Ad Screens
Digitale Aussenwerbung
Kurzprofil: Digitale Werbeflächen (“Bewegte Plakate”, “Digital Billboards”) in Innen- oder Aussenbereichen des öffentlichen Raums; “öffentlicher Raum” steht dabei für “ausser Haus” (nicht daheim, nicht im Büro, aber nicht im Kino).
Die einzelnen Screens sind oft zu Werbenetzen zusammengeschlossen, um auf die notwendige Reichweite (absolut oder in einem bestimmten Zielgruppensegment) zu gelangen.
Das Programm besteht zumeist aus einer Mischung von Werbung, News und Unterhaltung. Ein einzelner Programmbeitrag ist typischerweise 5 Sekunden, 10 Sekunden oder 20 Sekunden lang.
Häufig verwendete ähnliche Begriffe
Werbe-Bildschirme, Digitale Werbeflächen (in Abgrenzung zu analogen, z.B. gedruckten Promotionsmitteln), “Bewegte Plakate” (in Abgrenzung zu klassischen Plakaten, Posters, Megaposters etc.), Advertising Screens, eBoards, Electronic Billboards, Digital Billboards, Digital Media Advertising (als Gattungsbegriff), usw.
Subkategorien:
- Ad Screens am “Point of Leisure” (PoL):
Werbe-Displays an Standorten im Freizeitumfeld wie z.B. Bars, Kinos, Stadien etc. – geeignet insb. für eher eng segmentierte (zielgruppenspezifische) Werbekampagnen (siehe Fotomappe 1); - Ad Screens am “Point of Transportation” (PoT):
Werbe-Displays an den Knotenpunkten des öffentlichen Verkehrs wie z.B. Flughäfen, Bahnhöfen, U-/S-Bahnstationen, Tankstellen etc. – wegen der hohen Frequenz und der repräsentativen Nutzerstruktur geeignet insb. für eher breit segmentierte Werbekampagnen (siehe Fotomappe 2); - e-Boards:
Grossformatige Bewegtbildflächen, typischerweise mit einem Mischprogramm aus Werbung, Information und Unterhaltung – wegen ihrer Grösse oftmals massgeschneidert in die (vorhandenen) architektonischen Strukturen eingepasst (siehe Fotomappe 3).
Ad Screens am “Point of Sales” (PoS)
Werbe-Displays im Verkaufsumfeld wie z.B. Supermärkten, Warenhäusern, Shopping Centers, Convenience Stores oder Kiosken – geeignet für auf’s Produkt- und Verkaufsumfeld abgestimmte Werbekampagnen (deswegen oft nur eingeschränkt zugänglich für Werbung von Drittparteien); Refinanzierung des Systembetriebs eher durch Werbekostenzuschüsse der Handelspartner als durch den Verkauf von Werbezeit).
In der Industrie setzt sich zur Differenzierung verschiedener strategischer Einsatztypen im Verkaufsumfeld ein begriffliche Differenzierung durch: “POS Screens” oder “Instore TV” für primär werbe-orientierte Display-Strategien (“in the store”) im Unterschied zu “Digital Signage” (“Digitale Beschilderung”) für umfassende, in den ganzen Service-Prozess (“at retail”) integrierte digitale Informations- und Kommunikationslösungen.
Return-on-Investment-Modelle
Anbieterseite: Verkauf von Werbezeit an Dritte (dadurch vergleichbar mit klassischen Plakaten)
- in Bezug auf Standortwahl, Wirkungsnachweise, Geschäftsmodell
- vgl. TKP als “Leitwährung” - in Bezug auf Akteure
- Systembetreiber sind oft identisch mit denjenigen der “klassischen” Out-of-Home-Medien
- Systemnutzer sind oftmals dieselben (Media-Agenturen, Werbeagenturen, Unternehmen) - in Bezug auf Media-Planung
- Ähnlich wie Plakate sind Ad Screens als Komplementärmedium positioniert
- vgl. “Doppelkontakte” durch crossmediale Kampagnen - in Bezug auf die Raumgestaltung
- Ergänzung/ Bereicherung des Raumambiente
- Belebung, Entspannung, “gefühlte Sicherheit” etc. - am Point-of-Sale: siehe “Digital Signage”
Nutzerseite: Erreichbarkeit der Zielgruppe
- Reichweite
- Kontaktchance
- Aufmerksamkeit
- (Absatzwirkung)
Konzepte, Bezugsmodelle
- Zunehmende Mobilität, Fragmentierung der Medienlandschaft
- Öffentlicher Raum als neuen Ort der Medienkommunikation
- vgl. „Mediennutzung im Tagesablauf“ - Erreichbarkeit der Zielgruppe (“Reichweite”) an stark frequentierten öffentlichen Orte wie Innenstädte, Strassen, Fughäfen, Bahnhöfe
- vgl. “High Impact Sites” - Wo die Personen stationär sich aufhalten, z.B. in Bars, Restaurants, an Konzerten (Point-of-Leisure), in öffentlichen Verkehrsmitteln (Point-of-Transportation)
- vgl. “The Captive Audience” - Nähe von Werbebotschaft und Produktpräsentation im Regal – siehe “Digital Signage”.
- vgl. “Absatzwirkung”: Die POPAI-Studie spricht davon, dass 70% der Kaufentscheidungen direkt vor dem Regal fallen – siehe “Digital Signage”.
- vgl. “Recency-Effekt”, bei dem davon ausgegangen wird, dass die letzte mediale Botschaft den Kaufentscheid positiv beeinflussen vermag, indem sie eventuelle frühere Urteile (judgments) über das Produkt überformt (zum Recency-/Primacy-Effekt vgl. Haugtvedt und Wegener 1994).
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