Alles zum digitalen Wandel im Controlling vom Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ

Dimensionen der Digitalisierung im Controlling: Daten

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von Prof. Dr. Imke Keimer, Marino Bundi und Prof. Dr. Ulrich Egle, Dozenten und Projektleiter am Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ

In der Spezialausgabe zum Thema Digitalisierung ist Anfang November im EXPERT FOCUS der Artikel «Dimensionen der Digitalisierung im Controlling» erschienen. In dem Artikel werden die Grundlagen für das Reifegradmodell des KTI-Projekts «Digitaler Wandel im Controlling» beschrieben. In einer mehrteiligen Serie stellen wir anhand des Artikels die Dimensionen der Digitalisierung vor – diesmal die Dimension Daten.

Exponentiell wachsende Datenmengen, zahlreiche neue Datenquellen sowie unterschiedliche Datenformate, oft unter dem Begriff Big Data zusammengefasst, stellen Unternehmen vor Herausforderungen, bieten aber auch neue Möglichkeiten. Im Controlling müssen die relevanten Daten aufbereitet, ausgewertet und im Anschluss zu Führungsinformationen verdichtet werden. Digitale Technologien und Anwendungen unterstützen das Controlling darin, die Daten greifbar und daraus die geschäftsrelevanten Zusammenhänge sichtbar zu machen.

Die Aufbereitung der Daten kann aber ohne die Anwendung neuer Technologien beachtliche Personalressourcen binden und zu einer Überlastung des Controllings führen. Damit wächst die Gefahr, dass wertvolle Informationen nicht in die Auswertungen einfliessen oder zu wenig Zeit für deren Interpretation bleibt. Im Kontext der Digitalisierung kommt dem Datenmanagement – d. h. den Datenformen, der Datenverfügbarkeit sowie der Data Governance – deshalb eine immer grössere Bedeutung zu.

Viele Controlling-Organisationen nutzen derzeit nur interne und strukturierte Datenformen für ihre Reports und Analysen. Besonders durch den Einbezug von externen oder unstrukturierten Daten sowie deren Verknüpfung mit bestehenden Datensätzen können neuartige Einsichten generiert werden. So lassen sich bspw. in bestimmten Branchen Planung und Forecasting durch den Einbezug von Wetterdaten präzisieren und Kapazitäten darauf abstimmen.

Die Datenverfügbarkeit umfasst alle Dienste von Speichersystemen, die sicherstellen, dass die Daten für die Anwender zur geforderten Zeit verfügbar sind. Mit der Data Governance werden alle Massnahmen umschrieben, welche die Verwendbarkeit, die Integrität sowie die Sicherheit der Daten garantieren sollen (Otto & Legner, 2016, S. 550-557). Ein digital agierendes Controlling ist hierbei auf eine IT-Infrastruktur angewiesen, die es ermöglicht, grosse Datenmengen in kurzer Zeit zu verarbeiten. Zudem soll das Controlling auf vollständige Datensätze zurückgreifen und auf definierte Zugriffsregelungen zählen können.

Das Projekt Digitaler Wandel im Controlling wird mitfinanziert durch die Schweizerische Agentur für Innvoationsförderung (Innosuisse, ehemals KTI).

Denkanstösse:

  • Welche Datenformen werden im Controlling genutzt? Können externe oder unstrukturierte Daten einen Mehrwert generieren?
  • Welche neuen Datenquellen können für das Controlling prüfenswert sein? Sind diese Daten intern bereits vorhanden?
  • Wieviel Zeit wird im Controlling für die reine Aufbereitung von Daten aufgewendet? Gibt es Optimierungspotenzial?
  • Kann das Controlling seine Analysen auf einer konsistenten Datenbasis (Prinzip „Single Version of Truth“) aufbauen? Wo sind Fehlerquellen vorhanden?
  • Wie kann der Herausforderung der stark steigenden Datenmengen, -quellen und -formen begegnet werden? Ist die Data Governance dabei gewährleistet?

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