Influencer Marketing – Zwischen Glaubwürdigkeit und Markenschädigung

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Wem würden Sie mehr Glauben schenken? Einer Werbung aus dem Fernsehen, die auf und ab läuft? Oder vielleicht doch eher einer persönlichen Empfehlung einer Drittperson, die sie schon seit geraumer Zeit kennen? Wahrscheinlich wohl eher Letzteres. Hält das Versprochene jedoch nicht, ist die Enttäuschung oft viel grösser.

Influencer-Kooperationen sind Heute fast nicht mehr wegzudenken. Immer mehr Unternehmen arbeiten mit Influencern zusammen und erhoffen sich davon, besonders viele Personen zu erreichen und diese auf ihre Produkte und Dienstleistungen aufmerksam zu machen. Es hat sich gezeigt, dass Influencer Marketing insbesondere für Millennials geeignet ist, da diese besonders aktiv auf unterschiedlichen Sozialen Kanälen sind. Empfehlungen durch Influencern wird mehr Aufmerksamkeit geschenkt, im Gegensatz zur offiziellen Unternehmenskommunikation.

Die Zusammenarbeit ist aber nicht nur für die Brands lukrativ – Die reichweitenstraken User geniessen die Aufmerksamkeit, die sie von den Brands erhalten und erfreuen sich oftmals über grosszügige Geschenke und Einladungen. Aber nicht allen Influencern kann man eine professionelle und achtsame Herangehensweise nachsagen. Problematisch wird es, wenn Kampagnen unglaubwürdig sind, gegen das Gesetz verstossen wird oder Unternehmen die Kontrolle über Hashtag-Kampagnen verlieren.

Wenn es mal richtig schief läuft

Die Vergangenheit hat uns gelernt, dass die Kooperation zwischen Unternehmen und Influencern auch so richtig schief laufen können. Wie schief es genau laufen kann, zeigen wir exemplarisch an den folgenden Beispielen.

Influencer-Marketing bei Coral

Der Waschmittelhersteller Coral startete 2017 eine Influencer-Kampagne. Dabei sollten die Influencer den Hashtag #coralliebtdeinekleidung nutzen und aufzeigen, wie das Waschmittel ihre Lieblingskleidungsstücke schützt.

Leichter gesagt als getan… An der Umsetzung schienen die Influencer dann doch gewisse Schwierigkeiten zu haben. Die gewählten Inszenierungen der Waschmittelflasche riefen so viele Fragezeigen auf, dass die Kampagne schnell zum Gespött wurde.

Man muss aber auch ehrlich sein: Wer posiert denn mit einer Haushaltsmitteln während dem Kuscheln mit dem Freund oder hat Waschmittel während dem Shoppen in der Stadt dabei?

Obwohl die Kampagne zu Beginn so vielversprechend klang und viele bekannte Gesichter für sich gewinnen konnte, endete es in einer geistreichen Verspottung durch übertriebene Nachahmungen. Da muss sich Coral wohl einen neuen Hashtag ausdenken.

Tarte Cosmetics 

Das Kosmetikunternehmen Tarte lancierte 2018 eine neue Foundation namens „Shape Tape“ in insgesamt 15 Farbtönen. Das Unternehmen schickte allen wichtigen Influencern der Makeup-Branche Proben zu, damit diese die neue Foundation testen und Tutorials auf Youtube machen können. Woran Tarte jedoch nicht gedachte, war, dass sich nur drei der Grundierungen für dunklere Hauttöne eigneten. Ein ganz grosser Fehler.

Folgende Reaktionen gingen dann im Internet viral:

Dem Unternehmen blieb nichts anderes übrig, als sich zu entschuldigen:

Gründliche Recherche und klare Regeln

Um solche Strapazen zu vermeiden, bedarf es zunächst einer gründlichen Recherche. Influencer-Marketing ist nur dann ein sinnvoller Teil des Marketing-Mixes, wenn es gut durchdacht und geplant ist.

Zunächst müssen sich Unternehmen die Frage stellen, ob Influencer-Kooperationen die geeignete Werbemethode für die eigenen Produkte und Dienstleistungen ist. Scheint dies der Fall zu sein, gilt es, die passenden Influencer zu finden. Das ist oftmals nicht so leicht, da Unternehmen mit der Marke gewisse Werte vertreten und damit ihren Kunden ein Versprechen geben. Das heisst also, dass der passende Influencer nicht nur die Produkte authentisch und glaubwürdig präsentieren können sollte, sondern bestenfalls auch die gleiche Werte wie das Unternehmen teilt. Um eine gründliche Recherche kommt man hier nicht rundherum – schliesslich kann ein schlechter Ruf genauso auf das Produkt zurückfallen, wie es ein guter tun würde.

Das Coral-Beispiel hat uns ebenfalls gelernt, dass ein gewisser Grad an Kontrolle und Vorgaben von Vorteil sein können. Die Verantwortung für die Inszenierung der Produkte sollte den Influencern nicht alleine übertragen werden. Ratsam ist, den Influencern zunächst Vorschläge zu präsentieren und mögliche Ideen zu besprechen bevor sie veröffentlicht werden. So sollte einer erfolgreichen Zusammenarbeit nichts mehr im Wege stehen.

 

 

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About Author

Laura

Online Business & Marketing Masterstudentin, glückliche Katzenbesitzerin und engagierte Hundesitterin. Mein Herz schlägt für alle Vierbeiner. Damit auch du eine besondere Beziehung zu deiner Stupsnase aufbauen kannst, möchte ich dir mit diesem Blog aufzeigen, wie du das Verhalten deiner Stupsnase besser verstehen und beeinflussen kannst.

2 Kommentare

  1. Jeder Blogger und sonstige Aktive (FB, Instagram usw. usf.) hat es schon erlebt, daß Agenturen anfragen wegen Gastartikeln.

    Das Problem dabei ist, daß Lackaffen-Agenturen (ja, so sind sie zu bezeichnen) dann dem Blogger vorgeben wollen und zwar ganz ganz genau, was er tun muß und wie.

    Dann kommt sowas raus wie bei der Coral-Kampagne.

    Manchmal wird sogar der Text vorgeliefert (also schon geschrieben), zu dem ein Bild gemacht werden soll. Kluge Blogger lehnen solche Anfragen unabhängig davon, wieviel Geld es dafür gibt, ab.

    Was mich wundert, ist, daß Google, die sonst doch sooo schlaue Suchmaschine, sowas noch nicht merkt, wenn solche künstlichen Links kommen.
    Denn oft ist es dann auch so, daß diese Agenturen nur die ganz großen Blogs wollen, früher mit ganz großem (hohem) PR, heute ist es die Sichtbarkeit. Oder nur die ganz großen Instagram- und FB-Konten.

    Was kommt dann dabei heraus?

    Eine Ziel-URL hat nicht nur unwirkliche Blog-Artikel oder Instagram-Artikel oder FB-Beiträge sondern auch überwiegende nur eingehende Links von großen Blogs, Instagram-Konten, FB-Konten.

    Das ist eine unnatürliche Linkstruktur und sowas sollte eine gute Suchmaschine ganz leicht herausfiltern können.

  2. Ein amüsanter Artikel.
    Sicherlich muss viel Recherche in die Influencersuche einfließen.
    Aber ein Waschmittel von einer Pizzeria promoten zu lassen? Das ist schon etwas schräg 🙂

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