E-Commerce vs. stationärer Handel

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Ein Kampf von David gegen Goliath. E-Commerce hat noch nicht die Stärke im Detailhandel wie von vielen Personen vermutet. Im Jahr 2017 war lediglich 5% vom Gesamtumsatz im Detailhandel online verkauft worden (Y&R Group Switzerland, 2017). Der Grund dafür ist, dass Nahrungsmittel vermehrt offline gekauft werden und diese einen grossen Bestandteil des Detailhandel Umsatzes generieren. Der Umsatz im Online Handel hat um 5% gegenüber dem Jahr 2016 zugelegt. Im Gegenzug hat der Umsatz im stationären Bereich um 1% abgenommen. Somit ist ein klarer Trend erkennbar, dass der E-Commerce Umsatz Jahr für Jahr zunehmen wird.

Umsatz Detailhandel 2017

Abbildung 1: Eigene Darstellung an Anlehnung Futurecom E-Commerce Studie

Mir wird immer erläutert, dass der E-Commerce einen Preiskampf führt und deshalb den Markt negativ beeinflusst. Der Preis ist nicht das wichtigste Kaufkriterium für den Online Kunden (Y&R Group Switzerland, 2017). Gemäss der Studie von Futurecom ist es den Befragten wichtiger, dass sie 24h einkaufen können und nicht abhängig von den Öffnungszeiten sein wollen. Bei schweren Produkten ist man als Kunde froh, wenn man sie nicht selber tragen muss, sondern diese bequem nach Hause geliefert bekommt. Zusätzlich ist die Vergleichsmöglichkeit im Online Kauf einfacher zu gewerkstelligen als im stationären Handel. Als letzter genannten Grund wurde die Bequemlichkeit gegenüber dem Ladenkauf erwähnt. Wer hat schon Lust lange einen Parkplatz zu suchen, Unmengen an Parkgebühren zu zahlen und dann noch an der Kasse anzustehen? Einfacher und angenehmer ist es am Abend sein Notebook oder Computer zu starten und gemütlich alle Artikel anschauen, welche einem interessieren.

Abbildung 2: Eigene Darstellung an Anlehnung Futurecom E-Commerce Studie

Ladenlokal sterben – neue Chance für den Online Handel

Durch die stärkere Verlagerung vom stationären Handel zum Online Handel werden in den Städten immer mehr Läden geschlossen. Diese Veränderung führt dazu, dass die Innenstädte nicht mehr die typischen Einkaufsmeilen mehr haben und viele Lokale leer stehen. Was sollte mit diesen leerstehenden Flächen gemacht werden? Die Antwort liefert der E-Commerce.

Die Belieferung von Online Kunden sollte immer schneller vonstattengehen. Amazon will mit ihrem Amazon Prime Angebot die Kunden innerhalb 2 Stunden beliefern. Um dies gewerkstelligen zu können, kommen die leerstehenden Flächen in den Innenstädten wie gelegen. Amazon kauft die Flächen auf und errichtet daraus kleine Logistiklager. Am Kurfürstendamm in Berlin war eines der ersten Projekte. Trotz der hohen Mietkosten wagen sich die Onlinehändler in die teuren Stadtviertel um einen Vorteil gegenüber ihrer Konkurrenz zu haben.

Die Kehrseite der Logistiklager ist, dass mehr Transportverkehr in den Innenstädten anzutreffen ist. Um die Infrastruktur und die Umwelt nicht überzustrapazieren ist geplant, dass die Pakete mit Fahrradkurieren ausgeliefert werden.
In der Schweiz ist ein unterirdisches Güterverkehr Netzwerk geplant (Willhardt, 2017). Dazu ein interessantes Video wie es sein könnte:

E-Commerce im Ländervergleich

Macht man einen Ländervergleich mit unseren Nachbarländern Deutschland und Österreich ist erkennbar, dass Amazon bei ihnen der grösste Onlinehändler ist und die Nummer 2 im Onlinehandel viel weniger Umsatz generiert. In der Schweiz ist die Aufteilung des Onlinehandels besser verteilt. Führend ist Digitec, wird aber bereits von zwei ausländischen Anbieter verfolgt (Lang , 2017).

