Wie der optimale Einsatz des Kommunikationsmittels entscheidend für eine gesunde Unternehmenskultur ist

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Warum die Generation Y besser mit Technologie umgehen kann, jedoch die notwendige Technik nicht versteht.

Das Smartphone ist eines der deutlich sichtbaren Elemente der Moderne. Während die eine Generation ein Leben ohne Smartphone gar nicht kennt, hat eine andere Generation die digitale Revolution miterlebt oder mitgestaltet. Es erstaunt niemand, dass jede Generation anders mit der fortschreitenden Digitalisierung umgeht. Insbesondere in unserem Arbeitsumfeld hat sich mit dem Einzug mobiler Arbeitsmittel und dessen Umgang einiges verändert. Hier ein Gedankengang zum Kommunikationsverhalten und dessen Auswirkungen im digitalen Zeitalter entstanden sind.

Die Kommunikationsvorliebe einer Generation

Wie wir kommunizieren ist von vielerlei Umständen abhängig. Daher wird sich dieser Beitrag auf das prägende Umfeld einer Generation beschränken. Generationen grenzen sich immer zwangsweise immer wieder ab. Obwohl sie sich nicht eindeutig auf Geburtsjahre beschränken lassen, sind infolge äusserer Einflüsse klare Unterschiede zueinander festzustellen. Hier werden die «Babyboomer», Generation «X» und «Y» beschrieben. Auf die Generation «Z» wir in diesem Artikel nur ansatzweise eingegangen, da ihr Eingreifen auf dem Arbeitsmarkt erst in Ansätzen sichtbar ist und sich dadurch noch keine eindeutigen Merkmale ableiten lassen.

Aufgewachsen nach dem zweiten Weltkrieg, wurde die Generation Babyboomer (geboren zwischen 1955-1969) durch die Nachkriegszeit geprägt. Diese haben das Wirtschaftswunder erlebt und gehört zum geburtenreichsten Jahrgang. Sie leben um zu arbeiten, kommuniziert eher über das Festnetztelefon oder mit einem Brief. Sachlich und strukturiert arbeiten diese am liebsten in Netzwerken und tauschen sich vornehmlich innerhalb eines Teams aus.

Die Generation X (geboren zwischen 1965-1980) wurde in ihrer Kindheit stark durch die Wirtschaftskriese und der steigenden Scheidungsrate geprägt. Durch das unsichere Umfeld arbeitet diese Generation um zu leben. Sie sind ergebnisorientiert mit einem guten technischen Verständnis. Neue Kommunikationsmittel prägte diese Generation. Diese kommunizieren eher mit E-Mail und dem Mobiltelefon, meistens aber ausführlich und mit korrekten Umgangsformen.

Synonym zur Generation Y wird oftmals auch «Millenials» oder «Digital Natives» verwendet. Geboren zwischen 1980-2000 wuchs die Generation in einem optimistischen Umfeld auf. Erlebte also den Internetboom und die Globalisierung als Folge weiterer technischen Revolution. Mit den Möglichkeiten des Internets ist diese Generation ständig online und geniesst das Hier und Jetzt. Sie nutzen hauptsächlich soziale Medien, schreiben viele aber kurze Nachrichten, kommunizieren am liebsten schnell und spontan; auch mit Bilder oder Videos. Gewohnt im Multitasking zu arbeiten, findet eher eine kleine Abgrenzung zwischen Privat und Beruf statt. Jedoch telefoniert diese Generation, wohl gerade auch deswegen, eher ungern.

Die Generation Z (geboren zwischen 1995-2010) ist die erste Generation welche vollkommen mit den digitalen Möglichkeiten aufwächst und somit die Digitalisierung des Alltags komplett in ihr Leben eingebaut hat.

Die Kommunikationskultur verändert sich

Stellt man sich vor, wie zwei unterschiedliche Generationen miteinander kommunizieren, wird schnell einen Unterschied in der Wahl des Kommunikationsmittels und der Nachrichtenqualität feststellen. Gerade die Eigenheiten einer Generation kann für eine Unternehmenskultur besser geeignet sein als eine andere. Schliesslich gibt das Unternehmen die Kommunikationskultur an das Personal weiter, ob bewusst oder unbewusst. So müssen Barrieren in der Wertvorstellung von Generationen überwunden werden. Die Einstellung zur Arbeit, Qualität und Arbeitsmoral gehen möglicherweise stark auseinander.

Im Umgang mit neuen Technologien liegt wohl der grösste Unterschied in den Generationen. Während für die «Digital Natives» das Smartphone und der Computer scheinbar zum persönlichen Recht gehört, ihr Blut fliesst ja auch über WLAN, müssen sich die Babyboomer erst noch an die neuen Möglichkeiten mit dem Smartphone gewöhnen. Die Vorstellung, nur über eine App in wenigen Minuten ein Hotelzimmer zu reservieren, hat bei dieser Generation einfach noch nicht dieselbe Verbindlichkeit wie eine Buchung übers Telefon.

