Hallo Arbeitskollege, darf ich deinen Job übernehmen?

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Bedeutet das Ausbreiten der künstlichen Intelligenz (KI) auf dem Arbeitsmarkt nun das Befreien der Arbeitnehmer in kreativere Aufgaben oder doch Massenarbeitslosigkeit? Sicher ist: Der Megatrend der KI wird die Arbeitswelt wie wir sie kennen tiefgreifend verändern.

Die Studien und Zukunftsforschungen sprechen eine klare Sprache; zig tausende Jobs werden mittelfristig von Maschinen erledigt und ganze Aufgabengebiete können durch KI automatisiert werden. Vielbeachtet ist dabei eine Oxfordstudie aus dem Jahr 2013, die behauptet das 47% der Arbeitstätigen der USA in 15 bis 20 Jahren ihre derzeitige Arbeit einer Maschine übergeben müssen.

Bedroht sind kurzfristig vor allem Jobs wie Busfahrer, Taxifahrer oder Kassierer – mittelfristig jedoch auch klassische Mittelstandsjobs wie Buchhalter, Versicherungsberater oder Juristen (Google mal IBM’s Watson).

Wie sieht die derzeitige Situation aus?

Die Studien rund um dieses Thema sind immer mit Vorsicht zu geniessen. Es werden immer neue Studien veröffentlicht, welche noch spektakulärere Schreckensszenarien für die Zukunft der Arbeitswelt malen. Die Auftraggeber der Studien wünschen sich bewusst dann auch entsprechend Aufmerksamkeit für die Resultate. Wichtig hier zu wissen: Die KI’s sind aktuell noch ziemlich beschränkt. Von einer generellen KI (also Aufgabenübergreifend) sind wir aktuell tatsächlich noch weit entfernt.

Als konkretes Beispiel geht der Trend im Kundenservice bei der KI zu den Chatbots. Das Berliner Start-Up Parlamind liefert Lösungen zur Automatisierung des Kundenservices womit sich die Kundenberater intensiver um Spezialfälle kümmern können. Parlamind spricht jedoch aktuell von 10% bis 20% der Kundenanfragen, die sich automatisiert behandeln lassen. Die Automatisierung durch KI steckt also im Allgemeinen noch in den Kinderschuhen. 

Was sollte ein Unternehmen beachten?

Was zählt ist keine panischen Investitionen in KI-Lösungen zu treffen, um sich damit vermeidlich sicher in die Zukunft zu retten. Wichtiger ist, sich die Frage zu stellen was man damit erreichen möchte. Will man als Unternehmung schneller sein (bspw. schnellere Skalierbarkeit für Start-Ups), effizienter werden (Kosteneinsparungen bei Grossunternehmungen) oder kürzere Arbeitstage ermöglichen (6/7 Stunden-Tage werden immer wieder diskutiert europaweit). Diesen Ansprüchen entsprechend gilt es dann die richtige KI-Lösung zu finden.

Ebenfalls wird es elementar sein, massive Investitionen in die Weiterbildung der Mitarbeitenden zu tätigen, um sie für die neuanfallenden Profile fit zu machen

Qualität vor Quantität

Einige wegfallende Jobs werden naturgemäss durch neue Jobmöglichkeiten ersetzt werden. Dass mit zunehmender Übernahme der KI sich eine Negativbilanz auf dem Arbeitsmarkt ergeben wird, da sind sich fast alle Experten sicher. Dies ergibt jedoch auch eine Chance die einzelnen Arbeiten qualitativ aufzuwerten und den Menschen kreativere aber auch anspruchsvollere Aufgaben zu übergeben. Automatisierung soll zu mehr Freiräumen führen.

So hat sich das Start-Up Candis der Automatisierung der Buchhaltung verschrieben. Das Ziel: so viele Buchhaltungsaufgaben wie möglich automatisieren, so dass sich bspw. Steuerberater mehr um die Betreuung der Kunden kümmern können. Der Gründer von Candis meint gegenüber dem t3n Magazin, dass sie überzeugt seien 100% der Buchhaltungsaufgaben automatisieren zu können.

Wo könnte der Weg hinführen?

Zur Verhinderung einer gesellschaftlichen Krise und der Abwendung von Massenarbeitslosigkeit werden derzeit diverse Lösungen besprochen. Dabei geht es von Robotersteuern, über bedingungslose Grundeinkommen zu überarbeiteten Arbeitsmodellen. Sämtliche Lösungsansätze vorzustellen würde den Rahmen dieses Blogs sprengen.

Wichtig ist für jeden Einzelnen, sich mit dem Thema zu beschäftigen und sich allenfalls zielgerichtet weiterzubilden. Zu empfehlen sind auch die Ausführungen und Lösungsvorschläge von Richard David Precht gegenüber dem NRD zum Thema der Auswirkungen der KI auf dem Arbeitsmarkt. Link

Eine spannende Weiterbildungsmöglichkeit ist der Major Online Business and Marketing, der sich mit den aktuellen Trends beschäftigt und eine Weiterbildung am Puls der Zeit liefert. Weitere Infos findest du hier.

Möchtest du dich zu diesem Thema und die Möglichkeiten der Zukunft austauschen, ist der Diginect Event das Richtige für dich. Infos und Tickets findest du hier.

 

Quellen:

Schönhaar, L. (2017). Oxford Studie: In 25 Jahren werden 47 Prozent der Jobs verschwunden sein – und auch eurer ist nicht sicher. Abgerufen am 04.04.2018 von http://www.businessinsider.de/oxford-studie-in-25-jahren-werden-47-prozent-der-jobs-verschwunden-sein-und-auch-eurer-ist-nicht-sicher-2017-1

Hofelich, M. (2017). Durchstarten mit dem Megatrend der Zukunft. Wie künstliche Intelligenz die Arbeitswelt verändert. Abgerufen am 04.04.2018 von https://www.experteer.de/magazin/wie-kuenstliche-intelligenz-die-arbeitswelt-veraendert/

Parliamind (ohne Datum). Abgerufen am 04.04.2018 von https://parlamind.com/de/index/

Heckel, M. et al. (2018). Wir nannten es Arbeit, in: t3n digital pioneers 51 (2018), 31-37.

T3n Podcast. (2018). Neue Freiräume bei der Arbeit durch KI, Bots und Automatisierung.

 

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