Usability und User Experience: Was macht eine gute Website aus?

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Usability und User Experience sind zwei Begriffe, die oft als Synonyme verwendet werden. Sie bezeichnen aber nicht exakt dasselbe. Was es mit ihnen auf sich hat und wie eine gute Usability und User Experience einer Website sichergestellt werden können, soll dieser Beitrag erläutern.

Der Begriff Usability ist im Grunde genommen ganz simpel. Er beschreibt die Benutzerfreundlichkeit einer Website. Doch was genau macht eine Website eigentlich benutzerfreundlich? Hier können drei Kriterien beigezogen werden:

  • Effektivität: Die Nutzerinnen und Nutzer erreichen Ihr Ziel (z.B. Bestellung oder Kontaktformular ausfüllen)
  • Effizienz: Die Nutzenden erreichen das Ziel mit wenig Aufwand (Klicks, Zeit)
  • Zufriedenheit: Die Besucherinnen und Besucher empfinden die Nutzung der Website als angenehm und nehmen sie als vertrauenswürdig wahr

Bei der Betrachtung dieser Definition wird klar, dass Usability sehr stark mit Conversion-Optimierung zusammenhängt. Soll eine Website oder ein Webshop hinsichtlich der gewünschten Aktionen und Handlungen der Besucherinnen und Besucher der Seite (Conversions) optimiert werden, führt der Weg dazu in der Regel über die Analyse und Optimierung der Benutzerfreundlichkeit der Website. Unter folgendem Link findet sich für Interessierte ein anschauliches Beispiel der Conversion-Optimierung eines Webshops.

Die Usability ist aber selber ein wichtiger Baustein einer umfassenderen Bewertung der Eigenschaften einer Website. Neben der reinen Benutzerfreundlichkeit können emotionale und ästhetische Faktoren beigezogen werden. Dazu gehören z.B Aspekte der Vertrauensbildung und die bei den Nutzerinnen und Nutzern hervorgerufenen Gefühle wie beispielsweise Freude bei der Benutzung (Joy of Use). Wird diese, umfassendere Betrachtungsweise gewählt, ist von User Experience die Rede. Der Begriff User Experience beschreibt also das gesamte Nutzenerlebnis, das Besucherinnen und Besucher einer Website haben. Manche Definitionen gehen sogar so weit, die gesamte Interaktion mit einem Unternehmen über sämtliche Kanäle der User Experience zuzuordnen.

Quelle: Shutterstock

Eine gute User Experience beruht massgeblich auf einer hohen Usability. Oder einfacher gesagt: Das Nutzenerlebnis einer Website ist umso besser, je benutzerfreundlicher sie ist.

Deshalb sollen im Folgenden die wichtigsten Voraussetzungen einer guten Benutzerfreundlichkeit betrachtet werden.

Faktoren, welche helfen, die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern:

  • Übersichtliche Darstellung
  • Klare und konsequente Strukturierung
  • Einfache und intuitive Navigation
  • Kein unnötiger Ballast (unpassende Bilder, lange Texte)
  • Stilistisch und inhaltlich auf die Seite abgestimmte Texte
  • kontrastreiche Farben (aber nicht zu viele)

Insbesondere die übersichtliche Darstellung bildet einen der wichtigen Faktoren einer guten Usability. Folgenden Punkten sollten bei der Wahl eines Designs besondere Beachtung geschenkt werden:

Schrift und Design:

  • Darstellung auch für mobilen Endgeräten optimieren
  • Auf Standards setzen (beispielsweise: Logo links oben, klickbar als „Home“-Button)
  • Lesbarkeit durch passende Schriftart, Farbe und genügend Zeilenabstand gewährleisten
  • Text durch Kennzeichnung einzelner Keywörter und die Verwendung von Aufzählungszeichen scanbar machen
  • Auf Flash verzichten
  • Farben aufeinander abstimmen, auf Kontraste achten

Eine übersichtliche und intuitive Navigation bildet einen weiteren Schlüsselbaustein einer guten Usability. Diese Punkte sollten bei der Erstellung oder Überarbeitung einer Website beachtet werden:

Navigation und Links:

  • Einfache und verständliche Navigation
  • Breadcrumbs (Linkpfade die anzeigen, wo in der Seitenhierarchie man sich befindet)
  • Eindeutige Seitentitel
  • Informative Überschriften (Zusammenfassungen am Textanfang)
  • Links als solche erkennbar machen. Blaue, unterstrichene Links nutzen
  • Beschreibenden Text zum Verlinken nutzen
  • Broken Links vermeiden (Links regelmässig überprüfen)
  • Bereits besuchte Links kennzeichnen
  • Externe Links als solche kennzeichnen
  • Verlinkungen innerhalb der Seite im selben Browserfenster öffnen
  • Externe Verlinkungen in neuem Browserfenster öffnen
  • Für die Zielgruppe auf Anhieb verständliche Beschriftung (Anchor-Texte) der Menü-Links wählen
  • Der Nutzer sollte mit möglichst wenig Klicks zu dem gewünschten Ziel gelangen (idealerweise mit nicht mehr als 3 Klicks)

