Der langsame Tod der Displaywerbung

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Hand aufs Herz – hast du bei deinem Browser einen Ad Blocker installiert? Gut möglich den inzwischen surfen 20% der Schweizer Bevölkerung lieber werbefrei durchs Netz.

Wer schaltet noch Displaywerbung?

Die lästigen Pop-ups, Wideboards, Maxiboards und  Layer Ads sind vielen Nutzern ein Dorn im Auge – kein Wunder, sie beeinträchtigen das Surferlebnis erheblich. Warum noch viele Werbetreibende auf diese Form der Werbung setzten, ist mir persönlich schleierhaft. Ist ja auch traurig, wenn man sich über Klickraten von 0.05% freuen muss – ein durchschnittlicher Wert für Displaywerbung. Ein Abwenden von der klassischen Onlinewerbung mit Bannern kann man aber auch hierzulande feststellen: diese hat 2017 ein Minus von 10% gegenüber Vorjahr verzeichnet.

Ist es überhaupt noch zeitgemäss, klassische Displaywerbung in den Mediamix miteinzubeziehen? Die erste Bannerwerbung flimmerte 1994 auf der Website „Hot Wired“ über den Bildschirm. Die Klickrate damals lag bei unglaublichen 44%. Seitdem hat sich einiges getan und User zu einem Klick auf einen Banner zu bewegen ist eine Herausforderung geworden. Dazu haben Suchmaschinenwerbung und Anzeigen auf sozialen Netzwerken ihren Siegeszug angetreten. Wahrscheinlich ist es wie bei so vielen Themen: die Mischung machts. Displaywerbung kann zur Steigerung der Awareness für ein Produkt oder eine Dienstleistung beitragen – die Klickrate darf dabei ruhig auch einmal vernachlässigt werden. Nur darauf zu setzen, wäre aber falsch. Dabei gilt wie überall in der Werbung: vieles geht, langweilen nicht!

Die Koalition der Grossen für bessere Displaywerbung

Vor langweiliger und störender Werbung wollen uns auch Internetgiganten wie Google und Facebook befreien. Zusammen mit Branchenvertretern der Medienindustrie haben sie die „Coalition for Better Ads“ gegründet. Diese hat zum Ziel, das Benutzererlebnis mit Onlinewerbung zu verbessern. Als Ergebnis ihrer Forschung mit über 25‘000 Personen zu diesem Thema haben sie die „Better Ads Standards“ kreiert. So wurden diverse Formate der Displaywerbung auf eine schwarze Liste gesetzt. Nicht mehr gern gesehen werden Pop up Ads, Auto-playing Video Ads mit Ton, Prestitial Ads mit Countdown oder grosse Sticky Ads. Bei mobilen Werbeformen gibt es ebenfalls eine solche Ausschlussliste. Alles, was zum Beispiel blinkt und animiert ist, muss raus!

Ganz ohne geht’s dann aber doch nicht. Der Ansatz von der Coalition for Better Ads ist nobel und trägt hoffentlich dazu bei, dass Onlinewerbung und eine tolles Benutzererlebnis koexistieren können. Nicht zu vergessen ist, dass Werbung im Internet für die Finanzierung von gratis Inhalten für den Konsumenten mitverantwortlich ist. Und schon heute entgehen der Werbeindustrie jährlich geschätzte 22 Milliarden Dollar durch Ad Blocker. Ein Umstand, der sich mit angenehmeren Formaten wie Native Advertising oder ansprechenden Bannern hoffentlich etwas aufhalten lässt. Und somit auch die Displaywerbung noch ein Weilchen vor ihrem langsamen Tod bewahrt.

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Quellen

Brandt, M. (28.06.2016). Immer mehr Schweizer surfen werbefrei. Handelszeitung. Abgerufen im Mai 2018, von https://www.handelszeitung.ch/konjunktur/immer-mehr-schweizer-surfen-werbefrei-1127708

Chaffey, D. (März 2018). US, Europe and Worldwide display ad clickthrough rates statistics summary. Smart Insights. Abgerufen im Mai 2018, von https://www.smartinsights.com/internet-advertising/internet-advertising-analytics/display-advertising-clickthrough-rates/

Schmid, D. (14. August 2017). The History of Display Advertising: Everything You Need to Know. Disruptor Daily. Abgerufen im Mai 2018, von https://www.disruptordaily.com/the-history-of-display-advertising-everything-you-need-to-know/

Zajechowski, M. (November 2016). Ad Blocking and its effect on advertisers and publishers. Relevance. Abgerufen im Mai 2018, von https://www.relevance.com/ad-blocking-and-its-effects-on-advertisers-and-publishers/

Semester Report Online 2017 (Mai 2018). Media Focus. Abgerufen im Mai 2018, von http://www.mediafocus.ch/fileadmin/user_upload/Publikationen/Semester_Report_Online/2016
/DE_MediaFocus_SemesterReportOnline_2017_02.pdf

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About Author

Michelle Katja

Studentin Master of Science in Business Administration mit Major Online Business and Marketing und seit über 10 Jahren in der Schweizer Medienbranche auf Verlagsseite tätig.

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