Abbildung 3: Eigene Darstellung an Anlehnung Carpathia: Top 10 – Online Shops in Deutschland

Abbildung 4: Eigene Darstellung an Anlehnung Carpathia: Top 10 – Online Shops in Österreich

Abbildung 5: Eigene Darstellung an Anlehnung Carpathia: Top 10 – Online Shops in der Schweiz

Amazon.ch

Als die Medien im November 2017 berichteten, dass Amazon enger mit der Post zusammenarbeiten wird, war die Aufregung in der Schweiz gross. Die Post übernimmt die Verzollung der Waren und erleichtert somit den Versand von Deutschland in die Schweiz. Dadurch kann Amazon innerhalb 24 Stunden auch die Schweizer Kunden beliefern und muss sich nicht mit der Verzollung und Abgabe der MwSt herumschlagen. Amazon wird aber momentan keine Tochtergesellschaft oder ein Logistiklager in der Schweiz eröffnen, sondern alles von Deutschland aus versenden (Lang , 2017).

Wie verhalten sich die Schweizer Online Händler gegenüber dem Eintritt von Amazon? Gemäss CEO von Digitec/Galaxus müssen sie nicht nervös sein, da sie sich gut vorbereitet haben und wussten, dass Amazon irgendwann in die Schweiz kommen wird (Lang , 2017).

Nach der Meldung im November habe ich in meinem Job als Key Account Manager E-Commerce sehr wohl bei allen meinen Geschäftskunden eine gewisse Nervosität gespürt. Alle haben den Eintritt von Amazon in die Schweiz erwartet. Es wusste aber niemand wann es genau sein wird. In der Zwischenzeit hat sich die Aufregung bei meinen Geschäftskunden wieder gelegt und wir können wieder dem gewohnten Alltag nachgehen.

Hat die Schweiz eigene Online Marktplätze, welche Amazon das Wasser reichen können?

Schweizer Online Marktplätze

In der Schweiz gibt es lediglich zwei bekannte Markplätze. Diese sind Galaxus und Siroop. Wie im April 2018 bekannt wurde, wird es bis Ende 2018 nur noch einen geben.

Im Jahr 2016 wurde durch eine Zusammenarbeit von Swisscom und Coop der Online Marktplatz Siroop ins Leben gerufen. Das Ziel war, dass Siroop das Amazon der Schweiz wird und Galaxus vom Thron stürzen sollte. Trotz hoher zweistelliger Millionen Marketinginvestitionen konnte sich der Brand Siroop nicht durchsetzen. Siroop war täglich im Fernsehen zu sehen und Werbeplakate hingen überall in der Schweiz. Diese haben aber nicht den geplanten Erfolg erzielt. Nach Verkauf der Anteil von Swisscom an Coop, hat Coop sich entschieden den Stecker auf Ende 2018 bei Siroop.ch zu ziehen. Coop wird den Fokus vermehrt auf Microspot legen und versuchen die Plattform als kompletter Sortimentsanbieter zu platzieren (Heiniger, 2018).

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Quellenverzeichnis

Heiniger, B. (30. April 2018). Coop gibt Siroop auf. Von Handelszeitung: https://www.handelszeitung.ch/unternehmen/coop-gibt-siroop-auf abgerufen

Lang , T. (23. November 2017). Blog Carpathia. Von Carpathia: http://blog.carpathia.ch/2017/11/23/amazon-schweiz/ abgerufen

Willhardt, R. (26. Juni 2017). Wie stadttaugliche Lagerhäuser aussehen können. Von Tagesspiegel: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/immobilien/logistikimmobilien-hochhauslager-bleiben-handverlesene-ausnahmen/19971370-2.html abgerufen

Y&R Group Switzerland. (2017). Futurecom E-Commerce Studie. Von http://www.futurecom.ch/angebot/e-commerce/futurecom-e-commerce-studie/ abgerufen

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Claudio Peng

Master Student Online Marketing und Online Business an der Hochschule Luzern. // Key Account Manager E-Commerce bei Kärcher Schweiz

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