Netzwerk-Apéro der Hochschule Luzern am Vorabend des 31. Januar 2012

5. Februar 2012 | Daniela Brusa | 1 Kommentar

Zum ersten Netzwerk-Apéro des Luzerner Forums im 2012 zum Thema „Didaktik vereinfacht das Leben.“ konnte Prof. Dr. Jürgen Stremlow, Leiter des Instituts Sozialmanagement und Sozialpolitik an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit, gut 30 Kadermitarbeitende unserer Mitglieder begrüssen. Im Rahmen seiner Einführung informierte der Hausherr über die Struktur sowohl der Hochschule Luzern als auch des Departements Soziale Arbeit. Er referierte unter anderem über den vierfachen Leistungsauftrag der Bildungsinstitution sowie die Entwicklung der Studierendenzahlen in den letzten 10 Jahren. Seine Ausführungen schloss er mit Gedanken zum hohen Qualitätsanspruch in der Lehre. Die Hochschule Luzern legt grossen Wert auf die didaktische Qualifikation und Kompetenz der Dozentinnen und Dozenten.

Vom Kurzinput fürs eigene Team bis zur Entwicklung eines Weiterbildungsangebots: einige didaktische Kniffe können die Vorbereitung stark erleichtern, den Spass für alle erhöhen und effiziente Wissensvermittlung ermöglichen, so dass Zeit bleibt für einen gemeinsamen Kaffee oder ein gemütliches Bier.

Didaktisches Know-how ist insbesondere für Kadermitarbeitende kleiner und mittlerer Unternehmen und anderer Organisationen häufig hilfreich. Deshalb liessen sich Mitglieder des Luzerner Forums über Didaktik informieren. Durch den Abend führte gekonnt Dr. Dr. Christof Arn, Ko-Leiter des Zentrums für Lernen und Lehren der Hochschule Luzern. 

Nach einer kurzen Begrüssung durfte sich das interessierte Publikum einbringen zur Frage, wo denn Didaktik überall nützlich sei. Zusammengetragen wurde eine erstaunlich breit gefächerte Liste von Situationen, in denen didaktisches Know-how nutzenbringend sein kann. Sie reichte von der Hilfe bei den Schulaufgaben der eigenen Kinder über das Motivieren von Mitarbeitern bis hin zur Wissensvermittlung ganz allgemein. Das Gemeinsame lag hierbei in der Beförderung von Lernprozessen. Denn Lernen und lernen zu unterstützen ist auf Vieles übertragbar.

Die Teilnehmenden dieses Netzwerk-Apéros wurden im Vorfeld eingeladen, im Hinterkopf eine kleinere oder grössere Bildungseinheit mitzubringen, die sie in nächster Zeit zu gestalten hätten. Der Anlass wurde als Workshop konzipiert und es wurde gemeinsam mit den Anwesenden anhand ebendieser konkreten Beispiele interessante didaktische Herangehensweisen entwickelt. So stellte sich zum Beispiel die Frage, wie – als Teil einer Weiterbildung – Intervision praktiziert werden könne, und wie diese Arbeitsweise in nur 20 Minuten den Teilnehmenden so vorgestellt werden könne, dass diese anschliessend damit arbeiten können. Die Herausforderung bei dieser konkreten Fragestellung lag nicht nur in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit, sondern auch in der hohen Zielkompetenz: Intervision gestalten bedeutet immer auch, bei Ungewissem angemessen zu reagieren.

Eine andere Publikumsfrage betraf den Umgang mit der Angst vor Überforderung bei Mitarbeitenden, welche eine obligatorische Weiterbildung besuchen müssen. Auch hier konnte der Referent gekonnt aus dem Stand einige Herangehensweisen entwickeln. Es entstand der Vorschlag, einige der betreffenden Mitarbeitenden in die Konzeption der Weiterbildung einzubeziehen.

Bei dieser Gelegenheit erwähnte Christof Arn, dass nicht nur Angst vor Überforderung, sondern auch Anderes Lernprozesse erschweren könne. Generell gelte beispielsweise, dass Lernbereitschaft die Überzeugung voraussetze, etwas (noch) nicht zu können. Gerade dies wird aber oft als narzistische Kränkung wahrgenommen.

Zusammenfassend konnte festgestellt werden, dass auswendig Gelerntes zwar abgefragt werden kann, Personen zu wirklichen Lernprozessen, zur echten Aneignung von Handlungskompetenzen und zur Integration neuer Konzepte ins eigene Denken aber nicht gezwungen werden können. So  ist es denn auch nicht produktiv für den Lernprozess, wenn Druck ausgeübt wird. Zielführend wäre hier eine didaktische Reduktion des Lehrstoffes. Mit anderen Worten ist Abstand zu nehmen und sich zu fragen, welche Kernpunkte eigentlich vermittelt werden sollen.

Zum Abschluss des Workshops wurde entsprechende Fachliteratur aufgelegt und ein Handout mit «vier goldenen Regeln der Didaktik» verteilt. Das Zentrum für Lernen und Lehren der Hochschule Luzern öffnet seine Kurse gerne für die Mitglieder des Luzerner Forums und kann auch für Beratungen angefragt werden. Dazu wurde auf www.learning.hslu.ch verwiesen.

Nach diesen anregenden Tipps aus erster Hand konnten die Teilnehmenden einen reichhaltigen Apéro in der Cafeteria der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit geniessen.

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1 Kommentar vorhanden

  • 1 Hochschuldidaktik zum Mitnehmen // Feb 6, 2012 at 17:18

    [...] Abend war als eine Kombination von Instant-Praxisberatung und Kompaktinput angelegt. Mehr dazu im  Blog des Luzerner Forums. Bookmark this [...]