Vertrauen ist unerlässlich, Kontrolle nur bedingt möglich

0

Eines ist klar: So sehr sich Geschäftsmodelle im Zuge der Digitalisierung verändern, so wenig verändert sich die Basis des Ganzen – jedes Unternehmen ist zu 100 Prozent auf das Vertrauen der Kundschaft angewiesen. Eine ganz zentrale Herausforderung und zugleich ein entscheidender Erfolgsfaktor in der vernetzten Welt ist die Datensicherheit – für Unternehmen, genauso wie für die öffentliche Sicherheit und die demokratische Grundordnung.

Plötzlich waren die Anzeigetafeln an den Bahnhöfen schwarz. Tage- und wochenlang ging in Firmen, öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern oder an privaten Rechnern nichts. WannaCrypt0r – kurz WannaCry – hat uns im Mai 2017 allen deutlich gemacht, wie stark wir im Alltag von funktionierender, vernetzter Technik abhängig sind. Und wie angreifbar wir darüber sind, wenn wir uns nicht richtig schützen. Und es reicht ein Fall von Unachtsamkeit, ein Datenleck, um dieses Vertrauen und damit die Reputation eines Unternehmens zu zerstören. Wie schnell das gehen kann, konnte vor gut einem Jahr im März 2018 bei Facebook beobachtet werden: Nachdem rauskam, dass Trumps Analystenhaus Cambridge Analytica unberechtigt auf Nutzerdaten des sozialen Netzwerks zugegriffen hat, befand sich die Facebook-Aktie im Sturzflug. Über zehn Prozent Verlust, mehr als 40 Milliarden Dollar. Und das in wenigen Tagen.

Datensicherheit ist existenziell in unserer vernetzten Welt. Weltweit drohen Unternehmen in den kommenden fünf Jahren Umsatzeinbussen und Mehrkosten in Höhe von rund 5,2 Billionen US Dollar – dies besagt eine am WEF 2019 vorgestellte Studie des Beratungsunternehmens Accenture.

Abbildung 1: The cost of insecurity: Verluste im Branchenvergleich (Accenture 2019)

Die Studienergebnisse zeigen, dass im weltweiten Branchenvergleich die Hightech-Industrie mit rund 753 Milliarden US-Dollar an möglichen Verlusten am gefährdetsten ist, gefolgt von der Life-Science-Industrie mit 642 Milliarden und der Automobilindustrie.

Trotz dieser imposanten Zahlen wähnen sich hiesige KMU in trügerischer Sicherheit. Gemäss einer repräsentativen Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstitut gfs-zürich schätzen nur vier Prozent der KMU CEOs die Gefahr durch einen Cyberangriff in der Existenz gefährdet zu werden als gross oder sehr gross ein. Und über die Hälfte der befragten Geschäftsführer/-innen (56 %) fühlt sich gut bis sehr gut vor Cyberangriffen geschützt. Ein Trugschluss, wie die Zahl der von Cyberattacken betroffenen Unternehmen belegt, die auf rund einen Drittel geschätzt wird. In eine ähnliche Richtung zielt der Cisco Cybersecurity-Report 2018, in dem die Tatsache hervorgehoben wird, dass gerade einmal gut 55% der KMU Sicherheitswarnungen überhaupt untersuchen – besorgniserregend. Die grössten Gefahren sehen KMU laut dem Report in Phishing (79%) Attacken und fortgeschrittenen zielgerichteten Bedrohungen (77%) – sogenannten Advanced Persistent Threats.

Wanted: Expertise

Um im daten- und technologiegetriebenen Umfeld resilient zu bleiben und eine sichere IT-Infrastruktur innerhalb eines Unternehmen aufrechtzuerhalten, braucht es neben dem Bewusstsein der Risiken vor allem zwei Dinge: Expertise und Zusammenarbeit. Spätestens seit Bekanntwerden der neuen Mobilfunktechnologie 5G und der dadurch immer einfacher möglichen Vernetzung virtueller und physischer Gegenstände (IoT) rückte das Thema Cybersecurity auch auf die politische Agenda. So will der Bundesrat in schnellstmöglicher Zeit ein Kompetenzzentrum Cyber Sicherheit (CCC) aufbauen, das als nationale Anlaufstelle für Fragen zu Cyber-Risiken dienen soll. Hochschulen haben unlängst auch auf den steigenden Bedarf an Fachkräften reagiert. An vorderster Front die HSLU, die im Herbstsemester 2018 einen Bachelorstudiengang „Information & Cyber Security“ lanciert hat – die beiden ETHs ziehen im kommenden Herbstsemester 2019 nach.

Schutz durch Zusammenarbeit

Mit Blick auf die Zukunft empfehlen die Berater von Accenture eine Zusammenarbeit in einem Ökosystem, um die gesamte Wertschöpfungskette eines Unternehmens abzusichern. Über Kunden und Lieferanten hinweg, und einem Chief Information Security Officer (CISO) in der Geschäftsleitung.

Um zumindest die von Mitarbeitenden ausgehende Gefahr von innen für ein Unternehmen zu reduzieren, wollen wir uns am Diginect Event diesem Thema zuwenden und einen besseren Einblick mit Hilfe von Experten gewährleisten. Gerade für (zukünftige) Führungskräfte aus dem Bereich Online Business und Online Marketing wird es entscheidend sein zu verstehen, welchen Einfluss Cybersecurity auf das eigene Geschäftsmodell oder Berufsbild haben kann.

 

Quellen:

Headerbild: Pixabay (ohne Datum). Abgerufen am 01.04.2019 von https://pixabay.com/illustrations/cyber-security-technology-network-3374252/

Teilen in

About Author

hikaris.world

Student of Online Business and Marketing, Anime Lover & Swiss Cosplayer

Leave A Reply