Online Handel: Wie sich die Einkaufswelt verändert hat

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Der eCommerce hat die Art des Einkaufens grundlegend verändert. Wie sieht der Handel heute aus und welche Auswirkungen hat der eCommerce auf die Anbieter.

Der Startschuss

Der eCommerce wie wir in kennen hatte seine Anfänge in den Jahren 1994/1995. Damals wurde des Internet für die Wirtschaft geöffnet und die ersten Unternehmen drängten ins Web um darin Geschäfte zu machen. Amazon konnte dies erfolgreich nutzen und gründete das erste Online-Warenhaus. Mittlerweile ist es eines der grössten Warenhäuser weltweit. Bis heute ist es niemandem gelungen, diesen Vorsprung aufzuholen. Auch ebay trat kurz später in den Markt ein und ermöglichte es erstmals, dass jeder mir vergleichsweise wenig Aufwand seine Waren online anbieten konnte.

Online Handel heute

In unserer Zeit ist es selbstverständlich online Geschäfte zu machen. Ein Unternehmen ohne Online-Shop ist fast nicht mehr vorstellbar. Doch durch das Internet ist es für die Kunden auch einfacher geworden, die Preise der Anbieter ohne grossen Aufwand zu vergleichen. Der Konkurrenzkampf ist dadurch gestiegen und die Anbieter kämpfen im Web um Aufmerksamkeit und Kunden. Der eCommerce hat die Art des Einkaufens für immer verändert.

Die folgende Statistik zeigt den Gesamtmarkt nach Sortimenten im Schweizer Online-Versandhandel auf (B2C). Wie man sieht, nehmen die Umsätze jedes Jahr stetig zu. Am liebsten kaufen die Schweizer Heimelektronik und Modeartikel im Internet ein. Aber auch der Bereich Food ist im Vergleich zum Ausland sehr gross. Dies lässt sich höchst wahrscheinlich auf die weite Verbreitung von Nespresso mit den Kaffeekapseln zurückführen, welche auch in diesen Bereich mit eingerechnet werden.


https://www.vsv-versandhandel.ch/media/filemanager/facts/2017/de-2017-03-01-medienmitteilung-vsv-gfk-online-und-versandhandel.pdf

Schaut man sich den Gesamtmarkt an, also B2C, C2C sowie die Einkäufe im Ausland, so wurden im Jahr 2016 7.8 Mrd. Schweizer Franken für Waren und Güter im Internet ausgegeben. Dies entspricht einer Steigerung von 8.3% gegenüber dem Vorjahr. Besonders die Online-Auslandseinkäufe legen überproportional um 18% zu. Der Wachstumstreiber dabei ist China. Im Vergleich zum Ausland sind die Schweizer jedoch immer noch etwas konservativ was die Bezahlung betrifft: 80% der Kunden bezahlen gegen Rechnung. Somit ist die Schweiz Spitzenreiter, da im Ausland typischerweise mit Kreditkarte bezahlt wird.

Doch wenn die Online-Einkäufe stetig wachsen, geschieht das auf Kosten des klassischen Handels. Dieser hat in den letzten Jahren im Bereich Non Food 8.3 Mrd. Schweizer Franken an Umsatz eingebüsst, während die Online-Einkäufe im gleichen Bereich um 2.4 Mrd. Schweizer Franken zugelegt haben. Diese Stagnation des Offline-Handels lässt sich auf die Preistransparenz im Web sowie auf die hohe Produkteverfügbarkeit zurückführen.

http://respondr.io/ 5-ecommerce-stats-will-change-market-store-online

Der beliebteste Online-Shop in der Schweiz ist digitec.ch mit einem Umsatz von rund 602 Millionen Schweizer Franken im Jahr 2016. Gefolgt von Zalando mit 534 Millionen CHF und Amazon mit 475 Millionen CHF Umsatz. Somit kann sich in der Schweiz ein nationales Unternehmen an der Spitze halten, während die Nachbarländer klar vom Generalist Amazon dominiert werden.

Gemäss Studien wächst der Online Handel bis 2022 jährlich um 11.3%. Dabei sollen besonders Musik, Unterhaltungsmedien, Computer, Bücher und Spielzeug mehrheitlich online gehandelt werden. Man schätzt, dass der Anteil der Musikverkäufe im Internet am Gesamtmarkt auf 93% steigen wird. Demgegenüber bleiben Online-Lebensmittelkäufe laut Prognose die Ausnahme.

Im Wachstum befindet sich auch der grenzübergreifende Online Handel mit einer jährlichen Zunahme von 25%. Dieser ermöglicht es den Herstellern, von nur einem Produktionsstandort aus ihre Produkte direkt an Verbraucher in aller Welt zu vermarkten, ohne auf lokale Zwischenhändler angewiesen zu sein. Die Onlinehändler gehen davon aus, in Zukunft noch mehr Umsatz mit dem Verkauf ins Ausland zu erzielen.

Mehr Konkurrenzkampf und abnehmende Kundenloyalität

Die Anzahl neuer Anbieter und die Transparenz durch Vergleichsportale und Preissuchmaschinen bedeutet aber auch, dass der Konkurrenzkampf zunimmt. Die Umsätze steigen zwar, die Gewinne können dem aber nicht Schritt halten, da ein deutlicher Margenverfall in vielen Bereichen des eCommerce beobachtet wird. Auch des Channelhopping stellt die Händler vor eine grosse Herausforderung. Die Kundenloyalität ist gering, stattdessen springen die Kunden von einem Verkaufskanal zum nächsten. Immer mit dem Ziel, das beste Angebot zum günstigsten Preis zu finden.

 


Quellen

Schieb, J. Die Geschichte des eCommerce. Abgerufen am 20.09.2017 von http://www.schieb.de/712600/die-geschichte-des-ecommerce

Verband des Schweizerischen Versandhandels. (2017). Schweizer Online-Konsum wächst 2016 um 8.3%. Abgerufen am 20.09. 2017 von https://www.vsv-versandhandel.ch/media/filemanager/facts/2017/de-2017-03-01-medienmitteilung-vsv-gfk-online-und-versandhandel.pdf

Statista. (2017) Die Top 10 Online-Shops in der Schweiz. Abgerufen am 21.09.2017 von https://de.statista.com/infografik/718/top-10-online-shops-in-schweiz-nach-umsatz/

Netzwoche. (2017). Onlinehandel soll weiterwachsen. Abgerufen am 22.09.2017 von http://www.netzwoche.ch/news/2017-08-16/onlinehandel-soll-weiter-wachsen

McKinsey. McKinsey-Analyse: Grenzübergreifender Onlinehandel wächst auf eine Billion US-Dollar. Abgerufen am 22.09. 2017 von https://www.mckinsey.de/mckinsey-analyse-grenzuebergreifender-onlinehandel-waechst-auf-eine-billion-us-dollar

 

 

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