Social Media: Der Technostress am Arbeitsplatz

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Um dem Druck der Social Media Stand zu halten, gilt es einige Herausforderungen zu meistern.

Social Media eröffnen neue, direkte Wege wie zum Beispiel Facebook, Twitter oder Blogs, mit denen ein Unternehmen mit seinen unterschiedlichen Interessengruppen in Kontakt treten kann. Grosse Unternehmen wie Adidas, Coca-Cola oder Volkswagen nutzen diese Kanäle aktiv, um unter anderem neue Kunden zu gewinnen. Die damit verbundenen, psychischen Belastungen aufgrund von Informationsüberflutung, Informationsüberfällen und Unsicherheiten dürfen in diesem Zusammenhang jedoch nicht unterschätzt werden.


Einsatzgebiete von Social Media
Quelle: Social Media in der Arbeitswelt

Vor der Social Media Zeit reichten funktionale und soziokulturelle Fähigkeiten für Kommunikation und Informationsverteilung vollkommen aus. Heute benötigen Mitarbeitende sehr gute digitale Fähigkeiten und es genügt nicht mehr, Informationen lediglich miteinander zu verknüpfen. Die erhöhte Geschwindigkeit, Inhaltsvolumen, Dringlichkeit und Komplexität in der Arbeitswelt erfordern neue Tätigkeiten und zusätzliche Kompetenzen. Social Media Profis müssen sich ständig den neusten Software-Applikationen, Funktionalitäten und Arbeitsabläufen anpassen. Oftmals ist dies mit viel Aufwand und Stress verbunden.

Erforderliche Kompetenzen im Umgang mit Social Media
Quelle: Social Media in der Arbeitswelt

Je nach Belastbarkeit kann dieser sogenannte Technostress bis zur Erkrankung führen. Durch chronische Überforderung reagiert der Körper auf die starke psychische Belastung. Symptome wie Arbeitsüberlastung, Entmutigung, Frustration, Informationsmüdigkeit, Motivationsverlust und Unzufriedenheit bei der Arbeit nehmen kontinuierlich zu.

Um in der Social Media Welt kompetent aufzutreten und ungesundem Stress entgegenzuwirken, müssen sich die Fachleute den Herausforderungen stellen und diese möglichst gut bewältigen. Auf folgende drei Punkte sollte dabei der Fokus gelegt werden:

Informationsüberflutung

Social Media generieren weitaus mehr Information, als Fachleute tatsächlich verarbeiten können, weshalb sie stets mehr, effizienter und schneller arbeiten müssen. Zeitpläne sind durchgehend zu knapp berechnet und es muss kontinuierlich mit Änderungen in der Arbeitsroutine gerechnet werden. Diese permanente Überlastung beeinflusst das psychische Wohlbefinden und kann Frustration und Unzufriedenheit erzeugen.

Wichtig ist, dass Fachleute keine Angst haben, sich dieser Informationsflut zu stellen und offen für Neues sind. Gutes Filtern der Information hilft dabei, die Überflutung zu minimieren. Im Arbeitsprozess steckend ist dieses Herausfiltern jedoch oft schwierig, da alle Informationen wichtig sein könnten. Anstatt die Überflutung zu minimieren, sollten verschiedene Techniken zur Informationsbewältigung angewendet werden. Fachleute sollten sich zum Beispiel immer auf den direkt darauffolgenden Schritt fokussieren oder lernen, verschiedene Themen auf einmal anzugehen. Es ist sehr wichtig, stets klare Ziele zu definieren und diese Schritt für Schritt abzuarbeiten. Zudem ist es ratsam, sich mit mehreren Kommunikationskanälen auseinander zu setzen und sich nicht nur auf einen Kanal zu konzentrieren.

24/7 Erreichbarkeit

Social Media schlafen nicht und die erwartete 24/7 Erreichbarkeit ermöglicht es den Mitarbeitern, sich zu jeder Zeit und an jedem Ort der Arbeit zu widmen. Das Bedürfnis, ständig in Verbindung mit dem Geschehen der Unternehmung zu sein, verwischt die Grenzen zwischen Privat- und Arbeitsleben. Die Mitarbeiter sind zwar physisch zu Hause geistig und technologisch gesehen sind sie jedoch bei der Arbeit. Mitarbeiter fühlen sich gezwungen, mit der Arbeit in Kontakt zu bleiben und verbringen somit weniger qualitativ gut genutzte Zeit mit der Familie. Sie opfern ihre Freizeit, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Die Grenzen zwischen Geschäftlichem und Privatleben verschwimmen ineinander und führen zu Bedrängnis, unbefriedigendem Privatleben bis hin zu schlechten Entscheidungen oder sogar Burnouts.

Die meisten Mitarbeiter pendeln sich irgendwo zwischen vollkommener Trennung und Integration von Job und Privatleben ein. Um dem Technostress entgegenzuwirken, sollte das Zuhause explizit als Nicht-Arbeitsplatz definiert werden. Die Kollegen vom Büro sollten über Arbeits- und Nicht-Arbeitsstunden informiert sein und sobald Fachleute das Gefühl bekommen, es wird zu überwältigend, sollte sofort auf die Bremse getreten und nach Lösungen gesucht werden. Selbstmanagement, Selbstdisziplin und Selbstkontrolle spielen dabei eine essenzielle Rolle.

Unsicherheit

Social Media spielen sich an unterschiedlichen und sich häufig ändernden Orten ab, was es schwierig macht, das Wichtige herauszufiltern. Es geschieht unendlich viel gleichzeitig auf verschiedenen Plattformen und mit unzähligen Akteuren. Diese Überflutung, sich ständig ändernde Unternehmenskommunikations-Strategien, Änderungen der Social Media Plattformen oder Wechsel des Social Media Portfolio verursachen eine grosse Unsicherheit. Bestehende Fähigkeiten reichen nicht mehr aus und Fachleute müssen stets flexibel und offen für Neues sein.

Konversationen können jederzeit auf eine andere Plattform wechseln oder die Plattform selber bekommt neue Funktionalitäten oder Applikationen. Um diesen Entwicklungen stand halten zu können und weiterhin die richtige Zielgruppe durch einen geeigneten Kanal anzusprechen, bedarf es einer hohen Fähigkeit des Verstehens dieser Materie. Um diesen Herausforderungen gewachsen zu sein, ist es wichtig, regelmässig im Sinne von Standortbestimmungen, Zeit für das Analysieren und Verstehen von neuen Plattformen einzuplanen.

Abschliessend ist die Wichtigkeit von Strategien, die die Psyche der Fachkräfte unterstützen, hervorzuheben. Gute Strategien verhelfen zum erfolgreichen Teilnehmen in der heutigen Informations- und Arbeitswelt und stellen sicher, dass der Stress positiv bewältigt werden kann.


Quellen:

Bucher, E., Fieseler, C. & Suphan, A. (2013). The Stress Potential of Social Media in the Workplace. Information, Communication & Society, 16 (10), S. 1639-1667.

Carstensen, T. (2016). Social Media in der Arbeitswelt. Herausforderung für Beschäftigte und Mitbestimmung. Bielefeld: transcript Verlag.

Thiem, H.-M. (2012). Der Gebrauch von Social Media im Rahmen der externen Unternehmenskommunikation. Hamburg: Diplomica Verlag GmbH.

Arbeitsblätter News. Online (29.04.2017): http://arbeitsblaetter-news.stangl-taller.at/technostress-kann-krank-machen/

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