Augmented Reality Marketing – Die nächste Revolution?

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Spätestens seit dem Hype rund um Pokémon Go ist Augmented Reality auch der breiten Öffentlichkeit ein Begriff. Dabei ist diese Technologie in gewissen Branchen schon seit Jahren etabliert. Nachfolgender Blogbeitrag beschreibt zum einen die Technologie, zum anderen werden verschiedene Anwendungsbeispiele aufgezeigt.

Augmented Reality kurz erklärt

Augmented Reality integriert computergenerierte Objekte in die reale Umgebung und ermöglicht Echtzeitinteraktionen. Wichtig dabei, im Vergleich zu Virtual Reality kann der Verwender der Technologie die reale Welt um sich weiterhin sehen, die virtuelle Objekte sind in die reale Welt eingeblendet. Somit erweitert Augmented Reality die reale Welt anstatt sie komplett zu ersetzen, wie dies bei Virtual Reality der Fall ist. Folgendes sind die Charakterzüge von Augmented Reality:

  • Kombiniert Realität und Virtualität
  • Echtzeit Interaktionen sind möglich
  • Dreidimensionale Erscheinung

Die Einblendung von virtuellen und dreidimensionalen Objekten bereichert die sensorische Wahrnehmung einer Person. So kann eine Person mittels Augmented Reality mehr sehen als andere sehen, mehr hören als andere hören und vielleicht eines Tages sogar Sachen anders Fühlen, Riechen oder Schmecken. Dies zeigt das enorme Potential dieser Technologie, da diese die sensorische Wahrnehmung bereichern kann.

 

Die Anwendung von Augmented Reality

Azuma gab bereits 1997 in seinem Artikel an, dass in folgenden Bereichen die Anwendung von Augmented Reality vorstellbar sei: Medizinische Visualisierung, Instandhaltungsarbeiten, Erläuterung, Robotik, Unterhaltung und Navigation in der militärischen Aviatik. Speziell in der Navigation und in der Aviatik findet Augmented Reality schon seit Jahren Anwendung. Sei dies als Head up Displays für Militärpiloten, welche dem Piloten wichtige Daten direkt ins Sichtfeld projizieren. Oder in der Form von Apps fürs Smartphone, beispielsweise die Peakfinder App, welche dem Anwender angibt, um welche Bergen es sich in seinem Sichtfeld handelt.

 

Grundsätzlich wird bei Augmented Reality Apps zwischen zwei Herangehensweisen hinsichtlich der Interaktion unterschieden: Markerbased und Markerless AR. Beim ersteren benötigt man einen Marker, welcher vom App erkannt wird. Dabei handelt es sich meist um Bilder, QR-Codes, RFID Tags oder andere Symbole, welche einfach zu erkennen sind. Nachdem das App den Code erkannt hat, kann ein virtuelles 3D Objekt auf dem Marker angezeigt werden. Das Objekt kann dabei nur verschoben werden, indem der Marker von Hand verschoben wird. Bei der zweiten Variante handelt es sich um die kompliziertere Herangehensweise. Dabei wird die reale Welt in Echtzeit um ein virtuelles Objekt erweitert, ohne dabei einen vorgegebenen Marker zu verwenden. Als Beispiel hierfür stehen die Apps von Mister Spex oder Ray Ban, welche als virtuelle Spiegel dienen, sprich virtuelle Brillen können auf das Gesicht des Anwenders gesetzt werden. Hinsichtlich Weiterempfehlung und Benutzerfreundlichkeit der Apps werden Makerless Apps besser eingestuft als Marker-Based Apps.

Neben Apps wird Augmented Reality auch mittels Brillen angewendet. Grundsätzlich wird bei den Brillen zwischen Datenbrille und Augmented-Reality-Brille unterscheidet. Die einfache Datenbrille (z.B. Sonys SmartEyeglass) ist ähnlich wie die Anwendung mittels App. In diesem Fall werden statische Bilder und Informationen in das Sichtfeld des Brillenträgers projiziert. Es wird aber davon ausgegangen, dass diese Datenbrillen auf Dauer nur für sehr spezifische Anwendungsfälle interessant sind oder sogar vollständig ersetzt werden. Augmented-Reality-Brillen (z.B. Hololens) verfolgen einen anderen technologischen Ansatz. In diesen Brillen sind zahlreiche Sensoren verbaut wie beispielsweise Tiefenkameras, mit welchen die Umgebung ähnlich dreidimensional gesehen werden kann wie das menschliche Auge. Somit kann die Umwelt in Echtzeit gescannt werden und digitale Objekte können perspektivisch und dauerhaft im Raum platziert werden. Ziel ist dabei, die digitalen Objekte so lebensecht wie möglich zu gestalten um eine authentische Durchmischung von realer und virtueller Welt zu erreichen. Dieser Zustand wird häufig auch als “Mixed Reality” bezeichnet. Die Augmented-Reality-Brillen leiden aktuell noch an einigen Kinderkrankheiten. So ist beispielsweise bei der Hololens das Sichtfeld zu eng oder bei der Meta 2 die Rechenleistung und die Darstellungsqualität nicht optimal.

