisierung vor – diesmal die Dimension Methoden.

Die verfügbaren Daten müssen vom Controlling systematisch aufbereitet und analysiert werden. Für letzteres stehen im Rahmen von Big Data bzw. Business Analytics verschiedene Auswertungsmöglichkeiten zur Verfügung. Dazu werden auf Grundlage adäquater Methoden und Algorithmen unternehmerische Fragestellungen angegangen. Im Allgemeinen werden hierbei vier verschiedene Analyseebenen unterschieden (Lanquillon & Mallow, 2015, S. 55-89).

  1. Descriptive Analytics befassen sich mit der Frage «Was ist geschehen?». Im Controlling fällt darunter z. B. die Erstellung eines monatlichen Reportings mit einer Übersicht von Kennzahlen.
  2. Diagnostic Analytics gehen darüber hinaus und beantworten die Frage «Warum ist es geschehen?». Hier geht es darum, kausale Zusammenhänge aufzudecken. Bezogen auf das Controlling könnte es sich bspw. um die Analyse von Abweichungen handeln.
  3. Predictive Analytics beschäftigen sich mit der Prognose von zukünftigen Ereignissen durch die Beantwortung der Frage «Was wird passieren?». Dabei können einzelne Produkte, Kunden oder Regionen im Vordergrund stehen. Das Controlling interessiert sich speziell für Trends und Eintrittswahrscheinlichkeiten – z. B. zu erwartende Erlöse pro Region unter Berücksichtigung interner und externer Faktoren.
  4. Prescriptive Analytics gehen noch einen Schritt weiter und leiten konkrete Massnahmen anhand der Daten ab. Es geht um die Frage «Was muss ich machen, um ein konkretes Ereignis herbeizuführen?». Darunter können Massnahmen für eine geplante Kostensenkung auf Basis verschiedener Restriktionen subsumiert werden.

Das Projekt Digitaler Wandel im Controlling wird mitfinanziert durch die Schweizerische Agentur für Innvoationsförderung (Innosuisse, ehemals KTI).
Denkanstösse:

  • Wie kann das Controlling die vorhandenen Daten nutzen, um aussagekräftige Analysen zu erstellen und einen Mehrwert zu generieren?
  • In welchem Ausmass nutzt das Controlling Business Analytics? In welchen Anwendungsfeldern (z. B. Optimierung, Simulation, Radar) stiften diese einen Mehrwert?
  • Welche Forecast-Einsatzfelder wie Absatzprognosen, automatisiertes Pricing oder optimierte Lagerhaltung sind für das Controlling von Relevanz?
  • Welche Rahmenbedingungen in Bezug auf IT-Infrastruktur und zusätzliche Kompetenzen werden benötigt, um diese Analysen durchführen zu können?

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