IoT und Smart Home – Heutiger Stand in der Schweiz

0

In den vergangenen Jahren wurde das Wachstum von Internet of Things oft diskutiert, heute kann man aber sagen, dass IoT bereits in alle Bereiche vorgedrungen ist. Schliesslich ist der Begriff «Internet of Things» bzw. «Internet der Dinge» nicht Neuland, sondern existiert schon seit rund 20 Jahren. Und dennoch sind sich heute die meisten Leute nach wie vor gar nicht bewusst, was überhaupt unter dieser Definition zu verstehen ist. So sind sich auch viele Unternehmen über dessen Bedeutung uneins.

Oftmals wird der Begriff «IoT» als «Ausstattung von alltäglichen Gegenständen mit einem Internet-Anschluss» verstanden. Nebst der von uns verwendeten Definition in unserem ersten Blogpost zu diesem Thema, herrschen noch andere gängige Definitionen wie «Netzwerk, das mehrere Gegenstände, Geräte und Sensoren verbindet», eine «Plattform zur Verbindung von Industriekomponenten», «Gebäudeautomatisierung» oder «Verwendung von Wearable-Technologie» (Aruba / Hewlett Packard Enterprise, online).

Kevin Ashton, der den Begriff «Internet of Things» 1999 ins Leben rief, gab aber vor Kurzem in seinem neuen eBook folgendes Statement zu einem intelligenten Toaster ab: «Würde das Internet der Dinge Produkte wie dieses bezeichnen – Haushaltsgeräte, die einfach nur das Prädikat ‚intelligent‘ vorangestellt bekommen – dann wäre es uninteressant» (Aruba / Hewlett Packard Enterprise, online).

Solche smarten Produkte haben aber in den vergangenen Jahren Einzug in den Haushalten gehalten. Immer mehr Leute setzen auf ein Zuhause, welches den Alltag erleichtert. Dies ist dank der «Smart Home»-Technologie möglich. Doch wie sieht der Einsatz von intelligenten Geräten überhaupt in der Schweiz aus?

Smart Home in der Schweiz

Erst seit Ende der Nullerjahre kam Smart Home in der Schweiz auf. Diverse Experten prognostizierten ein grosses Wachstumspotenzial beim intelligenten Wohnen. Doch zu diesem Durchbruch kam es anscheinend noch nicht: In der Studie der Handwerkerplattform Ofri geht hervor, dass nur 57 Prozent von den 201 befragten Deutschschweizern den Begriff «Smart Home» kennen und etwas darunter verstehen. Im Vergleich zu den Mietern sind die Besitzer eines Eigenheims etwas affiner für das Thema. So nutzen auch nur zwei von zehn Schweizern ein vernetztes Gerät im Haushalt. Vergleichsweise sind in den USA bei 69 Prozent aller Amerikanern Smart-Home-Geräte fester Bestandteil vieler Haushalte. Somit hat der Trend um die digitale Vernetzung von Haushaltsgeräten die Schweiz noch nicht erfasst, denn diese Vernetzung steckt hierzulande noch in den Kinderschuhen (Fintech News, online / Netzwoche, online).

Welche Geräte nutzen Herr und Frau Schweizer?

Am weitesten verbreitet in der Schweiz sind smarte Beleuchtungssysteme, gefolgt von Musikanlagen und Smart-TV. Die Nutzungsmotive von Herr und Frau Schweizer zeigen eindeutig, dass diese in erster Linie auf die Smart-Home-Technologie setzen, um die eigene Wohn- und Lebensqualität zu steigern. Die Sicherheitsthematik sowie das Energiesparen seien weniger wichtig. Smarte Türschlösser, die sich beim Verlassen des Hauses automatisch verriegeln, Heizungen, die sich automatisch an die Aussentemperatur anpassen, Staubsauger und Waschmaschinen oder smarte Rauchmelder oder Alarmanlagen fänden sich deshalb auch nur selten in Schweizer Haushalten (Netzwoche, online).

Der absolute Spitzenreiter unter den Schweizern in Sachen Smart-Home-Lösung ist Apple HomeKit. Analog zu den Smartphones beweisen die Schweizer damit ihre Markenaffinität für Apple. Apple HomeKit wird gefolgt von Alexa des Herstellers Amazon, welches somit den zweiten Platz der beliebtesten Geräte belegt. Am wenigsten verbreitet sei Google Home. Oft kombinieren die Smart-Home-Nutzer die Systeme (Fintech News, online / Netzwoche, online).

So sagt auch Andrew Paice, Leiter iHomeLab an der Hochschule Luzern, in einem Interview gegenüber «Netzwoche»: «Zurzeit versuchen wir noch, herauszufinden, welche Geräte wir verbinden und was wir mit ihnen tun wollen.» Es gehe zudem um die Innovation von Geschäftsmodellen und -prozessen, die nur durch die aktuellen technischen Möglichkeiten begrenzt wird, so Paice. Viele Geräte hätten aber schon ein eingebautes Automatisierungssystem, welches man mit einer Kommunikationsschnittstelle verbinden könne und schon sei das Gerät IoT-fähig. Paice fügt an, dass wir aus dieser Verbindung jedoch erst dann etwas gewinnen können, wenn wir wissen, welche Geräte miteinander kollaborieren sollten, um uns nützliche Dienste anzubieten. Hier gäbe es noch viel zu tun (Netzwoche, online).

Die Anbieter der Produkte werden auch auf Weiteres gefordert sein, solche innovativen Geräte zu optimieren und aufeinander abzustimmen, natürlich unter Beachtung des Konsumentenbedürfnisses.

Wie wird wohl die Zukunft in Sachen IoT und Smart Home aussehen? Soll alles automatisiert werden? Sehen die Verbraucher überhaupt einen Nutzen darin? Wird die Privatsphäre überhaupt noch respektiert? Erfahre mehr darüber in unserem nächsten Blogpost zum Thema «Smart Home».

 

Quellen / Links:

Teilen in

About Author

Tanja Waller

Masterstudentin, Digital Project Leader und engagiertes Vereinsmitglied im Sportverein - das bin ich.

Leave A Reply