E-Estland – Der digitale Staat

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Estland hat sich in den letzten Jahren komplett gewandelt. Die baltische Republik hat sich den verstaubten und biederen Charme der Sowjetunion abgestreift und hat sich grundlegend modernisiert. Heute laufen praktisch alle Dienstleistungen digital ab.

Die Identifizierung erfolgt über einen elektronischen Ausweis, was Behördengänge praktisch überflüssig macht. Die Digitalisierung ist soweit fortgeschritten, dass Estland heute zu einer der modernsten Staaten weltweit gilt und heute E-Estland genannt wird.

Die digitale Revolution in Estland

Estland schuf bereits 1999 die Grundlagen für den digitalen Wandel, als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte und die Computer erst Einzug in die europäischen Haushalte hielten. Trotzdem funktioniert die Regierung seither papierlos. Zuerst wurde noch auf stationären Computern gearbeitet, heute bringen Politiker ihre Tablets und Smartphones zu den Sitzungen mit. Papierstapel sind seither Geschichte. Zudem haben die Esten ein Grundrecht auf Internetzugang. So surfen 95 Prozent der Esten auf superschneller Breitbandqualität und die LTE 4G-Mobilfunktechnologie macht den mobilen Zugang auch in ländlichen Gebieten unproblematisch.

Ein Ausweis für Alles

2002 hat die Regierung eine Identitätskarte mit einem Chip herausgegeben. Über diese Karte werden heute alle Behördengänge abgewickelt.

Abbildung 1: Übersicht der digitalen Dienstleistungen (für Original bitte hier klicken)

Die Übersicht in Abbildung 1 zeigt, dass jegliche Lebensbereich digital abgedeckt sind, wie Themen der Gesundheitsversorgung, Familie, Verkehr, Politik, Rechtsstaat und so weiter. Die estnischen Behörden loben sich selbst, dass die Steuererklärung auszufüllen gerade mal 5 Minuten dauert. Und das E-Voting garantiert estnischen Bürgern weltweit zu wählen. Interessant ist es für Unternehmen in Estland online Firmen zu gründen. Auch dies erfolgt elektronisch und ist innert Kürze erledigt.

Datenschutz gewährleisten

Bedenken hegten einige Bürger bezüglich Datenschutz. Ein Gesetz gewährleistet aber, dass die personenbezogenen Daten immer Eigentum des Bürgers bleiben. So laufen seit 2008 alle laufenden Befunde bei Arztbesuchen auf einer elektronischen Datenbank zusammen und können dort von jedem Arzt und vom Patienten abgerufen werden.

Man ist sich der Gefahr für einen Hackerangriff bewusst in Estland. Je mehr Daten, desto höher die Wahrscheinlichkeit für einen Angriff. 2007 wurde das Land angegriffen. So konnten Bürger tagelang kein Geld abheben, Online-Banking ausführen und Nachrichtenportale waren lahmgelegt. Dies hat Estland nachhaltig geprägt und der Staat versucht Länder dazu zu bringen «e-embassies» zu errichten. Diese dienen als Server und sollen für Estland als eine Art Datensicherung funggieren.

Und die Schweiz?

Die Schweiz hinkt in der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung hinterher. Obwohl bereits 2003 die Internetseite «ch.ch» ehrgeizig ins Leben gerufen wurde, rangiert die Schweiz 2016 auf Platz 28 des E-Government-Survey der Uno. Die Internetseite «ch.ch» blieb mehrheitlich eine Informationswebseite. Insgesamt geht die Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung langsamer voran als im internationalen Verlgeich.

Dies hat vor allem zwei Gründe. Zwar wächst die Bürokratie in der Schweiz permanent, funktioniert aber im Grossen und Ganzen viel besser und effizienter als im internationalen Vergleich. Weiter ist die Skepsis der Bürger gross ihre persönlichsten Daten auch dem Staat gegenüber preis zu geben. In vielen Bereichen könnte die Schweiz aber von einer heute konventionellen Form auf ein Digitales System wechseln. Denn, Experten sind sich einig: Die Schweiz braucht einen digitalen Kick!

 

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Quellen:

Mitteldeutscher Rundfunk MDR.DE (2017). E-Estland – Der digitale Staat. Abgerufen am 27.03.2018 von https://www.mdr.de/heute-im-osten/estland-digitaler-staat-100.html

Neue Züricher Zeitung NZZ (2015). Zu Besuch in der Zukunft. Abgerufen am 27.03.2018 von https://www.nzz.ch/international/europa/zu-besuch-in-der-zukunft-1.18491451

eesti.ee (2018). Homepage. Abgerufen am 01.04.2018 von https://www.eesti.ee/en/

t3n digital pioneers (2016). Online gründen in Estland: Das Paradies für Digital Nomaden auf dem Prüfstand [WHD.global]. Abgerufen am 27.03.2018 von https://t3n.de/news/online-gruenden-estland-paradies-689222/

 

 

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Masterstudent HSLU Online Business and Marketing Videojournalist und Moderator TeleBärn

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