#Gamexcism – Warum wir mehr über Sexismus im Internet sprechen müssen

0

Das Thema Sexismus ist ein Dauerbrenner, doch die Debatte kommt nur schleichend voran. Überall wird diskutiert: Zeitung, Radio, Internetforen, Soziale Netzwerke, Politik – bisher allerdings nur mit wenig Erfolg und genau das soll jetzt geändert werden!

Hier noch einmal das Beispiel von Chenelle:

Chenelle, eine Streamerin auf Twitch, hatte nach starker sexistischer Diskriminierung das geliebte Streamingdasein aufgegeben, zu gross war die Entrüstung und die Scham, die mit den Beleidigungen einhergingen.
Zwei Jahre hat es gedauert, bis sie den Mut aufgetrieben hat, um über ihre Erfahrungen mit sexistischen Anfeindungen in der Gamingszene zu sprechen. All das unter dem Hashtag #Gamexsicm, Gaming + Sexismus. Sie bot damit die perfekte Angriffsfläche und erntete zu Beginn massenhaft Kritik: Sie solle nicht so herumjammern, denn eine etwas rauere Sprache sei ein wesentlicher Bestandteil des Gamens. Und auch wer in der Öffentlichkeit stehe, in diesem Falle durch das Streamen, der habe mit Kommentaren zu rechnen, die eben unter die Gürtellinie gehen. Eins zeigten die Kommentare deutlich – Geständnisse sexistischer Diskriminierung führen (leider) zur vermehrten sexistischen Diskriminierung, einschliesslich primitivster Beleidigungen. Es ist im Internet anerkannter jemanden niederzumachen, als über eben genau diese Verletzungen zu sprechen. Wenn ihr euch selber eure Meinung bilden wollt, dann klickt einfach auf den Link, dort sind einige Kommentare veröffentlicht worden. Besonders schwer verständlich war dabei für Chenelle, dass die häufig besonders fiesen Kommentare von Frauen stammen, dabei sollte man meinen, dass man bei diesem Thema zusammen einstehen sollte. Trotz der Rückschläge hat sich Chenelle jedoch nicht runterziehen lassen und fleissig weitergepostet. Hier ein Update ihrerseits:

«Ja, der Anfang war sehr hart für mich, aber darauf war ich eingestellt. Gerade zu Beginn fiel es mir sehr schwer, auch in meinen Streams daher über diese Thematik zu sprechen, zu gross war die erneute Angst vor Anfeindungen, aber umso mehr ich darüber sprach, umso mehr Zuspruch erhielt ich auch von meiner Community, was grossartig ist! Ich habe wirklich das Gefühl, wenn auch erstmal in Babyschritten, etwas zu bewegen und Sensibilität zu schaffen und mehr möchte ich gar nicht!»

Betroffen sind viele Branchen

Wer meint, nur die Gamingbranche hätte aufgrund ihrer kompetitiven Natur ein Problem mit dem Sexismus, der irrt. Sexismus ist omnipräsent – So beispielsweise auch in der Tech-Branche, wie wir im letzten Blogpost erfahren haben.

Die Werbebranche, aus der auch der Spruch «Sex sells» stammt, nimmt sich jedoch langsam dem Missstand an. Dies zeigt sich unter anderem darin, dass die #metoo – Debatte vor einem Jahr völlig am Brennen war. Bei einer Auswertung von Impact & Emotions für HORIZONT Online kam heraus, dass sich ein Drittel der Befragten für die Thematik interessieren. Bei den 18-29 – jährigen Frauen ist das Interesse mit 53% sogar noch stärker ausgeprägt. Das ist super, denn mit solchen Debatten ist es möglich das Bewusstsein noch weiter zu erhöhen. Gerade weil Sexismus so allgegenwärtig ist, nehmen es viele gar nicht bewusst wahr. Es betrifft alle, doch oftmals sind es Frauen, die Opfer davon werden. Eine sehr häufige Form des Sexismus ist beispielsweise die Objektivierung der Frauen. Dabei rücken Körperteile in den Vordergrund und die Leistungen werden nur noch nebensächlich dargestellt. Dies passiert häufig bei Sportlerinnen oder Politikerinnen. Auch Chenelle wurde Opfer dieser Form von Sexismus. Es gibt allerdings viele Arten von Sexismus:
«Eine weitere Facette von Sexismus in den Medien ist, wenn Gendernormen unhinterfragt reproduziert werden – z.B. indem gewisse Aufgaben, Tätigkeiten oder Verhaltensweisen ohne ersichtlichen Grund einfach Frauen oder Männern zugeschrieben werden.»
(http://medienpranger.ch/sexismus-stinkt/)

Die Medien als Spiegel der Gesellschaft

Die Medien gelten als Spiegel der Gesellschaft und deshalb wäre es wichtig genau da anzusetzen. Mit einem guten Beispiel voran geht die australische Organisation Our Watch. Sie machen mit einer interaktiven Kampagne auf Sexismus aufmerksam. In diversen Kurzvideos sind sexistische Kommentare über Frauen zu hören. Wer per Mausklick eingreift, bekommt ein weiteres Video zu sehen, indem eine andere Person Partei ergreift. Wer eingegriffen hat, bekommt zur Belohnung nie wieder eine Werbung von Our Watch zu sehen. Bei allen anderen werden die Werbungen so lange gezeigt, bis auch diejenigen handeln.
Hier ein Beispiel: (Beide Videos einbetten)

Genialer Beitrag, in dem Sozialcourage belohnt wird. Es ist wichtig, dass füreinander eingestanden wird und mit genau solchen Kampagnen kann auf das auf das Problem aufmerksam gemacht werden. Bitte mehr davon!

Quellen:

https://www.wuv.de/digital/diese_anti_sexismus_kampagne_verfolgt_die_nutzer
http://medienpranger.ch/sexismus-stinkt/
https://www.marketing.ch/2018/03/26/metoo-so-unterschiedlich-nehmen-maenner-und-frauen-das-problem-in-der-werbung-wahr/

Teilen in

About Author

Kimberly

Just a girl playing D&D

Leave A Reply