Unternehmen realisieren eine Veränderung der Kommunikation und reagieren auf den Wandel. Es werden immer öfters auch soziale Medien eingesetzt. Auch für die interne Kommunikation werden diese eingesetzt, was einen Einfluss auf die Unternehmensorganisation und das Personal hat.

Auswirkungen der digitalen Veränderung

An vielen Universitäten werden heute Experimente zum Thema, wie ein Leben ohne Handy oder Soziale Medien aussehen könnte, durchgeführt. Etwas, das die Babyboomer und Generation X noch kennt und schätzt. Plötzlich sind also diese Menschen gezwungen, sich auf das reale Leben einzulassen. Entlastet vom Druck der ständigen Beobachtung und den Inputs von allen Seiten, erleben sie eine willkommene Entschleunigung ihres Lebens und gewinnen bemerkenswert viel Zeit. Die Hausaufgaben waren schneller erledigt, es blieb mehr Zeit für Sport und andere Dinge. Sie räumten das Zimmer auf und griffen auf «alte» Hobbys zurück, die Facebook schleichend verdrängt hatte.

Medien sprechen heute von einer Überbelastung aufgrund der digitalen Revolution. Mit der ständigen Erreichbarkeit ist ein permanentes Überwachen des eigenen Smartphones notwendig, könnte man meinen. Das geht sogar so weit, dass viele mit ihrem Handy im Bett schlafen und bis spät in die Nacht mit Freunden schreiben oder fürs Büro arbeiten. Den Gedanken an einen guten Schlaf fällt vielen immer schwerer. Eine immer grösser werdende Abhängigkeit entsteht, etwas wichtiges zu verpassen, was zu einem persönlichen Leiden führen kann.

Es ist nicht einfach, noch vor dem Aufstehen über das aktuelle Geschehen der vergangenen Nacht informiert zu sein und gleichzeitig die erste E-Mail fürs Büro zu verschicken. Längst haben sich Kolleginnen und Kollegen daran gewöhnt, dass wir sofort antworten. Wir werden sogar ungeduldig, wenn sie es nicht ebenso halten.

Der Markt reagiert auf den «Digital Detox»

Suchmaschinen bieten erste Lösungshinweise zur Entwöhnung von digitalen Mitteln, dem sogenannten «Digital Detox». Medien stürzen sich auf dieses Thema mit zunehmender Beliebtheit. Die Märkte haben dieses Problem erkannt und bieten bereits passende Lösungen an. Camps und Seminare können helfen, besser mit der Errungenschaft des Internets und der der mobilen Arbeitswelt umzugehen. Der eigene Umgang mit dem Smartphone ist zu hinterfragen und es soll klar gemacht werden, dass Kommunikation immer zweiseitig ist: Wer nachts E-Mails und SMS schreibt, belastet womöglich nicht nur sich selbst, sondern setzt auch seine Kollegen unter Druck.

Fazit

Gerade im Arbeitsalltag treffen Generationen mit unterschiedlichen Werten und Lebenseinstellungen immer häufiger aufeinander. Das stellt Unternehmen vor eine besondere Herausforderung. Es ist deshalb wichtig, dass wir den Hintergrund unseres Gegenübers verstehen und idealerweise unsere Kommunikation anpassen. Das bedingt etwas Sozialkompetenz, bringt aber einen markanten gesellschaftlichen Nutzen. Insbesondere für die Unternehmenskommunikation ist dies eine grosse Chance.

Die Unternehmen erkennen die Problematik zwar, überlassen die Lösung in den meisten Fällen aber den Mitarbeitern selbst. Als gutes Beispiel hält Microsoft in seinem «How-to-Guide» fest, dass Smartphones nach Feierabend abzuschalten sind. Es wird empfohlen, dass Kollegen und Vorgesetzte Feierabend, Wochenenden und Ferien respektieren sollten. Wer für sich selber keine klaren Grenzen zwischen Arbeit und Privat macht oder machen will, muss sich nicht wundern, wenn ihre Kolleginnen und Kollegen auf die eigene Freizeit oder Ferien keine Rücksicht nehmen.


Literaturhinweise:

Spitzer, Manfred (2014): Digitale Demenz – Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen

Parment, Anders (2009): Die Generation Y – Mitarbeiter der Zukunft

Oertel, Jutta (2007): Generationenmanagement in Unternehmen

Manager Magazin (2014): Digital Detox – Entziehungskur vom Smartphone http://www.manager-magazin.de/unternehmen/it/digitale-entziehungskur-digital-detox-trend-im-silicon-valley-a-983642.html

t3n Magazin (2016): Mit «Digital Detox» gegen die ständige Erreichbarkeit im Job http://t3n.de/magazin/digital-detox-gegen-staendige-erreichbarketi-237296/3/

Absolventa Karriereguide (2017): XYZ – Generationen auf dem Arbeitsmarkt https://www.absolventa.de/karriereguide/tipps/xyz-generationen-arbeitsmarkt-ueberblick

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1 Kommentar

  1. Hallo. Ich bin per Zufall hier gelandet. Aber dennoch möchte ich ihnen ein Kommentar da lassen, da
    ich ihren Weblog äußerst interessant finde.

    MfG

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