Sonys SmartEyeglass (Quelle: http://www.chip.de/news/Smart-Eyeglass-Sony-verkauft-AR-Brille-fuer-800-Euro_76574901.html)

 

Microsoft Hololens (Quelle: https://news.microsoft.com/de-de/microsoft-hololens-kommt-nach-europa/#sm.000u92k4t15wtebrs26172edemkya)

Verwendungsbeispiele von Augmented Reality

Pokémon Go

Pokémon Go ist ein Spiel, welches speziell für Smartphones und Tabletcomputer entwickelt wurde. Im Spiel können Spieler virtuelle Fantasiewesen (Pokémon) fangen, trainieren, entwickeln und in virtuelle Kämpfe gegen andere Pokémon schicken. Beim Spiel handelt es sich um ein Location-based Game, welches die Spielumgebung auf dem Prinzip von Augmented Reality nutzt. Mittels GPS und Echtzeit-Lokalisierung ermittelt das Spiel die Standortdaten des Spielers und positioniert ihn virtuell auf einer Landkarte, die auf dem Kartenmaterial von Google Maps basiert.

Gemäss Apple hat das App offiziell einen Rekord im App Store gebrochen. Das Spiel wurde in der ersten Woche so oft heruntergeladen wie keine andere App zuvor. Über die konkreten Download-Zahlen schweigt Apple wie üblich. Ob auch die Android-Version im Google Play Store Rekorde gebrochen hat, wollte Google bislang nicht kommentieren. Schätzungen zufolge wurde Pokémon Go weltweit mittlerweile mehr als 30 Millionen Mal für Android und iOS heruntergeladen. In Japan sollen bereits am ersten Tag 1,3 Millionen Downloads generiert worden sein.

Pokémon GO (Quelle: https://www.redbull.com/ch-de/pokemon-go-tipps-zum-game)

Migros App

Mit dem im März 2017 veröffentlichten Update der Migros App ist es möglich, dass das Smartphone mittels Augmented Reality über 5000 Migros Produkte erkennt und dem Anwender Rezepte, Bewertungen und weitere Informationen anzeigt. Dabei greift die App auf 80’000 Produkt-Bewertungen der Dialog-Plattform Migipedia, 2’000 Rezepte der Migros-Kochplattform Migusto sowie umfassende Produkt-Informationen zu. Gemäss der Medienmitteilung von Migros sind sie die erste Detailhändlerin weltweit, die ihren Kunden eine solche Anwendung anbieten kann. Technisch gesehen funktioniert diese Anwendung über eine Bilderkennung der Produktverpackungen.

Quelle: https://www.migros.ch/de/news/medienmitteilungen/2017/discover.html

Und die Zukunft?

Gemäss dem Deutschen Markenreport 2017 sehen deutsche Marketingexperten in Virtual und Augmented Reality ein enormes Potenzial für ihre Arbeit. Ihrer Meinung nach verändern die Technologien die Mediennutzung und das Konsumverhalten entscheidend – und haben damit auch große Auswirkungen auf das Marketing. Die Experten sind sich einig: Virtual und Augmented Reality werden sich durchsetzen und bereits bald fester Bestandteil unseres Alltags sein. Als Engpass sehen viele der Befragten den noch sehr geringen Wissensstand sowie die fehlenden Ressourcen in ihren Unternehmen, um Virtual und Augmented Reality schon jetzt erfolgreich einzusetzen.

Quelle: http://www.absatzwirtschaft.de/deutscher-markenreport-2017-virtual-augmented-reality-im-marketing-grosse-erwartungen-aber-wenig-know-how-101341/

 


Quellen:

Azuma, R.T. (1997). A survey of Augmented Reality. Presence: Teleoperators and Virtual Environments, 97 (4), S. 355–385.

Daponte, P., De Vito, L., Picariello, F. & Riccio, M. (2014). State of the art and future developments of the augmented reality for measurement applications. Measurement, 14 (57), S. 53-70.

Rese, A., Baier, D., Geyer-Schulz, A. & Schreiber, S. (2016). How augmented reality apps are accepted by consumers: A comparative analysis using scales and opinions. Technological Forecasting & Social Change, 16.

http://www.absatzwirtschaft.de/deutscher-markenreport-2017-virtual-augmented-reality-im-marketing-grosse-erwartungen-aber-wenig-know-how-101341/

https://www.migros.ch/de/news/medienmitteilungen/2017/discover.html

http://t3n.de/news/apple-bestaetigt-pokemon-rekord-728679/

https://venturebeat.com/2016/07/19/sensor-tower-pokemon-go-has-already-passed-30m-downloads-and-35m-in-revenue/

https://vrodo.de/augmented-reality-brillen-vergleich/

https://www2.tu-ilmenau.de/zsmp/index.php/augmented-reality-anwendungsmoeglichkeiten-in-marketing-medien-und-kommunikation/

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1 Kommentar

  1. Ein sehr guter Post, der alles einwandfrei zusammen fasst. Ich habe mich damals auch durch alle Novize-Guides gelesen bevor ich dann nutzliche Information gefunden habe. Bei mir ist es immer so, dass ich die meisten Ratschläge für mehr Spanne zwar kenne, aber dann doch nicht umsetzte. So einen Aufsatz zu lesen motiviert dann wieder – habe ich gedacht und bin weiter gesurft. Sowas ist äußerst hilfreich! Aber es gibt noch ein Aufgabenstellung dazu – Virtuelle Datenräume . Es ist vor allem schön zu wissen, dass alle mal klein angefangen habe. Das ist zwar eigentlich klar, aber wird gern vergessen.

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