Eine Website sollte den Nutzerinnen und Nutzern schliesslich auch Möglichkeiten zur Interaktion und zum Dialog bieten. Dabei sollten Folgendes beachtet werden:

Dialogmöglichkeiten:

  • Kontaktseite von jeder Unterseite zugänglich machen
  • Öffnungszeiten angeben (z.B. für telefonische Anfragen)
  • Wegbeschreibung zur Verfügung stellen
  • So wenig Pflichtfelder wie möglich in Online-Formularen aufführen
  • Bestellmöglichkeit als Gast (ohne Registrierung) in Webshops
  • Bedienbarkeit von Dialogfeldern im Formular mittels Tastatur (Tabulator)

Um sicher zu stellen, dass die Bedürfnisse der Besucherinnen und Besucher möglichst umfassend erfüllt werden, sollten Websiten einige Servicefunktionen bieten, welche die Navigation und das Auffinden von gesuchten Informationen erleichtern.

Servicefunktionen:

  • Suchfunktion (von allen Seiten zugänglich)
  • Sitemap zur übersichtlichen Navigation
  • Hilfebereich
  • FAQ (Frequently Asked Questions)
  • Übersicht über neue Inhalte und neue Seiten
  • Kontaktmöglichkeit gewährleisten

Die obige Aufzählung hat nicht den Anspruch, abschliessend zu sein, sondern soll die wichtigsten Punkte beleuchten. Unter folgendem Link finden sich detaillierte Empfehlungen zur Sicherstellung der Usability einer Website.

Zusammengefasst lässt sich Usability so umschreiben, dass den Besucherinnen und Besuchern bei der Benutzung der Website möglichst wenig Hindernisse in den Weg gelegt werden sollten. So wird gewährleistet, dass die Absprungrate so tief wie möglich bleibt. Je besser die Zielgruppe bekannt ist, desto besser können die Webseiteninhalte auf diese abgestimmt werden. Deshalb sollten die Ziele der Website wie auch die Zielgruppen möglichst gut definiert werden und bekannt sein.

Um eine gute Usability und User Experience sicherzustellen, sollte der Benutzerfreundlichkeit von Anfang an bei der Konzipierung und Pflege eines Internetauftritts Beachtung geschenkt werden. Zudem ist der Prozess der Optimierung der Usability und User Experience nie ganz abgeschlossen. Es gilt, die eigene Website oder den eigenen Webshop mit Hilfe von Usability Tests regelmässig wieder darauf hin zu überprüfen.

 

Quellen:

Gründerszene Lexikon. User Experience. Online (18.12.2016):
http://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/user-experience

Handbuch Usability. Definition Usability. Online (17.12.2016):
http://www.handbuch-usability.de/begriffsdefinition.html

Mattschek, M. (2013). Leitfaden Web-Usability. Online (18.12.2016):
http://www.onlinemarketing-praxis.de/uploads/pdf/whitepaper-leitfaden-web-usability.pdf

Nielsen Norman Group. Usability 101: Introduction to Usability. Online (18.12.2016):
https://www.nngroup.com/articles/usability-101-introduction-to-usability/

Usability.de. Usability vs. User Experience. Online (18.12.2016):
https://www.usability.de/usability-user-experience.html

Worldsites (a). Usability: Gefunden werden ist nicht alles. Online (18.12.2016):
http://news.worldsites-schweiz.ch/usability-gefunden-werden-ist-nicht-alles.htm

Worldsites (b). Usability: Besucher zu Kunden machen. Online (19.12.2016):
http://news.worldsites-schweiz.ch/usability-besucher-zu-kunden-machen.htm

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Master-Student Business Administration, Major in Online Business and Marketing

3 Kommentare

  1. Hallo Peter,

    vielen Dank für die Nennung meines Leitfadens.

    Im Link ist leider ein Freizeichen drin, so dass der Nutzer auf eine Fehlerseite kommt. Das Freizeichen ist zwischen …-leitfaden-web- und usability.pdf drin.

    Viele Grüße
    Markus

    • Peter Mangold on

      Hallo Marus,

      Vielen Dank für den Hinweis – entschuldige bitte das Versehen. Der Fehler ist soeben behoben worden.

      Beste Grüsse
      Peter

  2. Pingback: Webseiten-Optimierung: ein Spagat zwischen Design, SEO und Usability

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