Zwischenmenschliche Kontamination: Wie nehmen wir sie wahr und wie beeinflusst sie unser Sharing-Verhalten?

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Room Sharing bedeutet immer eine Form zwischenmenschlicher Kontamination: Hier erfährst du, worauf wir Menschen bei der Auswahl oder Bewertung einer Übernachtungsmöglichkeit achten und was zwischenmenschliche Kontaminationen bei uns auslösen können.

Room Sharing

Zwischenmenschliche Kontamination tritt überall dort auf, wo das Prinzip der Sharing Economy angewendet wird. Je persönlicher jedoch der angebotene Gegenstand ist, desto stärker wird die zwischenmenschliche Kontamination empfunden.

Die eigenen vier Wände sind eine intime und persönliche Zone. Möbel, Hygiene oder Dekorationen erzählen Geschichten über den Besitzer der Übernachtungsmöglichkeit und lassen beispielsweise Spekulationen über Charakterzüge oder ausgelassene Vorlieben zu. Die Studie «Authenticity and the Sharing Economy” zeigt auf, dass zwischenmenschliche Kontamination die Neugierde in uns Menschen weckt. Jedoch aber auch eine irritierende und eindringliche Wirkung haben kann.

Sauberkeit

Bei Übernachtungsmöglichkeiten entscheiden wir uns bewusst für einen Anbieter. Dabei spielt die Sauberkeit eine wichtige Rolle und ist für uns Menschen eines der wichtiges Entscheidungskriterium für oder gegen eine Übernachtungsmöglichkeit. Bei der Hygiene sind der zwischenmenschlichen Kontamination enge Grenzen gesetzt. So ist es nicht erwünscht, Haare oder Abfälle des Vormieters zu finden.

Persönliche Gegenstände

Persönliche Gegenstände, die nicht wie Haare in die Kategorie Hygiene fallen, lösen jedoch Fantasien aus. Menschen, welche sich für eine solche Übernachtungsmöglichkeit entscheiden, sind oft offen gegenüber neuen Erfahrungen und wollen «in» sein.

Persönlicher Austausch

Im Urlaub beispielsweise kommt es nach dem Bezug oft zum persönlichen Austausch mit dem Vermieter (sehr oft auch Einheimische). Dieser Austausch ist ebenfalls eine Form der zwischenmenschlichen Kontamination. Mal erwünscht – weil man wichtige Tipps und Informationen erhält. Mal unerwünscht – weil man lediglich entspannen will, die Gegend bereits kennt oder einfach keine Lust auf einen persönlichen Austausch hat.

Wer sich also als Nutzer oder Anbieter eines Room Sharings probieren möchte, sollte bedenken, dass trotz der ähnlichen Charakteren, die sich in der Sharing Community tummeln, jeder Mensch ein Individuum ist und eigene Vorstellungen mitbringt. (vgl. Bucher et al., 2017) Das bedeutet, dass jeder seine ganz persönlichen Grenzen in Bezug auf die zwischenmenschliche Kontamination setzt.

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Quellen

Bucher, E., Fieseler, C., Fleck, M., Lutz, C. (2017). Authenticity and Sharing Economy in Academy of Management Discoveries.

Heinrichs, H. & Grunenberg, H. (2012). Sharing Economy. Auf dem Weg in eine neue Konsumkultur?. Online (22.03.2018): http://pure.leuphana.de/ws/files/3881633/Heinrichs_Grunenber_Sharing_ Economy.pdf

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Ranja Weisskopf

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