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News aus dem Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ

Indische Unternehmer trotzen dem Blackout und mögen zu beeindrucken

August 6th, 2012 | ifzblog | Keine Kommentare

von Prof. Dr. Maurice Pedergnana
Dozent und Studienleiter am Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ

Ein besorgtes SMS von meiner Mutter erreichte mich am vergangenen Dienstag in Mumbai, der  indischen 20-Millionen-Wirtschaftsmetropole:«Stromausfall
– wie gehts euch?» Als Reiseleiter war ich mit zwei Dutzend Bank- und Finanzexperten unterwegs, um während einer Woche den Puls vor Ort zu spüren. Wir haben Fabriken besucht, Analyseberichte gelesen und unentwegt Fragen gestellt. Am meisten haben uns indische KMU-Unternehmer beeindruckt. Ihre Zuversicht in die Zukunft Indiens beobachteten wir etwas skeptisch. Der weit verbreitete Optimismus in der jungen Bevölkerung steckte aber geradezu an, und für den häufigen Indienbesucher waren die Fortschritte sicht- und spürbar.

 

Vom Stromausfall waren vielleicht 400 Millionen Menschen vor allem im Norden des Landes betroffen; nicht in Städten wie Mumbai, Chennai, Bangalore und Hyderabad. Da sichern sich Unternehmen ohnehin mit Notstromaggregaten ab. Regionale Unterbrüche kommen immer wieder mal vor. Diesmal hat sich das Blackout zwar schnell in grosse Gebiete verbreitet, doch nach wenigen Stunden war schon ein erheblicher Teil der betroffenen Gebiete wieder mit Strom versorgt. Die Bevölkerung hat das mit einer für uns erstaunlichen Gelassenheit hingenommen. Die Erklärungsversuche des Energieministers waren peinlich, doch vor Ort hat das wenige wirklich erschüttert. Politik wird in Indien mit eklatanter Führungsschwäche und unverfrorener Korruption verbunden.

«Kein Unternehmer erwartet etwas von diesem Staat», weiht uns Chandu Chavun, Inhaber des indischen KMU Innoventive Industries ein. Sein Unternehmen produziert Filter Membrane. Mit seiner innovativen Eigenentwicklung (siehe Foto oben) kann man dezentral Flusswasser stromunabhängig in einer halben Stunde zu Trinkwasserqualität bringen. Ob Stromausfall oder nicht: Indien bleibt noch für eine lange Zeit ein prosperierendes Land mit vielen faszinierenden Facetten. Punkto Infrastruktur kann gewiss vieles verbessert werden; in Sachen Gastfreundschaft und Herzlichkeit liegt es weit voraus.

Interesse geweckt?
Lesen Sie weiter – die gesamt Kolumne von Prof. Dr. Maurice Pedergnana aus der Zentralschweiz am Sonntag finden Sie hier

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