Customer Centricity – oder warum dein Online-Shop vielleicht bald ausgedient hat

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Online Shop Systeme gibt es wie Sand am Meer. Alle haben sie ihre Vor- und Nachteile. Doch die Zukunft liegt nicht in den Bausatz-Modellen – wenn man einigen Stimmen glaubt. Dass es eine Bewegung weg von den Fixfertig-Shops gibt, zeigen die neusten Zahlen von Carpathia.

Heutzutage einen neuen Onlineshop als Kleinunternehmen aufziehen? Ein Horror bei so vielen Online-Shop Systemen! Zum Glück gibt es SaaS Webseiten wie Jimdo, Shopify oder Wix mit denen ich mir eins, zwei einen eigenen Shop basteln kann. Wer bereits WordPress als CMS verwendet, kann sich auch mit WooCommerce als Plugin helfen.

Auch für Unternehmen die grössere Anforderungen an ein Online Shop System haben, gibt es Lösungen. Open-Source-Softwares wie Prestashop und Magento bieten deutlich mehr Möglichkeiten und Flexibilität.

Die Abbildung unten zeigt dir, welche Shopsysteme in der Schweiz genutzt werden.

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(Quelle: Ecommerce usage in Switzerland,Builtwith.com, CC BY-NC-SA 2.0)

Der Siegeszug der Individualisierung

Wichtig an der obigen Grafik ist nicht nur die Verteilung der Shopsysteme, sondern auch der Anteil von „Other“, der einen Viertel vom Markt ausmacht! Denn darunter fallen auch die In-House Lösungen. Betrachten wir nämlich nur die 5 umsatzstärksten Shops der Schweiz, so fällt auf, dass 4 von 5 Eigenentwicklungen sind.

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(Quellen: Die umsatzstärksten Schweizer Onlineshops 2016, Carpathia. Shopsoftware, Builtwith.)

Der Trend, dem Kunden ein massgeschneidertes Angebot zu präsentieren, besteht nicht nur bei E-Mails oder in den Sozialen Medien. Für die komplexe Aufgabe, den Bau eines Online-Shops, braucht es aber keine Standartlösungen sondern spezifisch entwickelte Softwareumgebungen. Online Shop Systeme, wie das von Zalando oder von Amazon, bieten die technologische Möglichkeit das Angebot so zu individualisieren, dass dem Kunden das (fast) perfekte Angebot zuteilwird.

IT als Value Driver

Diese neuen technologiegetrieben Unternehmen sehen ihre IT nicht mehr als Cost Center. Vielmehr ist das Shopsystem nun der Kern der Wertschöpfung. Dementsprechend wird auch in das System investiert. Doch vielmehr als nur einen coolen Onlineshop bauen sich die grossen Player ein Ökosystem auf. Nehmen wir Amazon als Beispiel: Amazon bietet nicht mehr nur Bücher und Elektronik an. Mittlerweile gibt es Einbindungen von Drittshops, Angebote für Server Hosting und Cloud Services sowie eine eigene TV Streaminglösung. Ziel ist es, den Kunden in diesem Ökosystem zu halten und so langfristig zu binden.

Das Ende meines Shops?

Das schnelle Ende des einfachen Onlineshops ist diese Entwicklung wohl noch nicht. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Big Player wie Amazon und Google oder auch Siroop sich mehr und mehr als Plattform für Händler verstehen. Zudem ermöglichen sie eine Anbindung zu anderen Shop Softwares und vergrössern so stetig ihr Ökosystem. Wer jedoch in der oberen Liga mitspielen und sich behaupten will, der muss aufpassen, dass die eigene IT-Legacy nicht zum Stolperstein in der Zukunft wird.

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About Author

Samuel Kirchhof

Samuel Kirchhof ist Masterassistent am Institut für Kommunikation & Marketing an der Hochschule Luzern – Wirtschaft. Dazu studiert Samuel im Master of Science Business Administration mit dem Major in Online Business and Marketing. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter unterstützt er Forschungsprojekte in den Bereichen Kommunikation, B2B, Marketing, Social Media, Online Communities und Mobile Marketing.

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