Im Gespräch: Simon Künzler – Managing Partner der xeit GmbH

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Spannende Einblicke in die Online-Welt mit Simon Künzler, Gründer & Partner von xeit und Referent des diginect Events 2017.

Du arbeitest als Managing Partner bei der xeit GmbH. Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag aus?

Den gibt es eigentlich gar nicht. Meistens muss ich viele E-Mails beantworten, Offerten und Konzepte schreiben, Präsentationen vorbereiten und Mitarbeiter in neue Projekte einführen.  Morgens gehen wir zum Beispiel zu einem Kunden um das Briefing abzuholen, nach dem wir ein Pitch gewonnen haben.  Am Nachmittag geht es dann beispielsweise zu einem potentiellen Kunden, bei welchem wir gerade an der Ideenfindung sind. Parallel müssen dann selbstverständlich auch noch verschiedenste administrative Themen angegangen werden (wie etwa eine Rechnung schreiben). Zurzeit arbeite ich an einem Workshop, in welchem es sich um eine YouTube-Strategie handelt.

Grundsätzlich setzen wir bei xeit auf das sogenanntes „Inbound-Marketing“. Sprich, wir betreiben sehr viel Content Marketing, wie zum Beispiel unser eigener Blog, auf dem wir mindestens einmal am Tag etwas posten. Zusätzlich sind auch noch das Glossar, der Newsroom und unsere Webseite zu pflegen. Zudem veröffentlichen wir einmal jährlich eine Social-Media Studie, erstellen und vermarkten Whitepapers und bieten Onlinekurse und vieles mehr an. Natürlich pflegen wir diverse Social Media-Kanäle wie etwa Facebook, Twitter, Instagram, Slideshare etc.

Der Firmenname xeit kommt vom Schweizerdeutschen „gseit“. Was steckt dahinter?

Der Name xeit ist nicht in einem Kreativprozess entstanden. Oft kommen mir unter der Dusche die besten Ideen. So auch die Idee für den Namen xeit. Wichtig war mir, dass es etwas „Schweizerdeutsches“ ist, da wir den Schweizer Markt bedienen (Stichwort Swissness). Zudem war es uns wichtig, auf die Schweizer Qualität zu setzten.

“Gseit” lehnt sich einerseits an das Cluetrain Manifesto an, welches den Leitsatz “Märkte sind Gespräche” postuliert. Anderseits leben und arbeiten wir nach dem Motto “gseit isch gseit” (was gesagt ist, gilt). An diesen beiden Prinzipien orientieren wir uns.

Heute würde ich mich jedoch nicht mehr für einen Namen entscheiden, welcher mit dem Buchstabe X beginnt, da dieser einfach zu weit hinten im Alphabet kommt 😉

Was gefällt dir besonders gut an deinem Job? Bei welcher Tätigkeit arbeitest du mit vollem Herzblut?

Am meisten mag ich Neues. Neue Herausforderungen und neue Lösungen. Also etwas inhaltlich Neues oder auch neue Instrumente und Massnahmen. Dies ist für mich eindeutig das Spannendste. Weiter macht es Spass, wenn Projekte (z.B. eine Kampagne) erfolgreich sind und der Auftraggeber glücklich ist – das ist das Wichtigste!

Du hast Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Marketing studiert. Was war der Grund, warum du den Weg in Richtung Online-Marketing/Social-Media-Marketing eingeschlagen hast? Was hat dich daran besonders interessiert?

Das ist eine gute Frage. Bereits während dem Studium durften wir für Swisscom eine Projektarbeit durchführen, in der es um eine neue Informationsarchitektur der Webseite ging. Das war ziemlich „lässig“. Auch privat hab ich zusammen mit meinen Kollegen ein eigenes Magazin, eine Partyreihe, ein eigenes Label und eine Band gegründet. Dies war mein Eintritt in die Online-Welt. Als nächstes habe ich angefangen selber zu bloggen und mich aktiv mit Social-Media Plattformen auseinander gesetzt. Ich habe festgestellt, dass im Online-Bereich „viel los“ ist und habe ein grosses Potenzial darin erkannt.

Die Firma xeit ist auf den wichtigsten sozialen Online-Plattformen vertreten. Welche Plattform ist dabei für xeit am wichtigsten?

Zu den wichtigsten Kanälen gehört der Blog.  Es gibt in meinen Augen aber eigentlich nicht „den wichtigsten“ Kanal. Es ist immer ein Zusammenspiel der Instrumente, die ein Unternehmen pflegt. Unsere Strategie ist die der Multi-Touchpoints. Ziel ist es, dass xeit über verschiedenste Kanäle Präsenz zeigt und dass stets eine hohe Visibility vorhanden ist.

Xeit hat sich unter anderem auf Influencer-Marketing spezialisiert. Es scheint als hätte sich dieser Hype in der Schweiz schwächer abgezeichnet als z.B. in Deutschland? Würdest du das bestätigen? Wenn ja, welche Gründe könnten dahinterstecken?

Jein. Auf Unternehmensseite sind die Nachfrage und das Interesse sehr gross. Im Moment kann man schon beinahe von einem Hype sprechen. Nur ist in der Schweiz eben einfach alles ein bisschen kleiner. Zudem haben wir die Mehrsprachigkeit. Es gibt von daher jeweils nicht sooo viele geeignete Influencer. Zudem kommt, dass die Schweiz ziemlich anspruchsvoll ist… Es braucht deshalb ein professionelles Vorgehen. Richtig eingesetzt, kann ein Unternehmen jedoch auch in der Schweiz einiges mit Influencer Marketing erreichen.

Ausblick für den Diginect-Event?

Mein Ziel ist es, die verschiedenen Influencer im Kontext des neuen Mediennutzungsverhalten vorzustellen und die Dimensionen sowie Möglichkeiten aufzuzeigen. Gerne soll dies dann auch kritisch betrachtet werden. Abschliessend gilt es zu klären, welche Formen und Argumente es gibt Influencer-Marketing zu betreiben und welche Herausforderungen sich dabei stellen.

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About Author

Joëlle Meier

Master-Studentin Business Administration, Major in Online Business und Marketing

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