Wie der Like-Button den Content beeinflusst

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Er ist heute nicht mehr wegzudenken – der Like-Button. Doch warum entstand der Hype um dieses Tool und was bedeutet es für die Content-Erstellung?

Die Entstehung des Internets hat die Welt in vielerlei Hinsicht verändert. Informationen sind beinahe weltweit verfügbar, jeder kann Content erstellen und kommentieren und es bilden sich Netzwerke über die Zeitzonen hinaus. Die Kombination all dieser neuen Möglichkeiten hat dazu geführt, dass es viele Leute gibt, die eigenen Content erstellen und natürlich darauf hoffen, dass dieser eine grosse Reichweite entwickelt. Dazu werden Blogs, Videos und Fotos genutzt sowie die verschiedensten sozialen Medien. Auch die Unternehmen haben den Trend für sich entdeckt und betreiben immer mehr Content-Marketing. Es hängt jedoch von unterschiedlichen Faktoren ab, ob ein Content erfolgreich wird oder nicht.

Guter Inhalt, aber…

Der Inhalt ist natürlich das Kernstück. Dazu muss man sich fragen, was man mit dem Inhalt erreichen möchte. Soll er informativ oder unterhaltend sein? Welche Zielgruppe möchte man ansprechen? Ist das Thema zeitgemäss und relevant? Dank Facebook und Co. kann man jeden Beitrag monitoren und schauen, wie er ankommt. Man sieht wie viele Likes generiert werden, wie viel Mal der Beitrag geteilt wird und ob eine Diskussion zu dem Thema entsteht. Natürlich möchte man so hohe Zahlen wie möglich erreichen. Doch hat das nicht auch Nachteile?

Wenn man nur darauf achtet,  was dem Leser gefallen könnte, schränkt man sich enorm ein. Früher wurde der Inhalt von Zeitungen oder Zeitschriften danach ausgewählt, was die Ersteller als relevant und wichtig erachtet haben. Die Beiträge wurden als Bündel verkauft und auch wenn ein einzelner Beitrag nicht eine Sensation war, wurde die Kombination von unterschiedlichen  Beiträgen geschätzt. Somit lastete der Druck nicht auf einem einzelnen Beitrag, sondern das grosse Ganze musste stimmen. Die Autoren sorgten sich nicht darum,  wie ihr Content in den sozialen Netzwerken bewertet wird, da sie gar keine Möglichkeiten dazu hatten. Sie schrieben über Themen,  welche sie interessierten und taten das nicht mit dem Ziel, möglichst viele Likes zu erhalten. Heute bedeuten mehr Likes mehr Anerkennung.

Quelle: https://medium.com/the-aspen-institute/the-like-button-ruined-the-internet-the-five-best-ideas-of-the-day-march-24-2017-f9ea804af0e

Doch warum wurde der Like-Button so ein wichtiges Tool in unserer Zeit? Menschen bewerten gerne andere Menschen – es gehört zu unserer Natur. Seien es Bilder oder Inhalte von anderen Personen, in unserer Psyche werden diese innert kürzester Zeit bewertet. Gleichzeitig erhalten wir gerne Bestätigung von Anderen. Durch den Like-Button findet dieses Spiel von Bewertung und Bestätigung Ausdruck. Zudem ist es einfacher,  einen Inhalt zu Liken als zu kommentieren. Das ist auch der Grund,  warum ein Content meist eine viel höhere Anzahl an Likes als an Kommentaren erhält. Der grosse Teil der Leser sind stille Beobachter. Die Leute welche Content kommentieren sind meistens immer die Gleichen – deshalb kann man nie von einem repräsentativen Teil der Bevölkerung ausgehen. Trotzdem werden Inhalte mit mehr Likes besser bewertet und somit eher verbreitet. Die Content-Ersteller sind gezwungen,  einen einzelnen Beitrag so gut zu verkaufen, dass er viele Likes erhält,  damit die Leute ihn überhaupt lesen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Autoren sich so einschränken, um den Anforderungen gerecht zu werden . Sie trauen sich nicht,  Neues auszuprobieren und bleiben bei den Inhalten, bei denen sie wissen, dass sie bei den Lesern ankommen und ihnen Likes garantieren.

Es braucht Mut, sich von diesem Druck zu lösen und Content zu erstellen, welchen man selbst für interessant und wichtig erachtet. Natürlich sollte man zielgruppengerechten Inhalt erstellen, trotzdem dürfen die eigenen Interessen und Ansichten Platz finden. Die Diversität macht das Internet doch erst interessant. Und wenn man sich geschickt anstellt, kann der eigene Content auch erfolgreich werden.

Die Reichweite ist entscheidend

Nur ein guter Inhalt reicht heutzutage nicht mehr aus, da es vielen guten Content im Internet gibt. Die Leser müssen auf den Inhalt aufmerksam werden und ihn im Internet überhaupt finden. Was sind also die Grundlagen, nebst dem guten Inhalt, für einen erfolgreichen Content?

Titel: Um in Google einen guten Eindruck zu machen, darf der Titel nicht mehr als 60 Zeichen beinhalten. Der Titel soll den Inhalt für den Leser interessant machen und in einem Satz erklären, was der Leser erwarten darf.

Ansprechende Formatierung: Egal wie gut der Inhalt ist, wenn die Formatierung nicht ansprechend ist, machen sich viele Leser erst gar nicht die Mühe, den Text zu lesen. Deshalb ist es wichtig Absätze und Untertitel zu bilden. Auch visuelle Reize wie ein Foto oder ein Video macht den Text interessanter.

URL optimieren:Ein endlos langer URL mit Sonderzeichen bei dem man nicht herauslesen kann um was es geht, kommt nicht wirklich gut an. Der URL sollte so optimiert werden, dass er so kurz wie möglich gehalten wird. So kann er auch leichter geteilt und kopiert werden.

Beiträge teilen: Um eine grosse Reichweite zu erlangen, ist es natürlich von Vorteil, die Beiträge auf den sozialen Netzwerken zu teilen. Erst dadurch werden die meisten Leute auf den Inhalt aufmerksam. Je grösser das soziale Netzwerk desto besser. Wenn Personen oder Plattformen, welche die gleiche Nische bedienen, den Beitrag teilen, kann die Reichweite nochmals enorm gesteigert werden.

Die Kombination macht’s

Wenn man guten Inhalt produziert und sich einige Tricks aneignet, kann man mit dem eigenen Content erfolgreich sein. Die Individualität der Inhalte ist dabei entscheidend. In der heutigen Überflutung von Informationen hilft es trotzdem ungemein, ein grosses Netzwerk und ein Funken Glück zu haben.

 


Quellen:

Sommers, James. The Like Button Ruined The Internet. Online (18.05.2017): https://www.theatlantic.com/technology/archive/2017/03/how-the-like-button-ruined-the-internet/519795/

SRF. Lehmann, Martin. Onlinekommentare beeinflussen Politik und Medien. Online (19.05.2017): https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/onlinekommentare-beeinflussen-politik-und-medien

Ganster, Tina. Sozialer Einfluss auf Facebook: Liebe, Likes und Selbstdarstellung. Online (20.05.2017): http://www.digitalpsychologie.de/sozialer-einfluss-facebook-likes-selbstdarstellung/

Metzmacher, Dirk. 10 schnell umsetzbare Content Marketing Tipps, die mehr Besucher bringen. Online (20.05.2017): http://www.selbstaendig-im-netz.de/2016/08/23/marketing/10-content-marketing-tipps/

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